Mission: Neuseeland – jenseits von Kiwis und Hobbits

Lesedauer: 3 Minuten

Noch eine Neuseelandseite? Noch mehr Neuseelandsenf für die Blogosphäre? Muss das sein? Gibt doch schon so viele, eigentlich zu viele …

Ja, es gibt genügend Seiten zu allen möglichen Aspekten von Neuseeland, und es ist für alle was dabei, Besucher, Einwanderer, Geschäftsleute. Nach ein wenig „Research“ zum Thema Neuseeland-Image in der deutschsprachigen Blogosphäre, verspüre ich trotzdem große Lust selbst Hand an zu legen, denn das Land wird überwiegend schematisch auf ein paar Grundthemen-Klischees herunter gebrochen, ich möchte schon fast sagen herunter gewürdigt:

  • die sprichwörtliche Offenheit/Freundlichkeit/Gastfreundschaft der Kiwis
  • die grandiose, vieler Orts praktisch unberührte Landschaft, die zum Wandern, Klettern, im Wasser Herumtollen usw. einlädt
  • das exotische Flair der noch verbleibenden Maori (und der zugezogenen Samoaner, Tonganer etc.), denen aber von den weißen Kolonisten übel mitgespielt wurde und wird
  • und überhaupt wie toll-paradiesisch es (hier) ist, weil abseits der Probleme der Welt

Wie aus dem letzten Punkt klar wird, Ja, ich befinde mich gerade in Neuseeland, und es ist bei weitem nicht mein erster Kontakt mit diesem Land. Meinen alten Pass kann ich nicht finden, aber es muss Januar oder Februar 1989 gewesen sein, als ich das erste Mal Fuß auf die Inseln setzte. Ich kann mich noch gut erinnern, Landeanflug auf Auckland … tiefblaues Wasser, grüne Hügel, Pferde, die friedlich grasten. Ein bleibender Eindruck. Ich verbrachte damals ein Jahr in NZ, während dessen ich an der Canterbury Universität in Christchurch studierte (damals noch ein unerhörtes, fast skandalöses Unterfangen), bis ich Mitte 1990 nach Australien weiter zog, wo ich dann den Rest des Jahrzehnts verbrachte. Nun eigentlich war das nicht so geplant gewesen, aber mehr dazu im Verlauf der sich langsam entfaltenden Story bzw. Stories. 1992 war ich dann vorläufig das letzte Mal in Neuseeland, im Zusammenhang mit einer Liebesgeschichte (auch dazu bald mehr – vielleicht – wenn man mich nett darum bittet :-) ), dann war erst mal Ruhe bis ins Jahr 2005.  Von da an, bis heute war ich immer wieder mal hier – on and off – mit dem Hintergedanken in Neuseeland einmal wenigstens semi-sesshaft zu werden.

In all den Jahren hat sich so einiges an Wissen angesammelt zu Land und Leuten, sowohl was Neuseeland als auch Australien angeht. Für mich ist es eine Realität meines Lebens und Selbstverständlichkeit, in Neuseeland, Australien und Deutschland gleichzeitig zu leben – dazwischen auch mal ein paar Jahre in Indien und anderen Ländern – no big deal. Ist doch normal, macht doch jeder so, oder?

Eben nicht. Die Biografien der meisten Deutschen sind immer noch viel weniger ‚globalisiert‘ und ‚multikulturell‘ als die meinige, und mit diesen Menschen, die vielleicht gerade am Anfang eines großen Abenteuers stehen, und sich im üblichen Maelstrom von Fragen und Unsicherheiten befinden, möchte ich gerne ein wenig meine Erfahrungen teilen. Potentiellen Einwanderern kann die Seite helfen sich intensiv mit ihrer Entscheidung für ein neues Leben in Neuseeland auseinander zu setzen, denn erst einmal hier angekommen, setzt unvermeidbar ein Kulturschock ein, der am besten durch ein wenig Vorabkontemplation abgemildert werden kann. Besucher müssen sich natürlich nicht im Detail mit dem Land befassen. Sie können es konsumieren und abhaken. Das ist legitim, aber auch oft nicht das was deutsche Besucher sich wünschen, die in einem Urlaub eine wertvolle Lebenserfahrung sehen, die sie dem etwas seelenlosen Abklappern von Sehenswürdigkeiten und Vergnügungsstätten vorziehen.

