Opinion: Schlussverkauf in New Guangzhou?

Lesedauer: 6 Minuten

Neuseeland, bis vor Kurzem von vielen Ökonomen noch als „rock star economy“ bejubelt, reibt sich dieser Tage die Augen wie schnell sich das wirtschaftliche Blatt wenden konnte. Der Rock Star scheint besoffen von der Bühne gekippt zu sein   :mrgreen:

Was ist geschehen?

Der Weltmarktpreis für Neuseelands Milchprodukte ist, wie für fast alle anderen Rohstoffklassen auch, in den letzten Monaten kollabiert. Und da die Rohstoffkrise vor Australien, einem der größten Handelspartner Neuseelands auch nicht Halt gemacht hat, verstärkt sich dieser Effekt noch. Die Folgen des Milchpreisverfalls sind im Alltag zwar noch nicht angekommen, da geringere Einkommen der Bauern bei Konsum und Kreditforderungen der Banken erst noch einschlagen müssen, aber der Stolz auf das ach so gute neuseeländische Wirtschaftsmodell ist spürbar gedämpft.

Gleichzeitig fällt der Kiwidollar momentan rapide, vor allem gegen den US Dollar, der sich in Erwartung der ersten Zinserhöhung in fast einer Dekade Notstandspolitik der US Notenbank gerade stabilisiert. Sogar gegen die Neo-Lira namens ‚Euro‘ ist der Kiwi innerhalb weniger Wochen von einen Kurs von etwa 1,40 NZD pro Euro auf 1,67 NZD gefallen. Das ist nicht nur dem Milchpreis geschuldet, sondern auch massiver Spekulation. Neuseeländische Banken wetten mit Leerverkäufen derzeit massiv gegen die eigene Währung.

Last, but not least, sorgt die Immobilienblase in Auckland für immer mehr Unmut. In angelsächischen Spekulationsökonomien normalerweise als Zeichen einer starken Wirtschaft gefeiert, ist vielen Neuseeländern die Freude am „money for nothing“ vergangen, seit einerseits klar wird, dass die eigenen Kinder sich den überteuerten Wohnraum gar nicht mehr leisten können, oder auf Jahrzehnte hin Hypotheken abzahlen müssen, und dass andererseits die Umsätze und Aktivität auf dem Immobilienmarkt vor allem von Festlandschinesen ausgehen, unterlegt von deutlichen Anzeichen massiver Geldwäsche.

Cherchez la Chine

Apropos China. Dessen Planwirtschaft gerät zur Zeit offenbar an ihre Grenzen. Um den Aktienmarkt zu stabilisieren, haben die roten Kaiser eben Mal per Gesetz einen Verkaufsstopp für Aktien verfügt. Einen fetteren Daumen im Marktgetriebe kann man sich kaum vorstellen. Auch die unglaubliche Ausdehnung des Schuldenstands Chinas seit 2009, aus der Angst der Machthaber vor Unruhen der damals massenhaft arbeitslos Gewordenen, lässt sich nur noch durch immer neue Manipulation beikommen. Die Situation ist fragil und just im Mai 2015 kündigte die Regierung in Peking an Kapitaltransfers aus China, die bisher über illegale Vehikel abgewickelt wurden auch legal zu vereinfachen.

Kein Wunder, dass die chinesische Binnenwirtschaft deutlich an Dynamik verliert während reiche Chinesen in nie da gewesener Zahl ihr Geld ins Ausland, auch Neuseeland, schaffen, um sich abzusichern.

Schuldig in Sinne der Anklage: China, USA, EU, Großbritannien, Japan usw.

