Guests@NZ2Go: Mit Gunther Riehle auf Roads Less Traveled in Sub-Antarctica

Gunther Riehle ist in Deutschland seit vielen Jahren einschlägig als Tier- und Landschaftsfotograf bekannt und betreibt zum Beispiel den angesehenen Fotowettbewerb ‚German Mega Circuit‚.

Weniger bekannt ist, dass seine Jagd nach immer neuen Motiven ihn auch zu einer Art Experten der sub-antarktischen Welt gemacht hat. Gunther hat wirklich entlegene Orte wie die australische Heard Island mitten im südatlantischen Nichts besucht, aber auch die geläufigere Macquarie Insel, die Antarktis selbst und natürlich – ich komme zum Punkt – die neuseeländischen sub-antarktischen Inselgruppen, insbesondere die Snares, Auckland, Campbell Inseln.

Da die neuseeländischen Subantarctics im Moment ein Fokusthema dieses Blogs sind, ist NZ2Go bei Gunther vorstellig geworden, der auch sofort zusagte seine Erfahrungen mit unseren Lesern zu teilen und uns als Zugabe eine schöne Auswahl beeindruckender Fotos zur Verfügung gestellt hat, siehe unten. Dafür schon vorab herzlichen Dank!

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NZ2Go: Gunther, als Lebensmittelingenieur für eine große internationale Firma in der Du in Deinem Fachgebiet für halb Europa zuständig bist, reist Du sowieso schon überdurchschnittlich viel. Woher der Drang im Privaten die entlegensten Ecken des Planeten zu besuchen?

Es geht mir zum einen darum in der Natur Ausgleich zu finden. Dazu gehört Werkeln in meinem verwilderten Garten in Kirchheim/Teck, aber auch Zeit in den letzten unberührten Winkel der Welt zum Beispiel in der Subantarktis zu verbringen.

Zweitens bin ich ein Mensch der gerne konkurriert und gewinnt. In der Fotografie kann man heute nicht mehr nur durch gutes Handwerk und Komposition glänzen. Die Motive müssen stimmen. Ich hatte nach einigen Fehlstarts in Profi-Wettbewerben beobachtet, dass es die Profis in den extremen Süden zieht. Nach langem Überlegen beschloß ich vor einigen Jahren den Sprung in das antarktische Abenteuer zu wagen. Und ich habe es weder bereut, noch hat mich das Antarktisfieber seit dem verlassen.

Last but not least liebe ich freundliche Tiere. Pinguine, junge Robben und Albatrosse sind so zutraulich, dass man sich nur hinsetzen muss damit sie sich neugierig nähern. Das ist unvergesslich schön.

Riehle mit Robbenbaby (c) Gunther Riehle

Riehle mit Robbenbaby (c) Gunther Riehle

NZ2Go: Wie bist Du auf NZ Subantarctics gekommen? Und gibt es irgendeine Rangliste, also Lieblingsinseln?

Das erste Mal bin ich 2009 von Ushuaia in Argentinien aus in die Antarktis gereist. Da ist man wochenlang fast ununterbrochen mit einer Gruppe Menschen zusammen, die oft genauso verrückt sind wie man selbst. Eine tolle Erfahrung. Und es ist die beste Reiseinformationsbörse der Welt, auf der auch immer wieder Neuseeland auftauchte. Die Chatham Islands zum Beispiel, die ich inzwischen auf eigene Faust besucht habe, aber auch die neuseeländischen Subantarctics.

