SlideStory: Tongariro Alpine Crossing

Lesedauer: 3 Minuten

Tongariro ist – zu Recht – ein absoluter Star unter den neuseeländischen Natursehenswürdigkeiten, und mannigfach bis ins Detail in Reiseführern und im Internet (z.B www.tongarirocrossing.org.nz) beschrieben. Deshalb will ich nicht mit Wiederholungen langweilen.

Nur noch meine 5 Cents dazu …

Es gibt viele Möglichkeiten eine Wanderung im Tongariro National Park zu konfigurieren, von ein paar Stunden bis zu mehreren Tagen. Ich denke der Klassiker ist dennoch die ca. 8-stündige Einwegwanderung vom Parkplatz am Ende der Mangatepopo Road zum Parkplatz an der Ketetahi Road. Die habe ich auch gemacht. Teil des Mythos der Wanderung ist die gute Fitness, die man dafür – angeblich – braucht. Das kann man getrost in die Abteilung „Hype“ einordnen, um Touristen aufzustacheln. Man sollte nicht völlig schlabberig sein, aber schon ein wenig Fitness reicht, die Strecke gemütlich in den 8 Stunden zu bewältigen. Ich habe Leute „The Crossing“ machen sehen, die schätzungsweise um die 80 waren. Selbstredend: gute Wanderschuhe, ordentliche, dem (sich rasch ändernden) Wetter angepasste Kleidung und reichlich Wasser (mindestens 3 Liter pro Person) sind ein Muss.

Die in Deutschland verbreiteten Leichtmetallwanderstöcke, sollte man – so welche vorhanden – mitnehmen, da sie (sowieso) die Knie schonen und auf dem sandigen Anstieg Richtung „Red Crater“ zusätzlichen Halt geben, denn dort kann man leicht ausrutschen und sich weh tun. Dieser Typ Wanderstock ist in Neuseeland übrigens noch nicht verbreitet, und man fängt sich ein paar neugierige bis abfällige Blicke („Rentner auf Reisen“) ein, weil der Kiwiwanderpopulus wohl noch nicht entschieden hat, ob die Stöcke cool sind, oder nicht :-)

Auf dem Red Crater angekommen, ist der Wind im allgemeinen sehr stark – ich dachte es bläst mir die Brille weg – nicht gefährlich, nur was Besonderes, und natürlich Teil des Erlebnisses.

Die Strecke ist ansonsten gut ausgeschildert, man braucht i.a. also kein GPS, oder so, außer man will auf eigene Faust irgendwelche Seitenwege erforschen. Die Zeitangaben entlang der Strecke sind andererseits ziemlich unzuverlässig. Ich hatte den Anstieg zum South Crater viel schneller geschafft als prognostiziert, das letzte Stück von Blue Lake nach Ketetahi zog sich umso länger, obwohl ich mich beeilte, weil es nach Regen aussah. Die 7 oder 8 Stunden insgesamt stimmen aber wieder.

Je nach Jahreszeit und damit Länge der Tage (ich ging im Oktober) heißt das prinzipiell, dass man nicht unbedingt mit den anderen Lemmingen zusammen in aller Herrgottsfrüh losstapfen muss. Ich ging um 11 Uhr morgens los (mutmaßlich als Letzter des Tages), und hatte damit den Peloton klar verpasst. Das war schön! Dagegen spricht nur die Logistik, wenn man auf einen Bus angewiesen ist, der alle früh morgens bei Mangatepopo rauswirft und dann am Nachmittag auf der anderen Seite wieder abholt. In dem Fall muss man wohl losgehen, wenn es viele andere auch tun … prinzipiell ist das „Death Valley“ von Neuseeland aber ein viel ergreifenderes Erlebnis, wenn man es allein oder in kleiner Gruppe durchwandert, und nicht von Menschenmassen abgelenkt wird.

Ein schön bebilderter Bericht in professionellem Wander- und Bergsteigerkontext ist unlängst auch im Magazin von bergzeit.de erschienen: ‚Inmitten von Vulkanen‚, natürlich mit Tipps zur richtigen Ausstattung. Da bergzeit.de einer meiner eigenen zuverlässigen Hoflieferanten ist (deren Eineinhalb-Mann-Notzelt ist unverwüstlich und hat mir über Jahre gute Dienste erwiesen), wollte ich das erwähnt haben 😉

Last but not least noch ein kleiner Tipp zur Ketetahi Hütte: die sibirischen Donnerbalken sind ungemütlich nahe an die Hütte heran gebaut worden. Übler Geruch kann bei entsprechendem Wind bis auf die Veranda ziehen, und die vielen Fliegen können auch nur gerade auf — gesessen haben. Anders gesagt, die Hütte wäre für mich nicht die erste Wahl einen Abend in der neuseeländischen Vulkanwildnis zu verbringen.

Bitte ein Bild anklicken – dann startet die Fotostrecke.

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