Opinion: Goodbye New Zealand?

Aus gegebenem Anlass, nämlich den Gedankenspielen befreundeter Neuseelanddeutscher ins gelobte Land der Dichter und Denker zurückzukehren.

Regelmäßige Leser dieses Blogs vermuten wahrscheinlich, dass ich mich für die Idee erwärmen kann. Denn mit der rosa Brille der vielen anderen deutschsprachigen Neuseelandseiten und -blogs, die fast immer etwas verkaufen möchten und deswegen über Kiwiland das Blaue vom Himmel herunterschwärmen, wird hier nicht hantiert.

Trotzdem muss die Betrachtung anno 2014 sehr viel differenzierter ausfallen. Nicht so sehr wegen des derzeitigen Fast-Wirtschaftsbooms in Neuseeland – der ist transient und kann so schnell wieder verschwinden wie er auftauchte. Sondern wegen der Zustände, die sich gerade im Noch-Boomland Deutschland entfalten.

Migranten, auch deutsche, neigen dazu nach langer Abwesenheit ihre Heimat zu idealisieren. War es nicht schön bei Zentralheizung den Schneeflocken zuzusehen, Glühwein am Weihnachtsmarkt zu schlürfen und mal eben fürs verlängerte Wochenende in die Toskana zu fahren? Das hat man in der neuseeländischen Bretterbude nicht. Und von wegen Kulturgenuss …

In den letzten Jahrzehnten wurde im Ausland wahrscheinlich weniger über Deutschland gesprochen und geschrieben als in den letzten Jahren der verschiedenen Banken-, Schulden- und Währungskrisen. War Deutschland Mitte der Nuller noch der kranke Mann Europas, während Wirtschaftswunderländer wie Spanien und Großbritannien gefeiert wurden, gab es plötzlich Analysen der Tugenden der schwäbischen Hausfrau zu bestaunen. Plus – ein wenig widersprüchlich – aus allen Rohren, den USA, der EU, der OECD, dem IMF usw. der ständigen Forderung doch Mal die Hausfrau wegzupacken und ein paar Jährchen hemmungslos Geld zu drucken um Friede, Freude und Eierkuchen in der Welt zu retten.

Man kam sich wichtig vor in Deutschland, mit all der Aufmerksamkeit.

Aber was ist real daraus geworden und ist Deutschland eine echte Alternative zum manchmal uninspirierenden Leben in Neuseeland?

Eine Zurückwanderung erfolgt meistens nicht aus Heimweh, sondern auf Grundlage ökonomischer Kalkulation. Wird es mir in Deutschland nicht doch besser gehen als in Neuseeland mit seiner oft traurigen Einfachheit und seinem Mangel an wirklich spannenden, modernen Arbeitsplätzen?

Schaun mer mal …

Deutschland: der doofe Mann Europas

Deutschland hatte in den letzten Jahren die Jahrhundertchance die Geschicke Europas zum Positiven zu wenden vertan. Besser gesagt, es wurde gar nicht versucht sie zu nutzen.

Alle halbherzigen deutschen Vorschläge zu irgendwelchen Reformen wirtschaftlicher oder politischer Art in Europa sind im allgemeinen Gelächter mehr oder weniger untergegangen. Fiskalpakt? Erinnert sich noch jemand? Die Maastricht-Verträge sind sowieso Geschichte. Vertragstreue und rechtsstaatliche Berechenbarkeit innerhalb der EU damit auch ad acta gelegt.

Deutschland war – in der Weltgeschichte wohl einmalig – nicht in der Lage irgendwelche Gegenleistungen zu verhandeln für die astronomischen Beträge, die es als Kredite und Bürgschaften in die Waagschale geworfen hatte. Dem Großteil der deutschen Bevölkerung ist das noch egal, denn sie fantasiert, dass der finanzielle Schaden auf wundersame Weise anderswo hängen bleibt.

Ich wage zu behaupten, dass das deutsche Unvermögen aber am schlimmsten diejenigen in Italien, Spanien, Frankreich etc. betrogen hat, die nicht über vetternwirtschaftliche Beziehungen verfügen, um sich einen von Deutschland garantierten Beamtenposten zu sichern. Die gebissenen der Korruptionssysteme hatten gehofft, Deutschland werde ein wenig mehr Gerechtigkeit in Europa etablieren. 100% reine Fehlanzeige.

Deutschland: Misswirtschaft Made in DDR

Warum das so kam? Man nehme eine ehemalige FdJ-Funktionären (‚… ich war in der DDR keine Heldin …‘) aus der tiefsten Provinz, schicke sie zum wurstfingrigen Helmut Kohl in die Lehre und setze sie sodann an den großen Tisch europäischer Politik. Ginge fast noch, denn die Funktionärin ist doch sicher von fähigen Beratern, Bürokraten und Co-Politikern umgeben?