In meinem Fall verliebte ich mich während der ersten Antarktisfahrt in the Albatrosse. Ein Mitreisender empfahl daraufhin die Midway Inseln im Nordpazifik, wo ich 2 Millionen Exemplare erleben durfte. Diese Vögel sind so elegant, wunderschön, vertrauensvoll und freundlich. Auf Midway wiederum riet mir ein Reisekumpel die neuseeländischen Campbell Islands zu besuchen. Ein Jahr später war ich dann dort. Und so gibt eins das andere …

Küssende Tölpel Napier Neuseeland (c) Gunther Riehle

Küssende Tölpel Napier Neuseeland (c) Gunther Riehle

Favoriten unter den Subantarctics habe ich keine, aber Fakt ist, dass man auf den Snares, Antipodes und Bounties nicht landen darf. Ein paar Fotos vom wacklingen Schlauchboot aus sind das höchste der Gefühle. Deshalb sind Reisen zu den Aucklands und Campbells für mich wesentlich interessanter.

The Snares (c) Gunther Riehle

The Snares (c) Gunther Riehle

NZ2Go: Erzähl doch ein bischen von der Fahrt. Wie lief das ab, was sollte man beachten?

Vorher und nachher einen Zeitpuffer lassen, zur Sicherheit. Man will so eine Schiffsreise nicht verpassen, weil man die Anreise zu knapp kalkuliert hat. Wegen des Wetters ist es auch nie ganz klar, wann man zurück kommt. Die meisten Antartktisfahrer planen also für vor und nach der Cruise drei oder vier zusätzliche Tage ein.

Kleidung funktioniert nach dem Zwiebelprinzip. Fünf Lagen. Die äußerste Schicht muss aber voll wasserundurchlässig sein, denn es regnet und schneit dauernd und dazu noch der Wind. Die Temperaturen schwanken meistens zwischen 0 und 4 Grad, im südlichen Sommer. Man muss wirklich wahnsinnig sein sich das anzutun.

Seekrankheit erwischt fast jeden. Da helfen Pillen und die Landgänge zwischendrin. Das muss man akzeptieren.

Es gibt eine ganze Reihe großer Reiseveranstalter in die Antarktis und die umgebenden Inseln. Mein Favorit ist aber der neuseeländische Operator „Heritage Expeditions“, die die neuseeländischen Subantarctics nicht nur als Begleitprogramm anlaufen, sondern echte Leidenschaft für diese kleinen Paradiese zeigen. Klein und familiär geht es zu bei den Jungs von Heritage. Als Expeditionsleiter fungiert das Vater-Sohn-Gespann Rodney und Nathan Russ, deren Liebe zu den Inseln ansteckend ist.

Und das soziale Programm, also die drei gemeinsamen Mahlzeiten, das Herumhängen in der Bar und die Vorträge sind angenehm formlos. Ich selbst habe auch mal dozieren dürfen und dadurch zum Beispiel den Neulingen ein bischen die Nervosität genommen. Ein anderer Gast war Mitglied des Nobelkommittees gewesen und hat uns erzählt wie man Nobelpreisträger wird. Wie gesagt, man trifft wirklich interessante Menschen.

Zügelpinguine Antarktika (c) Gunther Riehle

Zügelpinguine Antarktika (c) Gunther Riehle

NZ2Go: Wie lief es mit der Fotografie? Ist hier irgendwas Spezielles zu beachten?

Die tollsten Bilder gibt es morgens und abends und beim grauenhaftesten Wetter. Wenn die Sonne strahlt, kann man die Kamera im Karton lassen.

Im Verhältnis zu den Tieren sollte man sich ruhig und langsam verhalten und sich klein machen, damit man nicht als Bedrohung wahrgenommen wird. Die kommen dann von selbst. Den vorgeschriebenen Mindestabstand von 5 Metern halten die Tiere eben nicht immer ein :-) Am besten ist es, wenn man vorher schon ein bischen das Verhalten der Tiere studiert hat, damit man die richtige Situation und den richtigen Augenblick für den Knips erkennt, weil man antizipiert was als Nächstes kommt.

Außerdem sollte man an Fototagen möglichst wenig schlafen. Dafür ist an Bord Zeit, wenn sowieso nichts passiert als vorbeirauschendes Wasser. Und immer in Fotoalarmbereitschaft sein!

Wenn man das beachtet sind spektakuläre Bilder fast garantiert.

