Für Auswanderer und Langzeitbesucher ist die Überweisung größerer Summen von einem deutschen auf ein neuseeländisches Konto eine wichtige Angelegenheit, da schon kleine Abweichungen in der angebotenen Umtauschrate einen Unterschied von hunderten oder gar Tausenden von Euro/NZD machen können, wenn es um entsprechend hohe Beträge geht. Und gerade bei einer Auswanderung, die oft genug finanziellen Stress bedeutet, ist es ärgerlich den Banken Geld unnötig zu schenken.
Ich habe in einem der ersten Blog-Artikel die Möglichkeit erwähnt nicht einfach traditionell eine Auslandsüberweisung von einem deutschen auf ein neuseeländisches Bankkonto zu veranlassen, sondern einen ‘Devisendienstleister’ dazwischen zu schalten, um Geld zu sparen. Inbrünstig empfohlen habe ich es damals nicht, denn trotz der lächerlich hohen Gebühren, und fast schon betrügerischen Wechselkurse, die die Banken anbieten, muss man denen eines lassen: es kann eigentlich nichts dabei schief gehen.
Seit dem alten Blog-Bit ist aber einige Zeit ins Land gegangen, und ein Artikel von David Chaston bei interest.co.nz hat mich daran erinnert, mir das nochmal anzuschauen. In der Tat gibt es offenbar (inzwischen) so etwas wie eine Regulierung der virtuellen Geldwechsler, ihr Transaktionsvolumen geht bereits in die Milliarden pro Jahr, und einige werden von Institutionen mit gutem Ruf auch beworben:
- NZForex wird von der deutschen Außenhandelskammer in Auckland empfohlen, und inzwischen auch von uns bei NZ2Go, und
- HiFX ist mit interest.co.nz verbandelt, wobei HiFX meines Wissens wesentlich kleiner ist als NZForex, und schon mal in Übernahmeverhandlungen durch NZForex stand.
Keine Firma, aber immerhin ein realexistierender deutscher Blogger in Christchurch empfiehlt nach wiederholter erfolgreicher Benutzung auch den irischen Dienstleister CurrencyFair, der in der Liste von “interest” nicht vorkommt.
Prinzipiell ist der Ablauf – nach Anmeldung bei der Wechselstube - so, dass Ihr zuerst einen Umtauschkurs und Gebühren mit dem Devisendienstleister ausmacht, und dann Eure Euro auf ein Konto von z.B NZForex oder HiFX im Euroraum ggf. sogar in Deutschland selbst überweist, also nicht direkt auf ein neuseeländisches Konto, womit die unverschämten Gebühren und schlechten Umtauschkurse der Banken bei Auslandsüberweisungen entfallen. Der Devisenhändler bringt das Geld dann irgendwie nach Neuseeland (ich nehme an wegen des großen Volumens, denn die überweisen ja nicht nur Euer Geld, über die internationalen Devisenmärkte) und überweist im letzten Schritt von seinem neuseeländischen Konto an Euer neuseeländisches Konto. Wie man schon vor Ankunft in Neuseeland von Deutschland aus ein neuseeländisches Konto öffnet, habe ich in dem alten Artikel beschrieben. Ob man sich zeitlich dabei aber überhaupt so unter Druck setzen muss bezweifle ich. So eine Überweisung dauert höchstens ein paar Tage, kann also auch nach Ankunft in NZ getätigt werden, wenn man nicht sofort hohe Summen braucht.
Ein bisschen funktioniert die moderne Devisenüberweisung also wie SMSe mit WhatsApp, Viber oder Tango zu schicken, die einfach Datenvolumen abrechnen und damit viel billiger kommen als SMSe über die üblichen Telekom-Firmen.
David Chaston kommt bei einer Überweisung von 75.000 britischen Pfund nach Neuseeland immerhin auf eine Ersparnis von fast 2000 NZD durch die Nutzung eines Devisenhändlers statt einer Bank. Wenn das kein Argument ist …
Im Moment habe ich leider keine größeren Summen zu verschieben, und im Moment kann man beim Umtauschkurs von Euro-Lira auf Neuseelanddollar sowieso das Weinen kriegen, aber wenn ein hochverehrter Leser(in) in dem Bereich Erfahrungen mit anderen LeserInnen teilen möchte, dann füllt bitte die Kommentarschachtel aus. Ich bin mir sicher, dass die anderen es zu schätzen wissen.
Salute!
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