Wer sind eigentlich Merkels Berater? Kennt jemand ein paar? Bürokraten: wer Deutschland kennt, weiß was zu erwarten ist. Co-Politiker: Merz, Koch usw. einen nach dem anderen politisch liquidiert. Übrig ist ein Heer einfach gestrickter Ja-Sager, die im entscheidenden Moment keine Ahnung haben, worum es geht.

Mit Angela Merkel ist die völlig falsche Person, zur völlig falschen Zeit am völlig falschen Ort. Die Umwälzungen, die im Moment in Europa von statten gehen, bedürfen einer an Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Gemeinwohl ausgerichteten Persönlichkeit. Und keiner für die Demokratie ein lästiges Wettlügen alle vier Jahre bedeutet, für die Absprachen in Brüsseler Hinterzimmern wichtiger sind als Gesetze und Verträge, die die Meinungen anderer als ‚nicht hilfreich‘, die eigenen aber als ‚alternativlos‘ empfindet, und aufgrund mangelnder eigener Erfahrung nicht weiß was das gemeine, arbeitende Volk fühlt und will.

Deutschland: Willige Medien als Brandbeschleuniger

Mag sein, dass Merkel eine historische Fehlbesetzung ist. Aber der schlaue deutsche Wähler wird es merken und … blablabla … er hat es nicht gemerkt. Bald zehn Jahre bleierne Rückwärtsgewandtheit und klobige Sprücheklopferei und sie merken es nicht.

Und wer will Max Mustermann in der deutschen Gasse auch wirklich tadeln? Die ganze Europaretterei wurde bewusst so hyperkomplex angelegt, dass nur noch ganz wenige in der Lage sind zu erahnen was sich hinter all den Mechanismen und Institutionen verbirgt. Im Gegenteil, die konstruierte Intransparenz der Situation macht Angst. Angst in der es das gewohnte Gesicht von Mutti Merkel erlaubt Sehnsüchte nach Stabilität und Sicherheit zu projizieren. Die Menschen hängen im Irrglauben, dass für sie schon gesorgt würde, von Mutter Staat, am Rockzipfel dieser Frau.

Sekundiert wird die Funktionärin in hemdsärmliger Weise von den sogenannten öffentlich-rechtlichen Medien. Merkels derzeitiger Pressesprecher war früher ZDF Nachrichtensprecher und hat für die Zeit nach Merkel einen Job beim ZDF garantiert. Merkels früherer Pressesprecher arbeitet heute als Indendant des Bayerischen Rundfunks. So sieht in Deutschland die politische Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien aus. Man probiere es selbst aus: im Abendprogramm der deutschen Fernsehsender läuft ständig mindestens ein Beitrag zu den Themen, die den gemeinen Bürger von seiner eigenen Nichtigkeit und der Weisheit der Eliten überzeugen soll: Hitlerzeit, Migranten- und Flüchtlingsfolklore, skandinavische Polit-Korrekt-Krimis, und verwandte Themen mit moralischem Unterwerfungsanspruch.

Deutschland befindet sich in einem Zustand fortschreitenden Realitätsschwundes. Wie in der DDR wird die Wirklichkeit zu gunsten einer kruden Ideologie ausgeblendet. Jeder tut so als glaube er die Staatsdogmatik, weil alle anderen es auch tun. Bis es eines Tages vorbei ist und es dann mal wieder keiner gewesen sein will.

Deutschland: Gebrochene Identität trifft Globalisierung

Neulich im Focus musste ich mich schon sehr wundern. Da durfte irgendein Akademiker schreiben, dass das deutsche Nationalbewusstsein gebrochen sei und deswegen kein Integrationssubstrat mehr für Migranten darstelle. Wer will schon Teil einer nicht-Nation, oder nicht-Kultur sein?

Darf der das? Anscheinend nicht, denn ich kann den Artikel auch nach intensiver Suche auf der Focus Online Webseite nicht mehr finden.

Ganz im Ernst: ‚deutsche Kultur‘, ‚deutsche Nation‘ – sowas sagt man in Deutschland heute nicht mehr. Kommt peinlich an. Würde mich jedenfalls interessieren, was der gemeine Deutsche heutzutage auf die Frage antworten würde, was ‚deutsche Kultur‘ eigentlich sei. Wahrscheinlich irgendwas mit Grundgesetz. Und dann schnell das Thema wechseln.