Jedenfalls hat mein Macquarie Island Foto eines See-Elefanten inmitten eines Meers von wunderschönen Königspinguinen der Crew von Heritage so gut gefallen, dass sie es in ihrem Katalog als Blickfang druckten. Von dort ging es an die deutschen Reiseveranstalter, die mit Heritage arbeiten und plötzlich war ich Deutschlands Fotograf des Jahres. Auch ein Grund, dass ich ein bischen Heritage-süchtig bin!

Das berühmte Macquarie Island Foto (c) Gunther Riehle

Das berühmte Macquarie Island Foto (c) Gunther Riehle

Ach Ja, ich benutze eine Nikon D4 und als Backup meine alte Nikon D300.

NZ2Go: Unglaublich das alles. Wann ist die nächste Reise geplant? Und was kostet der Spaß überhaupt?

Es geht bei etwa 6000 Euro los und nach oben hin gibt es kaum Limits. Wenn man bedenkt, was man dafür bekommt ist das nicht wirklich viel, finde ich.

Die nächste Reise geht mit „Heritage Expeditions“- wem sonst? – auf die Wrangel Insel im russischen Nordpolarmeer. Eisbären, Moschusochsen, Schneegänse, Schneeeulen, Walrosse und vieles mehr erwarten mich und vier andere Reisende, die ich übrigens zufällig von früheren Trips kenne. Wrangel ist UNESCO World Heritage List Nature Preserve.

Und ich werde mich per Flugzeug mit einem Zelt bei einer Kolonie Kaiserpinguinen in Antarktika absetzen lassen und dann eine Woche knipsen. Bis 2017 sind alle Urlaubstage jedenfalls verbucht!

Blauer Eisberg Antarktika (c) Gunther Riehle

Blauer Eisberg Antarktika (c) Gunther Riehle

Aber vorher steht noch meine Hochzeit an, diesen Mai. Wir haben uns auch auf einer Heritage-Reise kennengelernt. Das scheint etwas Schicksalhaftes zu haben.

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NZ2Go wünscht alles Gute zur baldigen Hochzeit und noch viele kühne Abenteuer und überwältigende Fotos. Jetzt muss ich mich erst Mal von diesem Interview erholen :-) … sicher eines der spannendsten in der Geschichte dieses Blogs. Vielen Dank, Gunther, und halt die Ohren steif!

Auckland Islands

Campbell Island

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SideTrack: Die auf Seelöwen gehen

Brent Beaven ist Department of Conservation (DOC) Manager für Stewart Island und die „New Zealand Subantarctic Islands„, fünf geheimnisvolle Inselgruppen südlich bis süd-östlich von Stewart Island gelegen und für fast keinen Normalsterblichen zugänglich. Gegen den Uhrzeigersinn: Snares Islands, Auckland Islands, Campbell Islands, Antipodes Islands und die winzigen Bounty Islands.

Die subantarktischen Inseln Neuseelands

Die subantarktischen Inseln Neuseelands

NZ2Go hat Brent gebeten ein wenig über diese Inseln jenseits des Erfahrungshorizonts zu dozieren, im generellen Interesse an „roads less travelled“ und vielleicht auch um den einen oder anderen naturbegeisterten Leser zu einer Expedition zu animieren. Denn am Ende des Gesprächs steht eines fest: die Inseln sind genauso sagenhaft wie sich sich anhören.

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Brent ist ein alter Haudegen im Umweltgeschäft. Seit 14 Jahren bei DOC beschäftigt, bisher mit Fokus auf die Kiwi-Hochburg Stewart Island. Vorher freiberuflich in einem Kiwi-Projekt auf der Nordinsel tätig, und ganz vorher Master of Science an der University of Waikato.

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NZ2Go: Brent, welche sind Deine Lieblingsinseln, und warum?