Sind also die Chinesen allein an den Verwerfungen in Neuseeland ‚Schuld‘, einerseits weil sie weniger neuseeländische Produkte kaufen und andererseits weil sie Geld in den überhitzten Immobilienmarkt kippen und damit junge Kiwis vertreiben? Die makroökonomische These der Aucklander Wirtschaftswissenschaftler Ryan Greenaway-McGrevy und Ananish Chaudhuri deren zu Folge die aggressive Weichwährungspolitik der Pekinger Führung China zur Megaexportnation manipuliert hat, die Kiwis sich allerlei Made in China Plunder zulegten und nun die Rechnung dadurch begleichen, dass sie immer mehr Land und und die Zukunft ihrer Kinder an China abtreten, ist meiner Meinung nicht völlig falsch, greift aber zu kurz. Schließlich hätte eine aktive neuseeländische Wirtschaftspolitik dem Ausverkauf Neuseelands entgegenwirken können. Die eigene Faulheit kann man den Chinesen kaum anlasten, genauso wie die Eurofreunde Deutschlands, Frankreich, Italien und Griechenland sich nicht beschweren können (es aber dennoch tun), dass sie sich durch inflationäre Lohnpolitik relativ zu Deutschland selbst aus der Wettbewerbsfähigkeit verabschiedet haben.

Und nicht nur China manipuliert was das Zeug hält – wobei China formal wenigstens eine ehrliche Diktatur bleibt. Die USA haben viele Jahre lang ihre Währung durch Gelddrucken künstlich gedrückt. Die EU tut das Selbe, genauso wie alle anderen größeren Volkswirtschaften der Welt – und behaupten im internationalen Manipulationsgeflecht auch noch marktwirtschaftliche Volkswirtschaften zu betreiben :-)

Ja, die massive Aufblähung der globalen Geldmenge (in der EU ‚Rettungspolitik‘ genannt) quetscht die Ärmeren aus den Märkten. In Auckland mögen die Geldsäcke vor allem aus China stammen, aber sie wären nie auf die Idee gekommen einen schnellen Dollar in Auckland zu machen, hätten die neuseeländischen Banken die lokale Immobilienblase nicht mit Billigkrediten aus den internationalen Geldmärkten losgetreten, Geldmärkte, die von den Gelddruckern in Frankfurt, Washington, London und Tokio geflutet wurden und werden.

Wird Neuseeland zur chinesischen Kolonie?

Ende der 1980er Jahre herrschte Panik wegen der globalen Kaufsucht der Japaner, aber als die japanische Aktien- und Immobilienblasen dann platzte, sah plötzlich jeder, dass auch die Japaner nicht allmächtig sind. Ich bin kein Hellseher, aber China hat viel Potential sich durch Übertreibungen selbst in den Fuß zu schießen.

Langfristig ist klar, dass sich Europa, insbesondere die EU gerade aus dem Kreis der international relevanten Mächte verabschiedet. Wer sich von einem korrupten Kleinstaat wie Griechenland brutalst möglich bloßstellen lässt, vernichtet in Tagen Ansehen, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Wer dazu noch eine Invasion illegaler Migranten einlädt und die eigene Küstenwache und Marine in den Dienst von Schleusern stellt, sich also elementar unfähig zeigt die eigenen Grenzen und damit Interessen zu schützen, verspielt den Rest von Achtung.

Die USA beherrschen deweil noch immer die internationalen Finanzmärkte und Schlüsseltechnologien, vor allem die rasant wachsende Softwareindustrie. Dennoch zeigt der Fall Obama, dass sich eine globale Führungsmacht ohne Sinn und Verstand dazu hinreißen lässt Länder wie Libyen oder Syrien zu zerstören ohne der Probleme in Afghanistan oder im Irak je Herr geworden zu sein. Hillary Clinton, fast unvermeidlich Obamas Nachfolgerin im Präsidentenamt als Architektin der Katastophen in Libyen und Syrien lässt nur Schlimmeres erahnen – obwohl Zyniker meinen, sie hätte den Massenmord in Libyen und Syrien bewusst inszeniert, um das nahe und überforderte Europa zu destabilisieren und Amerikas Vormacht zu zementieren.