Fakt ist, dass in Deutschland schon heute die Deutschen und ihre vorgebliche Kultur zur thematischen Minderheit geworden sind. Die gesellschaftliche Debatte zentriert sich sehr viel intensiver um die Interessen von Migranten und Randgruppen aller Art, je fremdartiger und exotischer, desto besser. Man feiert eine neue Willkommenskultur sowie die Abschaffung der eigenen. Im Grunde wird so eine Reise nach Deutschland heute zu  etwas wie einem Besuch im Museum. Das Gefühl kultureller Dynamik existiert nicht mehr. Es ist ersetzt worden von einem äffischen Anpassen an eine eingebildete globale Trivialleitkultur.

Ein Land, das im Zeitalter massiver globaler Menschenströme sein Selbstbewusstsein abgelegt hat, hat meiner Meinung keine Aussicht zu bestehen.

Deutschland: Die Folgen der Abwicklung

Die Symptome des Verfalls sind allenthalben zu bestaunen. Ich ziehe ein paar Brownsche Kreise.

Doppelte Staatsangehörigkeit: ein Reizthema unter deutschen Ex-Pats; hatte die durch SPD und Grüne geplante Massenvergabe einer deutschen Zweitstaatsangehörigkeit an Migranten in Deutschland 1999 in Deutschland noch einen politischen Sturm entfacht, so wird die Neuauflage der SPD-Wählerschichtsverbreiterung heute ignoriert. Ist halt jeder, der gerade da ist ein Deutscher, und die Deutschen z.B in Neuseeland will man umso schneller los haben. Ist ja egal.

Europäisches Hartz-IV-Grundgehalt: Deutschland zeigt hier mal wieder, dass es zur europäischen Provinz geworden ist. Jeder ist willkommen und darf sofort aus dem vollen Sozialetat schöpfen.

Verkommene Infrastruktur: Für den Deutschen reicht das Nötigste und oft nicht einmal das. Irgendwie ist vieles in Deutschland hässlich. Kaputte Straßen, kaputte Autobahnen, kaputte Brücken, dauernd Stau. Wenn man durch die ‚Krisenländer‘ wie Spanien oder Frankreich fährt, dagegen kunstvolle Plastiken in jedem zweiten Straßenkreisel.

Unfähigkeit / Unwille zu Großem: Elbphilharmonie, Flughafen BER – Denkmäler der Inkompetenz. Reden wir nicht mehr vom Transrapid. Den hat Deutschland auf Betreiben der Grünen nach China verschenkt. Ansonsten fressen noch irgendwelche Prestigebauten in Ostdeutschland die Restkapazitäten auf, das überflüssige Berliner Stadtschloß zum Beispiel. Ach Ja, und Stuttgart 21 nicht vergessen. Also gar nicht erst anfangen etwas zu bauen, weil zu teuer. Die paar hundert Milliarden für irgendwelche Griechenlandzahlungen sind allerdings niemandem in Deutschland zu teuer. Da wird konsequent die Klappe gehalten.

Geschärfte Feindbilder: Je größer die Inkompetenz daheim, desto stärker der Hass auf die Welt außerhalb des politisch korrekten Zwangskonsens. In Syrien macht man sich mit Terroristen gemein und schaut zu, wenn Neudeutsche mordend in den Dschihad ziehen. Hauptsache Herrn Assad ganz dolle gehasst. Dann Putin, oh je, Putin. Ein ganz Böser. Hat BP und Shell rausgeworfen, um russische Rohstoffe für Russland nutzbar zu machen. Eine üble Menschenrechtsverletzung. Und der arme Janukowitsch in der Ukraine. Hätte er doch nur den EU-Assoziierungsvertrag unterschrieben. Dann wäre er heute ein ganz Lieber. Aber sooo … jetzt muss man auch ihn hassen. Kindische Feindbilder zur Übertünchung eigener Unfähigkeit – kein Zeichen aufstrebender Systeme.

Ungehemmte Funktionärsselbstbedienung: Wird man heutzutage wegen eines Promotionsplagiats aus dem Kabinett geworfen, winkt danach der Posten des deutschen Botschafters im Vatikan. Bei einer anderen Partei, der sogenannten FDP, bleiben Abschreiber gleich ganz auf ihren Abgeordnetenmandaten im Europaparlament sitzen. Ist ja egal. Einer davon hetzt sogar noch gegen Deutschland, zweimal egal. Und das ist kaum die Spitze des Eisberg. Die wird, zum Beispiel, gebildet von den ‚Entwicklungshelfern‘ der GIZ, gutmenschlichen Prunkstücken, die den Rachen nicht voll bekommen. Oder den Abgeordneten des Bundestags, die fast alle reine Funktionärskarrieren hinter sich haben (50% Berufspolitiker, 20% Beamte, insgesamt nur 2 Arbeiter). Das System Merkel schafft mit erschreckender Skrupellosigkeit flächendeckend Selbstbedienungsmöglichkeiten für vermeintliche Stützen des Systems.