Gibt es nicht. Das eigentlich Aufregende sind die riesigen Unterschiede zwischen den Inseln und der Gradient in Richtung Antarktika. Es ist, als würde man einen Berg ersteigen. Die Snares und Auckland Islands liegen unterhalb der Baumgrenze und beherbergen die südlichsten Wälder der Welt. Auf den sub-alpinen Campbell Islands finden sich nur noch ‚Riesenkräuter‘ („mega herbs„), „tussock“ und ein paar isolierte Bäume. Die australische Macquarie Island ist alpin. Dort wachsen vor allem Gräser, Moose und Flechten. Und die Bounty Islands sind praktisch nackt, weil sie den Elementen so ausgesetzt sind, dass sich dort keine Erde halten kann.

Trotzdem habe ich eine besondere Beziehung zu Campbell Island. Dort fand man Mitte der 70er Jahre die schon ausgestorben geglaubte und auch heute noch seltenste Entenart der Welt, den „Campbell teal“ auf Dent Island, einem winzigen Eiland vor der Küste der Hauptinsel, die selbst so rattenverseucht war, dass die Enten dort keine Chance hatten. Die gesamte Population wurde nach Neuseeland evakuiert, weil sie so klein war, dass irgendein natürlich Extremereignis die Art ganz ausgerottet hätte. In Neuseeland erholten sich die Enten in Gefangenschaft und auf anderen, rattenfreien vorgelagerten Inseln. 2004 fingen wir dann an die Enten nach Campbell zurückzubringen, nachdem wir die Insel in der weltweit größten Aktion ihrer Art von Ratten befreit hatten. Wenn ich heute auf Campbell Island herumspaziere und mir ein paar Campbell teal über den Weg watscheln, dann ist das ein großartiges Glücksgefühl.

NZ2Go: Wie operiert DOC eigentlich auf den Inseln? Gibt es eine permanente Crew vor Ort?

Nein, wir sind alle in Invercargill stationiert und dort erledigen wir auch die meiste Arbeit. All die Planung für Unkraut- und Schädlingsbekämpfung, die komplexe Logistik usw. laufen über Invercargill. Die Inseln betreten wir nur, wenn es dazu einen guten Grund gibt. Ansonsten gehören sie ganz die Tieren, denn auch sonst darf niemand ohne unsere Erlaubnis die Inseln ansteuern. Dass irgendwelche Boaties einen Vergnügungstrip auf die Inseln unternehmen kann man übrigens ausschließen, denn für den Southern Ocean braucht man, wenn man nicht lebensmüde ist, eine Yacht der Kategorie 1, die der oft schweren See Stand halten. Mit ist es schon passiert, dass ich von der Ross Sea kommend tagelang auf einem Boot in 10 Meter hohen Wellen fest saß. Wir konnten nicht einmal Invercargill anlaufen und mussten nach Bluff ausweichen.

NZ2Go: Welche Rolle spielt DOC auf den Inseln?

Wir betreiben, wie gesagt, die Schädlingsbekämpfung bis hin zur totalen Eliminierung und Wiedereinführungsprogramme für ursprüngliche Fauna und Flora, wobei die Inseln ganz unterschiedlich von eingeschleppten Arten betroffen sind.

Die Bounties und Snares sehen heute wie vor 1000 Jahren aus: makellos. Die Campbell Islands haben wir in umfangreichen Programmen von all den eingeschleppten Spezies befreit. Auf den Aucklands sind die 3 Hauptinseln, Auckland, Adams und Enderby ziemlich verseucht, mit wilden Schweinen, Katzen und Mäusen, obwohl Enderby vor kurzem wieder schädlingsfrei ist und sich nun langsam erholt. Enderby wird momentan von Seelöwen dominiert, interessant. Die Antipodes sind von Mäusen befallen. Wir beantragen gerade ein Budget um die Mäuse dort loszuwerden. Falls es genehmigt wird, kann es frühestens 2015 losgehen.