Natürlich bringt das Unterfangen, diesen Blog hier zu betreiben, mir persönlich auch viel: ein wenig meine Jahrzehnte Weltbürgertums zu bilanzieren. Darüber staunen, dass das überhaupt alles so geklappt hat. Und mich im Verlauf des Ganzen laut fragen, was als Nächstes kommen mag. Und hoffentlich auch von den Reaktionen und Meinungen anderer lernen.

Ergo, lädt diese Seite ein, Erfahrungen zu teilen. Anfangs sicher eher einseitig auf meine Lebenshorizonte bezogen, aber ich hoffe, dass sich mit der Zeit ein Forum entwickelt, in dem andere ihre ganz eigenen Eindrücke und Wissen mit uns teilen. Einen kommerziellen Aspekt hat die Seite zumindest vorerst nicht, denn es ist mir ein Anliegen ehrlich und unabhängig zu berichten, die no-bullshit Doktrin. Und auch wenn wir einmal dazu übergehen sollten zu versuchen unsere Kosten durch Werbung zu decken (Update November 2011: wir experimentieren im Moment mit adsense!), werde ich sicher stellen, dass nur Seriöses, das unserem Anspruch genügt, einen Platz bei uns findet. Ich möchte also einen ganz klaren Kontrapunkt zu den Blogs und Neuseelandseiten setzen, die auf unverbindlich-cool machen und romantische Klischees bis zum abwinken dreschen, aber letztlich ihre Leser an Touristik- und diverse Beratungsagenturen vermitteln.

Sowohl dieses Land als auch seine potentiellen Besucher und Neubürger verdienen den Respekt, der dadurch entsteht, dass man dem Gegenüber seine ehrliche Aufmerksamkeit schenkt und seine Gedankenwelt öffnet. Dem Wahren, dem Schönen, dem Guten. Ich (bzw. wir) werden in den nächsten Wochen und Monaten – oder sogar Jahren – also in einer Mischung aus Spontanem, Praktischem und Belanglosem unsere Ideen zum Thema Neuseeland mit Euch teilen, und möchten damit alle in dieses zauberhaft-verträumte Land einladen.

Eine Antwort auf Mission: Neuseeland – jenseits von Kiwis und Hobbits

  1. supasonic sagt:

    Hallo Peter,

    finde es cool dass mal einer ne Seite macht wo es nicht um Massentourismus geht und auch vieles über den Alltag in Neuseeland berichtet wird! Auch großen Respekt für deinen Lebenslauf, Berater der Regierung von Australien wird man als Deutscher wohl nicht so einfach, oder?
    Ich hab ein Jahr Work and Travel in Neuseeland gemacht und bin fasziniert von den Landschaften! Allerdings, finde ich dass du in Sachen Brotwaren oder Wurst ein bischen zu stark den typischen Deutschen raushängen lässt!
    Woher weisst du denn, dass den meisten Deutschen die Wurst oder das Brot in Neuseeland nicht schmecken, es sei den es kommt vom Deutschen Auswanderer? Bloss weil du und ein paar andere Deutsche das so sehen, kann man das doch nicht so verallgemeinern! Ich war während meiner 12 Monate nie beim Deutschen Bäcker oder Metzger, habs auch überlebt ;-)!
    Und dass ein Aldi oder ein Obi bei den Kiwis so gut ankommen, weiß nicht, da sollte man mal nen Teststore aufmachen und dann schauen wie es läuft!
    Und ob man mit 60.000$ oder 80.000$ als Single gut über die Runden kommt, tja das hängt allein vom jeweiligen Lifestyle ab!
    Aber ansonsten hast du Recht mit deinen Beiträgen, wollte auch mal nach Neuseeland auswandern, aber war vor 2 Jahren ein Jahr unten und hab mich drüber informiert, ich lass es sein!
    Mein Traumland heisst Kanada, da gibt es mehr Möglichkeiten und wird es wohl immer geben und man ist nicht ganz so weit weg vom Rest der Welt in wie in Kiwiland!!

    Gruß Patrick

    PS: Dein Blog ist sicherlich der informativste und Beste in Sachen Neuseeland!

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