Erodierendes Leistungsprinzip: Wer heute 15 Jahre lang als Durchschnittsverdiener in die deutsche Rentenversicherung einzahlt, bekommt als Belohnung später einmal den Hartz-IV Satz als Rente bezahlt, also als ob er nie gearbeitet hätte. In anderen Worten, die Korrelation zwischen dem was Versicherte einzahlen und später einmal ausbezahlt bekommen wird realexistierend sozialistisch abgeschafft. ‚Mütterrente‘, ‚Lebensleistungsrente‘, ‚Solidarrente‘ usw. heißen die Umverteilungskampfbegriffe des Tages.

Steigende Steuerlast: Die Funktionärin hat Deutschland die höchsten Steuererhöhungen seiner Nachkriegsgeschichte geschenkt. Die Steuerquote steigt Jahr um Jahr und wenn die Funktionärin vor der Bundesstagswahl 2013 verspricht die Steuern nicht zu erhöhen, dann heißt das nur, dass die Quasi-Steuern also Sozialversicherungsbeiträge erhöht werden und etwas später vielleicht sowieso die Steuern dazu. In Deutschland arbeiten alle für den Staat. Und dem reichen auch 600 Mrd Euro pro Jahr an Rekordsteuereinnahmen nicht. Er macht weiter Schulden.

Mittelmäßige Bildung und Forschung: Wenn ein Deutscher heute noch einen Nobelpreis verliehen bekommt, dann stellt sich meistens heraus, dass er von Deutschland ausgebürgert wurde. Im Gegenzug produziert Deutschland gerade Mal mittelmäßigen Nachwuchs, wie das schlechte Abschneiden bei internationalen Bildungstests zeigt, wobei die offensichtlichen Gründe dafür mit Diskussionstabu belegt sind. Obwohl sich einige doch trauen, ihren Unmut zu artikulieren.

Usw.

***

Deutschland ist im Moment ein besorgniserregender Ort. Nichts spricht dafür, dass etwas den Amoklauf seiner ‚Eliten‘ – hier greift echte historische Kontinuität – und seinen allmählichen Abstieg aufhalten wird. Vieles spricht dafür, dass man als Normalbürger immer mehr von einem System benutzt wird, das seinen Wurzeln in der DDR von Tag zu Tag stärker ähnelt.

Im Einzelfall mag es trotzdem gute Gründe für eine Rücksiedlung von Neuseeland nach Deutschland geben.

In vielen Bereichen, zum Beispiel High Tech, ist es einfach schwer in Neuseeland die Füße auf den Boden zu bekommen, weil Neuseeland für solche Tätigkeiten nur einen winzigen Markt bietet. Deutschland bleibt in dieser Hinsicht bis auf Weiteres ein besseres Pflaster.

Wer eine halbwegs gute, oder zumindest andere Universitätsausbildung zu geringen Kosten sucht, ist in Deutschland sicher auch besser bedient als in Neuseeland. Das gilt für eine betriebliche Ausbildung / Lehre, deren Äquivalent in Neuseeland längst abgeschafft worden ist, noch viel mehr.

Die öffentliche Gesundheitsversorgung in Deutschland ist in meiner Beobachtung trotz grässlicher Ineffizienzen immer noch leistungsfähiger als das neuseeländische Gegenstück – für den einen oder anderen vielleicht auch relevant.

Der Rest sollte sich gut überlegen, ob ein Land, das sich in einem kulturellen und sozialen Zersetzungsprozess befindet, der bald auch auf die Wirtschaft übergreifen dürfte, wirklich der Mühe Wert ist. Eine halbe oder sogar ganze Generation mag es noch gut gehen, denn es gibt viel Substanz, die man verfeuern kann, aber meinen Kindern würde ich Deutschland ohne baldige und sichtbare Erneuerungsprozesse nicht zumuten.