Wir überwachen außerdem wer ein- und ausgeht. Im Moment bringen sechs lizenzierte Kreuzfahrtunternehmen Besucher auf die Inseln, ungefähr 1000 pro Jahr, Tendenz gleichbleibend. Fünf der sechs machen nur Zwischenstopps auf unseren Inseln auf ihrem Weg nach Antarktika und kommen zweimal im Jahr, meistens im Südsommer, also Januar und Februar. Ein Veranstalter fährt die Inseln etwa sechs Mal pro Jahr an, und nur diese, ohne Weiterfahrt in die Antarktis.

NZ2Go: Was für Leute besuchen die Inseln? Und benehmen sie sich anstädig, also befolgen Sie die Regeln des DOC „minimum impact code„?

Im wesentlichen sind es drei Gruppen. Neureiche die kommen, weil es extravagant ist und sie es sich leisten können. Ältere Leute, die die Inseln noch auf ihrer ‚zu erledigen‘ Liste hatten und eine starke Gruppe an „bird nerds“ Vogelguckern, Leute die schon von weitem erkennen was für ein Vogel da unterwegs ist, wenn Du oder ich erst einen Punkt am Himmel sehen. Allen gemeinsam ist, dass sich viele schon vor der Anfahrt mit den Inseln beschäftigen, dann die Reise in vollen Zügen erleben und uns oft als eine Art ‚Botschafter‘ für die Erhaltung der Inseln wieder verlassen. Schlechte Erfahrungen haben wir mit Reisenden noch keine gemacht, sie werden aber auch streng überwacht. Die Reiseveanstalter müssen pro 20 Besuchern einen Führer stellen, der aufpasst.  Und bei jeder Tour ist auch ein DOC Vertreter anwesend, manchmal ich selbst. Niemand übernachtet auf den Inseln, sondern auf den Schiffen. Einige der Inseln wie die Snares darf man gar nicht betreten. Dort werden nur Buchten angesteuert von denen aus die Tiere beobachtet werden können. Auf anderen wie Campbell und den Aucklands haben wir Besucherbereiche eingerichtet, die besonders interessant sind und auch Wege angelegt. Übrigens, sogar wenn Menschen der Zutritt erlaubt würde, ist die Vogelbrutdichte oft so hoch, dass man sich gar nicht fortbewegen kann, ohne Nester zu zerstören. Die Regeln haben also ihre Berechtigung.

NZ2Go: Gibt es irgendwas Gefährliches auf den Inseln?

Eigentlich nicht. Seelöwen führen manchmal „mock attacks“, Scheinangriffe, auf, also tun so als würden sie auf einen losgehen, um dann kurz vorher noch abzubremsen. Man muss die Tiere gehörig provozieren, ihnen zum Beispiel auf die Flossen treten, um einen Biss zu riskieren. Ein paar Wissenschaftler, Snares wird von vielleicht 10 pro Jahr besucht, wurden tatsächlich gebissen, weil sie den Tieren zu nahe gekommen waren.

Albatrosse sind riesig aber sanftmütig. Wir bringen den Leuten bei woran sie erkennen, wenn sei einen Albatross nerven und sich in dem Fall dann zurückzuziehen. Da ist noch nie etwas passiert.

Und dann gibt es natürlich das vorhersehbar unvorhersehbare Wetter. Ein paar stürmische Tage auf See gehören dazu. Die meisten gewöhnen sich aber nach 2 oder 3 Tagen an den Wellengang. Wir hatten auch schon 90jährige Besucher. Alles kein Problem.

Und überhaupt, mit zwei kleinen Kindern wäre ich auch gar nicht in dem Job, wenn es da etwas Gefährliches gäbe. Wir sind gut vorbereitet und wissen was wir tun. „Brent does not do dangerous“ – lacht.

NZ2Go: Was ist das Verrückteste, das Dir in all den Jahren auf den Inseln passiert ist?

Auf Campbell Island führte ich eine Besuchergruppe durch mannshohen Tussock, der einem nicht erlaubte irgendwas zu sehen als das Gras vor der Nase. Dann fühlte sich plötzlich der Boden so komisch an, und noch ein Schritt, und irgendwas stimmte nicht. Ich war versehentlich auf den Rücken eines Seelöwen gestiegen! Der rannte Gott sei dank in der andere Richtung, und ich in die entgegengesetzte.

