SideTrack: Urlaub in Neuseeland ist gerade 25% billiger geworden

Lesedauer: 2 Minuten

Dank der Zentralplaner in China, die sich offenbar verzettelt haben und dank aller großen Zentralbanken des Westens und Japans, deren Gelddruckerei („quantitative easing“) das Weltfinanzsystem immer weiter destabilisiert, hat der Kiwidollar seit April 2015 ganze 25% seines Werts gegenüber dem Euro verloren. Bekam man diesen April nur knapp 1,40 NZD für einen Euro sind es heute immerhin 1,74 NZD pro Euro. Schlecht für einige, aber gut für die vielen deutschen Reisenden, die gerade ihren Neuseelandtrip für die Süd-Sommer-Saison 2015/16 vorbereiten.

Über die großen Zusammenhänge die den Kurs des Neuseelanddollars treiben habe ich mich schon öfter und im Detail ausgelassen, zum Beispiel hierhier und hier. Kein Anlass zur Wiederholung, obwohl ich mich selbst dafür loben muss in meinem letzten Artikel zu Währungsfragen die Abwertungstendenz des Kiwidollars korrekt vorausgesehen zu haben :-) Naja, die Chancen lagen wohl bei 50%.

Wie es weiter geht mit dem Kiwidollar weiß ich natürlich auch nicht. Ich nehme an bzw. befürchte, dass die Zentralplaner in China und im ‚Westen‘ wieder den einzigen Trick aus ihrer monetär-fiskalischen Mottenkiste ziehen werden, den sie offenbar kennen: noch mehr Geld drucken und noch mehr sogenannten ‚Stimulus‘ verbreiten um die Märkte kurzfristig zu glätten und die Lösung struktureller Probleme aufzuschieben.

Wie dem auch sein mag, wer denkt, dass im Moment ein guter Umtauschkurs zu haben ist und mit dem Euro-Neuseelanddollar-Umtausch nicht warten will bist er/sie wirklich in Neuseeland angekommen ist, kann natürlich jetzt schon handeln.

Diejenigen, die von früheren Neuseelandbesuchen her schon über ein Bankkonto in Neuseeland verfügen, können sofort, zum Beispiel über einen der günstigen Devisenhändler im Internet ihre Euros ins neuseeländische Exil schaffen. Eine traditionelle Auslandsüberweisung von Bank zu Bank ist natürlich auch möglich, aber in meiner Erfahrung im allgemeinen teuer und langsam. Aber sogar wer noch nie in Neuseeland war und bisher kein neuseeländisches Konto unterhält muss nicht verzagen. Wie in einem früheren Artikel beschrieben (siehe „migrant banking“), ist es sehr einfach online ein neuseeländisches Konto (natürlich in Neuseelanddollar) bei einer der führenden Banken des Landes von Deutschland aus zu eröffnen, Geld dorthin zu überweisen, das gefüllte Konto nach Ankunft in Neuseeland zu aktivieren und dann bequem Kiwidollar während der Reise abzuheben.

Überweisen Sie Geld ins Ausland, zu Kursen die Ihre Bank Ihnen nicht bieten wird

Ich muss gestehen, dass ich froh bin, dass der Kiwidollar nach jahrelanger Überbewertung im Moment wieder auf ein sinnvolles Maß zurückschrumpft. Erstens ist es gut für die vielen deutschen Neuseelandfans, die wegen des extrem schlechten Umtauschkurses die Reise bleiben lassen mussten und zweitens hat der Verfall des Kiwidollars die um sich greifende Selbstgefälligkeit vieler Neuseeländer und ihrer „rock star economy“ auf ein erträgliches Maß beschnitten. Hochmut kommt vor dem Fall. Hoffentlich lernt man daraus.

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Eine Antwort auf SideTrack: Urlaub in Neuseeland ist gerade 25% billiger geworden

  1. Dom sagt:

    Der Wechselkurs ist nun fast wieder wie in 2009, als ich das erste Mal nach NZ geflogen bin – für Euromenschen damals super.

    Letztes Jahr dagegen war es kurstechnisch eine finanzielle Katastrophe.

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