12 Antworten auf Opinion: Goodbye New Zealand?

  1. Quarkleser sagt:

    So, ich habe jetzt zwei Stunden auf diesem Blog verbracht – zwei Stunden, die mir viele Einsichten über Neuseeland und ein gutes Stück Sympathie für den Blogschreiber eingebracht haben.
    Sogar diesem etwas sehr aus der Entfernung geschriebenen Wutanfall über Deutschland konnte ich Einiges abgewinnen: Ist vieles richtig dran, wenn auch halt ziemlich einseitig und darum im Ergebnis leider falsch.
    Was mich aber ein für Male wirklich von diesem Blog abschreckt, ist, dass so ein rechtsradikaler Kommentar wie der von Enki seit dem 4. März unwidersprochen hier herumsteht.
    Da wird mit Geschichte argumentiert ohne jedes Bewusstsein für Geschichte und ohne jede weitergehende Kenntnis der Geschichtswissenschaft. Enki wird zwei Bücher gelesen haben (wenn überhaupt) und drei Vorträge besucht haben (wenn überhaupt), und jetzt meint er es besser zu wissen als ein Heer von Journalisten, die recherchieren, Wissenschaftlern, die Quellen sichern und bewerten, Zeitzeugen, die sich erinnern und aus erster Hand erzählen … Es wird bei Enki nur das zur Kenntnis genommen, was zur eigenen Meinung passt; Wissenschaft, Forschung, minutiöse Rekonstruktion und zeitgeschichtliche Einordnung werden geradezu abgelehnt, damit das eigene holzschnittartige Weltbild bestehen bleiben kann; es bestehen nicht einmal die grundsätzlichsten Kenntnisse über die Geschichtsforschung – Quellensicherung, Quellenkritik, Umgang mit Quellen, historisch-kritisches Argumentieren etc.
    Im nächsten Satz wirft er mit biosoziologischen Thesen um sich geworfen ohne jede Kenntnis, wie diese einzuordnen sind und welche alternativen Erklärmodelle in der wissenschaftlichen Community bestehen, diskutiert und wie sie bewertet werden. Gerade wenn er sich für diese Themen interessiert, sollte er sich doch kundig machen und etwas dazulernen – und dankbar sein dafür, welche Erkenntnisleistungen an deutschen, aber auch internationalen Universitäten es zu diesen Themen gibt. Er würde sich wundern, was andere zu diesen Themen schon gedacht, erforscht und nachgewiesen haben.
    Es wird die Realität nicht zur Kenntnis genommen, sondern in einem biologistischen Phantasiereich gelebt, in dem sich „Völker“ voneinander abgrenzen müssten, als wären wir dumpfe Tiere. Was wir ja auch werden, wenn wir so dumpf denken, wie Enki es tut.
    Es wird in die Breite gegangen und mit unbewiesenen Allgemeinplätzen von Thema zu Thema gehopst, statt in die Tiefe zu gehen und irgendetwas von seinem Mist zu beweisen. Warum? Weil seine Argumentation das In-die-Tiefe-Gehen und Nachweisen des behaupteten Unsinns überhaupt nicht vertragen würde vor lauter innerer Widersprüchlichkeit.
    Z.B. „Herdenmenschen“: Als wäre der Deutsche, der da so so seltsam zerrissen einerseits überlegen gezeichnet wird, andererseits zu doof zu merken, dass er unterdrückt wird. Was denn nun – Tier oder Supermensch?
    Natürlich beides nicht, aber das kann Enki nicht zugeben, denn dann würde sein aus nachgebeteten Phrasen bestehendes Weltbild zusammenkrachen wie die Berliner Mauer, und er müsste anfangen, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen.
    Was schmerzhafter, aber auch interessanter ist als der in den Augen beißende Qualm an Unsinn, den er verbreitet.
    So, damit ist Enki widersprochen – und ich aber als Leser bin weg. Ciao ciao

    • Peter sagt:

      Hi Sabine

      Ich habe hier auch schon links- bis blödradikale Thesen NICHT gelöscht oder mich zu Entgegnungen zwingen lassen und ich plane auch in Zukunft eher neuseeländische statt deutsche Standards der freien Meinungsäußerung walten zu lassen. Das ist hier kein Umerziehungslager, sorry.

      „We agree to disagree“ ist eine quintessentiell antipodisch-angelsächsische Lebenshaltung, die sagen will, dass man die Meinung anderer – auch wenn sie weh tut – tolerieren kann ohne zu hassen, herabzuwürdigen oder zu strafen. Genau das fehlt in Deutschland weitflächig, hat bereits zu gesellschaftlichen Katastophen geführt und so wie es aussieht hat sich leider nicht viel geändert.

      Insofern bleibt meine Prognose für Deutschland düster.

      Bye!