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NZ2Go bedankt sich herzlich bei Brent Beaven für das hochinteressante Gespräch.

 

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SlideStory: Taranaki – Mount Egmont

Wir stehen vor einer neuseeländischen Ikone.

Eingebettet im fast kreisrund-symmetrischen Egmont National Park, im wesentlichen nur von Flachland umgeben und oft von einer strahlend weißen Schneekrone abgeschlossen, ist der Vulkan Mount Egmont weithin erkennbar, falls er – im Land der langen Wolke – nicht gerade wieder in Nebelschwaden verschwindet.

Ähnlich wie Mount Washington in den USA oder der Harz in Deutschland hat es ein alleinstehender Berg nicht leicht. Ungeschützt ist er dem sich ständig ändernden Wetter ausgesetzt und das heißt, dass ihr noch mehr als bei gewöhnlichen Bergtouren beim Egmont auf alle Eventualitäten vorbereitet sein solltet. Ich nehme immer ein 1-Personen Leichtzelt (da passen auch zwei nicht ganz große Leute rein) für den Notfall mit. Es ist erstaunlich wieviel Wind und Regen diese Minizelte aushalten – auch wenn es bei mir am Egmont noch nicht zu einer ungeplanten Zeltsituation gekommen ist. Weil der Aufstieg zum Teil sehr steil ist, empfehle ich auch ein Paar Trekking-Stöcke für die weniger Balancegeübten.

Gottseidank ist der Egmont National Park auch von kleinen und größeren Schutzhütten übersät. Und um stressfrei den Nationalpark zu erkunden, ist es sowieso besser nicht einmal schnell rauf und wieder runter zu rennen, sondern eine Nacht in einer Hütte zu verbringen. Die DOC Webseite hat viel nützliche Information zur Tourenplanung (incl. des PDF des ausliegenden Flyers), die ich nicht dumpf übersetzen möchte. Nur soviel: schaut Euch auch die Möglichkeit an über „Adventure Smart“ jemanden darüber zu verständigen was ihr vorhabt. Es verlaufen, verunfallen und – ja – sterben jedes Jahr auch geübte Tourengänger in Neuseeland und das muss mit ein wenig Vorsicht wirklich nicht mehr sein.

Unterhalb der Baumgrenze kommt man sich übrigens wie bei „Jurassic Park“ vor. Knorrige, urzeitlich anmutende Gehölze, die ihre Wurzeln so kräftig in den Boden verankert haben, dass man zwischenzeitlich nur über Wurzeln wandert. Faszinierend.

Mount Egmont fehlt in keinem Reiseführer und das ist auch in Ordnung. Nur falls ihr schon zu genüge Buschtouren auf der Südinsel unternommen habt, könnt ihr Euch die Wanderung eventuell sparen. Allen anderen sei sie wärmstens empfohlen.

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SlideStory: Whatipu

Whatipu ist die südlichste der Dünenlandschaften, die die Waitekere Ranges nach Westen hin abschließen. Wegen der exponierten Lage mit gefährlichen Strömungen kein Fall für Schwimmer und Surfer, dafür aber beliebt bei Muschelsammlern und verwegenen „rock fishermen“.

Letztere waten bei Ebbe zum Ninepin Rock (mit dem kleinen Turm oben), der bei Flut vom Festland abgeschnitten ist, und harren dort bis zur nächsten Ebbe aus.

Ich selbst versuche mein Angelglück meistens an der nordöstlichen Seite der Paratutae Insel – die im Moment aber über eine Landbrücke aus Sand auch zu Fuß erreichbar ist. Auch dort muss man aufpassen, um nicht von der Flut abgeschnitten zu werden, was peinlich werden könnte, weil man gar nicht so leicht nach oben kommt, um dem Wasser aus dem Weg zu gehen. Außerdem die instabilen Felsen im Auge behalten!