Es ist also unausweichlich, dass China eine immer größere Rolle in Neuseelands Schicksal spielen wird, denn weder Neuseeland selbst noch Chinas außenpolitische Konkurrenz werden China aufhalten. Neuseeland hat über Jahrzehnte darauf verzichtet auch nur den Versuch zu unternehmen in Zukunftsindustrien zu investieren, obwohl gerade z.B. eine Softwareindustrie relativ billig anzusiedeln wäre (vergesst Xero, die machen Software für Buchhalter, die auch tausend andere Firmen herstellen). Woher soll also das Geld kommen den immer noch hohen Lebensstandard in Neuseeland zu finanzieren auf den keiner verzichten mag? Kaum von Milchpulver und deutschen Backpackern. Immobilien sind das Faustpfand, das China nun einlöst. New Zealand, you had it coming!

Ist die Wahrung neuseeländischer Interessen Rassismus?

Die Debatte um den Status Quo und die Zukunft Neuseelands wird in ihrer Vielschichtigkeit und ihren derzeit eher düsteren Aussichten für Neuseeland von den maßgeblichen neuseeländischen Politikern und ihren Truppen in den Medien nicht gewünscht. Da es dabei auch um chinesische Aktivitäten geht, liegt nichts näher als sich der im ‚Westen‘ inzwischen etablierten Unart anzuschließen Kritiker als Rassisten zu diffamieren und mundtot zu machen.

So dem sozialdemokratischen Oppositionsführer Andrew Little zugestossen, der die Unverfrorenheit hatte Interna der größten Immobilienagentur Aucklands, Barfoot & Thompson, preiszugeben, die vermuten lassen, dass 40% der Kundschaft chinesischen Ursprungs sind. Warum Mr Little sich nicht einfach offizieller Statistiken bedient? Weil die Regierung Key deren Erhebung seit Jahren ablehnt und statt dessen immer wieder schwammige und unbewiesene Behauptungen aufstellt, dass chinesische Käufer im neuseeländischen Immobilienmarkt keine Rolle spielten. Pikant: zwei chinesische Investoren (offiziell als ‚Studenten‘ gemeldet, aber mit einem Immobilienportfolio, das 26 Millionen NZD umfasst) sind dieser Tage als Großspender für Keys National Party publik geworden. Wer hier die Brücke zur Korruption schlägt, dem sei verziehen.

Dennoch fährt Finanzminister Bill English eine Angstkampagne mit seinen ominösen Andeutungen über Missfallen in der chinesischen Führung über den, Zitat, ‚Ton‘ der neuseeländischen Debatte zum Thema chinesischer Immobilienkaufrausch und mögliche negative Konsequenzen für die Wirtschaftsbeziehungen. Einflußreiche neuseeländische Wirtschaftsjournalisten wie Bernard Hickey stoßen ins selbe Horn, wobei letzterer noch mit wirklich offen rassistischen Ablenkungsangriffen auf – man höre und staune – Deutschland – zu punkten versucht. Deutschland, dank der intelligenzlosen Politik von Genossin Erika als internationaler Prügelknabe ja wieder ganz angesagt, wird sicher nichts dagegen haben  😐

Lassen sich die Kiwis von Lügenpolitikern und Lügenpresse einschüchtern? Ich glaube es kaum. Wenn Key es nicht ganz schnell schafft wieder als Vertreter neuseeländischer Interessen gesehen zu werden, sondern als Erfüllungsgehilfe internationaler Investoren und Geldwäscher, kann er sich bald ganz auf sein als Devisenspekulant ‚verdientes‘ Landgut in Hawaii zurückziehen.

Hier übrigens als Alternative zur westlichen Leerpresse eine informative Reportage über die Folgen chinesischer Immobilieninvestitionen in der ganzen Welt, ausgerechnet aus dem Hause al-Dschasira: China Home Invasion.

***

Warum liest man eigentlich weder in der deutschen online-Presse, noch in den vielen, vielen Blogs jemals etwas zu aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen in Neuseeland? Hat Genossin Erika es tatsächlich geschafft nicht nur die öffentliche Diskussion zu deutschen Themen abzuschaffen, sondern auch das Interesse an den Befindlichkeiten der großen weiten Welt einzuschläfern?