  2. Enki sagt:

    Schön geschrieben, aber die Ursachen habt ihr nicht begriffen. Das deutsche Volk wird von einem bösartigen Besatzungsregime regiert und unterdrückt. Das deutsche Volk hat keine eigene Stimme, denn alle Medien in der BRD sind unter Kontrolle der gleichen international agierenden Gruppe, die auch das Geldsystem kontrolliert und besitzt(!). Sie haben es durch permanente Lügenpropaganda geschafft, den Großteil des dt. Volkes seelisch zu zerstören und den eigenen Hass gegen sich selbst zu richten. Das ist bereits extrem pathologisch! Eine Änderung zum Besseren, kann, wenn überhaupt, nur nach einem Zusammenbruch des US-geführten westlichen Systems erfolgen. Das wird natürlich hart werden.
    Im Übrigen, wer glaubt in vielen anderen Ländern der westlichen Welt herrsche Freiheit, der irrt sich gewaltig. In der BRD ist es nur etwas extremer. Z.B. herrscht in den USA der gleiche Tugend- und Staatsterror (z.B. Überwachung der Bevölkerung, immer schärfere Kontrollen, …).
    Was kann man tun? Widerstand ist die einzige Antwort! Widerstand muss nicht Gewalt bedeuten, sondern, und das empfehle ich z.Z., sollte sich jeder überlegen, wie er etwas Sand in das Staatsgetriebe werfen kann. Wenn der Mut dazu nicht reicht, dann sollte man wenigstens nicht bei der Schmierung des Systems helfen. Weglaufen ist auch keine Lösung, sondern es zeigt nur die eigene Feigheit.

    • Peter sagt:

      Hi Enki

      Hmmm … und das lassen die Menschen in D einfach mit sich machen? Ich meine angesichts des ständig beschworenen Antifaschismus, müsste sich doch eine nicht ganz kleine Gruppe Menschen finden, die auf ihr Recht auf Meinungsäußerung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit pocht? Ist es nicht eher so, dass viele sich einfach haben einlullen lassen? IPad, Urlaub, anderer Quatsch, von mir aus sogar Hobbit-Urlaub in Neuseeland :-) … lassen sich die Menschen ihre Rechte nicht eher abkaufen? So wie früher Eingeborene ihr wertvolles Land für ein paar Glasmurmel hergaben?

      • Enki sagt:

        Hallo Peter, der größte Teil des deutschen Volkes besteht, wie bei allen anderen Völkern auch, vorwiegend aus „Herdenmenschen“, die geführt werden müssen. Seit dem 2. WK wurde dem deutschen Volk das nationale Rückgrat gebrochen, es jeder eigenen Führung beraubt und den Menschen ein krankes, egoistisch-materielles Weltbild anerzogen. Leider war der Widerstandsgeist nicht ausreichend, um dem zu widerstehen.
        Bedenken Sie auch, dass Menschen, die abweichende Meinungen zur Geschichte öffentlich vertreten, mit immer größerer Härte zu rechnen haben. Bisher liegt der Rekord bei 12 Jahren und 2 Monaten Gefängnis. Dieser Mensch ist 70 Jahre alt, also bedeutet das quasi lebenslänglich. Er hat niemanden getötet, verletzt, ausgeraubt … er hat nur eine andere Sicht auf die Geschichte immer wieder öffentlich vertreten. Wie viele Menschen gibt es in anderen Ländern, die diesen Mut hätten?
        Wie soll ein Volk eine bessere Zukunft gestalten, wenn es keine eigene Führung und keine eigene Stimme (Medien) hat? Die BRD ist nun einmal fremdbestimmt. Die, die das Sagen haben, und das sind keine Deutschen, wollen mit aller Macht das Volk beseitigen. Sie haben es immer wieder öffentlich (im Ausland) verkündet. Das Ziel ist leider nah.
        Die Entwicklung in der BRD wird in Zukunft als Blaupause dienen, um auch andere Völker zu versklaven. „Gute“ Ansätze sind in der EU bereits vorhanden.
        Nehmen wir zum Vergleich die Franzosen. Die toben zwar immer wieder einmal auf der Straße herum, aber bei wichtigen Dingen haben sie auch nichts zu sagen. Bei der Einführung des Euro oder der Osterweiterung der EU wurden auch sie nicht gefragt. Sowjeteuropa ist nicht mehr fern.
        Natürlich wird ein großer Teil das Volkes mit „Glasperlen“ ruhig gestellt, aber ohne eine entschlossene eigene Führung wird es keine bessere Zukunft geben. Das gilt übrigens auch für andere Völker, die vermeintlich frei sind.
        Übrigens: „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“ Die „Antifaschisten“ sind heute die, die jede abweichende Meinung durch Terror unterdrücken.

  3. Pat sagt:

    Alles richtige Sachen, bloß stellt sich die Frage ob die „großen“ Probleme für sein eigenes Leben wirklich relevant sind?
    Klar kann man Kaffeesatz lesen und über die Zukunft spekulieren, da sieht es in der Tat wirklich nicht so rosig für Europa aus.
    Aber ich würde doch sagen, es ist sinnvoller sein Handeln ganz konkret an der eigenen Situation, den Möglichkeiten und Bedürfnissen auszurichten, als den Nachrichten.
    Wenn ich Abwechslung brauche und jedes Wochenende in einer anderen Grossstadt abfeiern will und das möglichst noch in anderen Kulturkreisen, ist wirklich NZ nicht unbedingt der geeignetste Ort. Erst recht nicht wenn mir nicht die finanziellen Möglichkeiten geboten werden.