Interessant ist neben der Anglerei und der für Neuseeland üblichen Grandiosität der Landschaft incl. vieler Wanderwege auch die Anwesenheit der sehr rar gewordenen neuseeländischen Geckos. Man muss allerdings ein Kenner sein, um zu wissen bei welcher Witterung sie wann und wo in den Büschen zu finden sind. Die Aufnahme der Geckos stammt jedenfalls nicht aus Whatipu, sondern dem Auckland Museum :-)

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SideTrack: NZ Geographic Fotowettbewerb 2013

Wie jedes Jahr öffnen sich gerade wieder die Pforten zum „Photographer of the Year“ Wettbewerb von New Zealand Geographic (auch auf FB). Die Konkurrenz ist zwar formidabel, aber man wäre ein ganz schlechter Kiwi, oder Kiwi-Anwärter, ließe man sich davon abschrecken. Neuseeland gehört schließlich dem „self-made man“, der seine Talente mit gesundem Selbstbewusstsein einschätzt. Wer auf seine Neuseelandfotos stolz ist, sollte sich nicht scheuen die besten einzureichen!

Die Wettbewerbskategorien sind: Tierwelt, Landschaft, Gesellschaft & Kultur, und Fotoerzählung – also für jeden was dabei.

Die Preise können sich ebenfalls sehen lassen. Es gibt u.a. Geldpreise von mehreren tausend Dollar, einen bezahlten Fototrip mit den Edelabenteurern von Heritage Expeditions, und viele mehr.

Auch ohne Teilnahme wird sich das Blättern in den Fotoseiten von NZ Geographic, oder auch in der Flickr-Gruppe von NZG für jeden Neuseeland-Liebhaber lohnen, denn viele Bilder sind wundervoll inspirierend, und geben vielleicht Motivideen für den nächsten Neuseelandtrip mit auf den Weg.

Last, but not least, finde ich die Gewinntipps vom Profifotografen interessant, auch fürs Fotografieren ganz allgemein.

Und wenn all das noch nicht hilft, hier eine „random selection“ einiger schräger Bilder aus eigener Produktion. Ok, die werden nichts gewinnen, aber ihr habt doch bestimmt bessere, und wollt sie nicht der Welt vorenthalten. Genau! Viel Erfolg an alle diejenigen, die die Mühe nicht scheuen New Zealand Geographic „Photographer of the Year“ zu werden.

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Und um das Bild inkonsistent abzurunden, ein paar Pics aus meinem Fundus, die gar nichts mit Neuseeland zu tun haben … damit die auch mal eine Chance bekommen gesehen zu werden :-)

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SlideStory: Orokawa Bay

Versteckt in nördlichsten Winkel der Region Bay of Plenty findet sich mit Orokawa Bay ein Strand erster Güte, der noch nicht der Bauwut der Kiwis zum Opfer gefallen ist. Nicht einmal eine Straße führt dort hin. Man muss etwa eine Stunde über einen gut befestigten, aber stellenweise steil abfallenden Weg von Waihi Beach aus wandern, um dieses breite, feinsandige, von einem dichten Pohutukawa-Hain eingefasste neuseeländische Juwel zu entdecken.

Die Mühe lohnt sich. Die Aussicht auf die in Waihi Beach einrollenden Wellen bietet einen Vorgeschmack auf das aesthetische Hauptgericht an der Orokawa Bay.

Waihi Beach

Waihi Beach

Apropos Essen. Selbst mitbringen, da die Bay tatsächlich völlig unerschlossen ist. Dort gibt es nichts zu kaufen. Ich habe im Sommer übrigens ganze Gruppen junger Kiwis abends in Richtung Orokawa pilgern sehen, mit Sack und Pack, Zelt, Verpflegung usw. für eine Nacht bei Wellenrauschen an einem der entrücktesten Strände unseres kleinen Kosmos in türkis :-) … viel Vergnügen!

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