Was Erika, ganz nebenbei, allerdings sicher geschafft hat, ist es Deutschland der internationalen Lächerlichkeit preiszugeben. Wo ich auch hinkomme zerfällt in intellektuell interessierten Kreisen gerade der letzte Respekt vor Deutschland als Fels der Rationalität im Chaos unserer Tage. Warum führt diese gefährliche Frau eigentlich Krieg gegen die Vernunft und gegen das eigene Volk? Warum verplempert jemand, der sich aus dem maroden Osten kommend ins gemachte Nest gesetzt hat gerade den über viele harte Nachkriegsjahre erarbeiteten Wohlstand? Warum lässt sie sich von Pleiteländern wie Frankreich, Italien und Griechenland zur nützlichen Idiotin machen? Warum schafft sie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ab und überzieht Deutschland und Europa statt dessen mit Asylanarchie (die bereits in bürgerkriegsähnliche Zustände münden), Islam-Kritik-Verbot, plündernden Einbrecherbanden und no-go-zones?

Meine simple Erklärung ist, dass Genossin Erika im Herzen Erichs sozialistisches FdJ Kader geblieben ist und nun eine hyperautoritär umstruktierte EU im vorgeblichen Dauerkrisenmodus dazu nutzt ihren Traum vom realexistierenden Sozialismus umzusetzen. Mit ähnlich menschenverachtenden Resultaten wie in ihrer geliebten DDR.

Aber – vor allem anderen – warum laufen die Deutschen schon wieder einer so offensichtlichen Rattenfängerin nach, als hätte es nie entmündigende NS und SED Diktaturen gegeben? Wenn jemand gute Antworten hat, nur zu. Neuseeland verstehe ich inzwischen leidlich gut, aber Deutschland angesichts des Merkelregimes kein bischen mehr.

2 Antworten auf Opinion: Schlussverkauf in New Guangzhou?

  1. Stefan sagt:

    Die Flüchtlinge sind alles Fachkräfte peter! Und wenn du so über sie redest, in NZ geht das vielleicht aber in Deutschland biste damit erledigt, Internet und so da haben die Gutmenschen ja gleich deine Adresse und schwärzen dich am online Pranger, bei den Bullen und bei deinem Arbeitgeber als gaanz bösen Rassisten an!!
    Der Deutsche Staat und die Gesellschaft macht da wetigehend mit!! Gabs ja dmals schon,i n der DDR und im Nazireich! Gelernt habern wir Deutschen, zumindest die meisten von uns nicht daraus!!!

    Achja, die Preise für Rohstoffe werden auch wieder steigen, seit paar Jahrne kommen auch immer MEHR Leute nach NZ als das sie nach Oz abhauen! Das mit der Softwareindustrie ist schon richtig, aber mit seinem Tourismus und der Agrarindustrie hat Neuseeland weigstens 2 dauerbrenner die auch in 30 Jahren noch erfolgreich sein werden!
    Un die BRD?? Autos können auch andere bauen, Maschinen auch, mal gespannt wenn Deutschland im Maschinenbau und der Autoindustrie zurück fällt, dann ist es vorbei mit der Wirtschaftsmacht!!!

    • Peter sagt:

      Dass Deutschland ordentlich am eigenen Ast sägt – klar. Dass die deutschen Eliten nicht viel können als sich selbst bereichern – leider auch klar. Dass es den meisten egal ist, weil sie sich weigern über die Zukunft nachzudenken – Mutti wird es schon machen – leider am allerklarsten. Nur ist das nichts für Deutschland Typisches, sondern eine Seuche, die momentan in der ganze „westlichen“ Welt grassiert.

      Aber dass Journalisten, ein Berufsstand vor dem ich ehedem einmal viel Respekt hatte – fast flächendeckend einfach nur nachträllern, was die Obrigkeit vorgibt, und das ist in einem Land wie Deutschland, das bürgerliche Freiheitsrechte mit Händen und Füßen verteidigen sollte: nur schockierend. Ja, anscheinend nichts gelernt. Immer den Führern hinterher und bloss nicht aufmucken. Und dann noch so tun als wäre man der Rächer der Enterbten … so ein Maß an Selbstverblendung ist einmalig in der Welt.

      Naja, viel Glück mit der 4. Regierungszeit der Genossin Erika. Die haben Staat und Partei anscheinend schon beschlossen.

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