    • Peter sagt:

      Hi Pat

      Völlig interessante Frage, ob die großen Dinge der Welt wirklich bedeutend sind, für uns arme Würstchen. Ich denke letztlich Ja. Irgendwann dringen die großen Fragen und Antworten sowieso in die letzte idyllische Fuge ein und verderben die Illusion des privaten Glücks. Wenn Merkel einfällt morgen allen 10% zu enteignen, wegen der Rettung Europas oder einer anderen Lüge, dann kann man sich nicht mehr verstecken. Und indirekt (wie es ihre Art ist) hat sie den Menschen doch schon genug genommen. Nicht nur Geld, sondern vor allem Freiheit und Würde.

      Mir wäre es am liebsten, wenn Deutschland endlich aus der Merkelnarkose aufwachen würde. Man kann die Partys in anderen europäischen Kulturen noch viel mehr genießen, wenn endlich diese Kleinbürger, Manipulierer und Moralapostel wieder dort sind wo sie hingehören, in der Gosse der Geschichte nämlich.

      Apart from that … Ja, für Kulturorientierte hat Neuseeland nicht viel zu bieten. Umso wichtiger, dass das „alte Europa“ nicht kaputt geht.

  4. Hank sagt:

    Danke für diesen unglaublich scharfsinnigen und präzisen Beitrag!

  5. Patrick sagt:

    Hsallo Peter,

    so schnell wird sich nichts ändern!! In Frankreich, Belgien und Holland sind die „Rechten“ sehr stark geworden und werden die nächsten Wahlen gewinnen!! Und da gehts schon löos, ich mag die FN in Frankreich nichts, weil die mit Anitsemiten zusammenarbeiten bzw. selber Judenhasser sind und weil sie jedne Araber für nen Terroristen halten, aber wenn ich sehe wie Deutsche Medien die FN behandeln, bloss weil sie den Franc einführen will und aus der EU austreten möchte, da wird so getan als sie die FN die neue NSDAP! Oder was die Schweizer gerade gemacht haben, ist bei dir in Neuseeland doch Standard! Man lässt nur eine bestimmte Zahl von Einwanderen ins Land!! Das macht selbst ein Land wie Namibia so und die sind wirklich arm!! Aber jetzt sind für die Deutschen Medien und Poltiker die Schweizer Rückständig und Fremdenfeindlich!!! Oder die Sache mit der Ukraine!! Aiuch wenns keiner sehen will, aber die Ukraine hat in ihrer Geschichte der letzen 100 Jahre mehr mit Russland zu tun gehabt als mit Westeuropa!!! Ukrainisch hat mehr mit Russisch als mit Deutsch oder Spanisch zu tun! Mehr als die Hälfte der Ukrainer hat Family in RUssland und spricht russisch als Muttesprache!!! Aber die EU tut jetzt so, als ob man die Ukraine aus dem griff der Russen entreissen müsste, weil die Russen sooo böse sind und nur das Schlechte für die Ukraine wollen!! Klitschko, dieser Clown ist eine Marionette, seine Partei wird von der Konrad Adenauer Stiftung finaziert und die haben ihm sein Parteirpogramm geschrieben!!! Kann man nachlesen, sagen Ukrainer die in seiner Partei sind sogar selber!! Und im Jahr 2020 soll ALBANIEN, kein Witz Mitglied in der EU werden!!! Und du meinst ernsthaft da wird sich noch was ändern?????
    Indien wird im Jahr 2020 besser darstehen als Albanien, soviel ist sicher…….

    http://www.heise.de/tp/artikel/40/40966/1.html
    Ohne Worte………..

    • Peter sagt:

      Hi Patrick

      Das mit dem Parteiprogramm der Klatsche wusste ich gar nicht, danke für die Info :-)

      Ein paar Monate bevor die Sowjetunion unterging hätte niemand deren Fall für möglich gehalten. Solche Systeme, und Deutschland und die EU zähle ich inzwischen dazu, sehen mE oft stabiler aus als sie sind. Irgendwas wird den Sturz auslösen und wir werden es mutmaßlich noch erleben. Freuen tue ich mich trotzdem nicht darauf. Bei Umwälzungen dieser Art wird vielen Leuten weh getan, die es eigentlich nicht verdienen.

      Klar, Neuseeland regelt seine Einwanderung selbstbestimmt. Australien auch. Obwohl dort auch ein Kulturkampf tobt, Recht auf Selbstbestimmung vs universelles Landerecht für alle Boote der Welt. Die Balance liegt in diesen Ländern aber viel eher bei der Selbstbestimmung. Unkontrollierte Einwanderung wird von den üblichen Lobbygruppen vertreten, vor allem Journalisten.

      Sorry, aber ich bleibe Optimist. Irgendwie wird sich Europa hoffentlich von seinen Meinungskontrolleuren befreien. Es darf doch nicht wahr sein, dass dieser wunderbare Kontinent jahrhundertelang seine Tyrannen abschüttelt, nur um jetzt von ein paar ungebildeten Medien- und Politikvertretern ver__scht zu werden.

      Good luck to all of us,
      PP

  6. Patrick sagt:

    Tja Peter, da kann ich nicht viel dazu sagen, DU hast schon alles gesagt!!!!
    Nur mal soviel, eine Demokratie war Deutschland noch nie, wir wurden immer von Kaisern und Königen beherrscht, nur dass die heute anders heissen! Für das Volk hat man sich noch nie interessiert, oder warum soviele Urteile in Strafprozessen wo die Tätert noch fast für die Tat belohnt wurden, warum kürzt man bei Behinderten, den Schwächsten der Gesellschaft die Mittel, warum stellt man Arbeitslose aufs Abstellgleis oder lässt sie ihn „Fortbildungen“ sinnlos ihren Namen tanzen, warum zahlt man 60 Milliarden für Griechenland, oder noch mehr, für ein Land wo schon Helmut Kohl im Jahr 2000 sagte, die Griechen dürfen nie in die EU weil sie nichts drauf haben, salopp gesagt!
    Für Irland haben wir auch gezahlt, Spanioen und zypern ja auch und bald werden Kroatien und Serbien folgen! Die NPD bringt Sprüche wie „Geld für Deutsche Omas statt für Sinti und Romas“, klingt hart, aber die haben recht!!! Wenn Roma in Bulgarien und Rumänien schlecht behandelt werden, ist schlecht aber nicht das Problem von Deutschland!!! Den sonst können wir ja gleich den halben Kongo in Deutschland aufnehmen, die haben dort sogar Bürgerkrieg!!! Wenn man das laut sagt, wird man gleich als Nazi beschimpft und von allen fertig gemacht!!! Wenn ich als Arbeitsloser ohne Ausbildung in Neuseeland Asyl will, wegen besseres Leben und so lassen die mich auch niemals rein, aber wenn die Regierungen in Rumänien und Bulgarien nix gebacken bekommen, soll Deutschland es wieder mal richten!!!
    Deutschland wird untergehen, wie du sagst, kein Nationalstolz!!! Keine Wrtschaftliche Perspektive, es vor kurzem wieder gehört, wo ein Deutscher Ingenieur meinte, die Inder seien nicht so gut wie seine Deutschen Kollegen, der wird sich noch wundern!!!! Daimler baut den Chinesen in China eine Fabrik mit Schule wo Chinesen nach Deutschem Lehrplan ausgebildet werden!! Wie lange wird es dauern bis die Chinesne dort besser sind als jeder Deutsche??? Aber Deutschland verdient auch nichts anderes, schau nach Frankreich, die machen Straßenschlachten weil die Regierung das Rentenalter um 3 oder 4 Jahre anhebt und in Deutschland??? Wir lassen uns alles gefallen, hier wird diskutiert ob man Schwulsein in der Schule behandeln sollte, wird zum wichtigen Thema, wer Deutsche Schulen und das System kennt weiß, es gibt soo viele Sachen dort zu verbessern, aber nein man redet lieber über sowas!!

    • Peter sagt:

      Hi Patrick

      Die Dauerdiskussionen in Deutschland über totale Nebensächlichkeiten fallen mir auch auf. Wahrscheinlich hat man Angst sich mit den echten Problemen auseinanderzusetzen, weil die nach vielen Jahren Nichtstun schon so groß sind und außerdem ein paar sehr unbequeme Wahrheiten nach oben spülen würden.

      Bei den Indern bin ich eher skeptisch. Zu chaotisch um wirklich zur Supermacht aufzusteigen. Die Chinesen schon eher. Aber egal was die treiben, das Thema wäre es Europa wieder auf einen zukunftsfähigen Pfad zu führen. Im Moment geschieht das Gegenteil. Schuldenmachen, Gelddrucken, Besitzstände wahren. Die Chinesen müssen doch nur zugucken wie wir uns selbst erledigen.

      Aber vielleicht geschehen ja doch noch Wunder und die Menschen in Europa und D reißen das Steuer noch rum. Schön wäre es. Europa ist so ein außergewöhnlicher Kontinent. Jammerschade, dass er im Moment so sinnlos agiert.

      Gruß,
      Peter

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