Opinion: Liebster Neuseelandblog

Lesedauer: 3 Minuten

Lieber den Kiwifinchen in der Hand 😉 … jedenfalls gibt es offenbar im Moment eine ‚virale‘ Aktion dessen Zweck es ist, dass Blogger andere Blogger kennenlernen und sie ihrem Publikum vorstellen. Nach dem 2-hoch-n Prinzip kann das bei einer relativ kleinen Gemeinde wie den deutschen Neuseelandschreibern natĂŒrlich nicht lange gut gehen … dazu gleich mehr.

ZunĂ€chst herzlichen dank an Christine aus Auckland (bald Gisborne?) und ihren Kiwifinch-Blog fĂŒr ihre liebe Liebster Nominierung unseres prĂ€chtigen NZ2Go … wir zitieren gerne: „NZ2Go, kein normaler Neuseeland-Blog“ – genau.

Die Liebster-Aktion besteht aus zwei Teilen:

  • Ein paar Fragen des Nominierenden (also Christine) beantworten
  • Ein paar andere Blogs nominieren und denen Fragen stellen

Meine Antworten auf Christine’s Fragen

1. Warum schreibst Du diesen Blog und wie hat es angefangen?

Vor vier Jahren gab es wenige deutschsprachige bzw. von Deutschen geschriebene Blogs zum Thema Neuseeland und schon gar keine, die Fakten, Fakten, Fakten zu Neuseeland lieferten. Dieses pseudo-niedliche HobbitgeschwĂ€tz einerseits und die oft damit verbundene plumpe Geldmacherei andererseits haben mich dermaßen genervt, dass ich selber Hand anlegen wollte.

In der Zwischenzeit ist mir auch aufgefallen, dass ‚teilen‘, Erfahrungen teilen, Wissen teilen und anderen dadurch helfen – und zwar unentgeltlich – einfach Freude macht. Reisen, oder im Ausland hausen, ganz fĂŒr sich allein oder nur im Austausch mit Familie und Freunden ist fĂŒr mich inzwischen nur halbes Reisen.

Last but not least, bin ich politisch sehr interessiert und analysiere und informiere gerne um mich herum. Das politische Neuseeland kennt in Deutschland ja nun wirklich fast niemand, wahrscheinlich nicht einmal die sogenannte Bundesregierung.

2. FÀllt Dir ein lustiges MissverstÀndnis ein dass Dir mal im Ausland/auf Reisen passiert ist?

Da fallen mir sehr viele ein. Die nehme einfach die erste Begebenheit nachdem ich 1989 in Christchurch angekommen war und mich entschloß eine Reitstunde zu nehmen, bei einer lokalen Reitlehrerin. Traben, Galopp, wieder Traben, im Kreis. Nur das Englisch … Galopp heißt in Englischen „canter“ … kannte ich nicht und im rufenden GesprĂ€ch mit der Lehrerin und voll damit beschĂ€ftigt auf dem Pferd zu bleiben, muss ich wohl irgendwann aus Versehen den Begriff „cunt“ benutzt haben, so in etwa „How is the cunt?“. Diesen Ausdruck kannte ich damals in meiner Unschuld auch nicht … die Unwissenden mögen ihn nachschlagen.

Jedenfalls bogen sich die anderen ReitschĂŒler vor unterdrĂŒcktem Lachen und meiner Lehrerin gefror kurzzeitig das Blut in den Adern :-)

3. Welches Land oder welche Stadt ist Dein “Zuhause” und warum?

Das ist eine ganz, ganz schwere Frage. Wenn man sich in mein Blog vertieft, wird man merken, dass ich in der ganzen Welt gelebt und gearbeitet habe. Kulturell fĂŒhle ich mich als Deutscher, allerdings mit einem sehr starken, angelsĂ€chsisch-australisch-neuseelĂ€ndisch geprĂ€gten GefĂŒhl fĂŒr Freiheit und Gerechtigkeit, das es in Deutschland nicht gibt.

HeimatgefĂŒhle kommen bei mir in den Dörfern der Westlichen WĂ€lder um Augsburg herum auf, mit ihren Zwiebelturmkirchen, hell getĂŒnchten HĂ€usern und offenen GĂ€rten. Aber auch beim Anblick des tĂŒrkisfarbenen Meers und ĂŒberhaupt des vielen GrĂŒns und der schnodderigen kleinen HĂ€uschen, wenn ich Wellington oder Auckland anfliege.

4. Nenne drei Dinge die Du manchmal vermisst dort wo Du bist?

  • Bayrische Brezen & Bratwurst
  • Zentralheizung
  • Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

5. Wie wĂŒrde der Titel Deiner Biografie lauten?

Oh Gott … das ist irgendwie unfair. Dazu bin ich noch viel zu jung 😉

6. Was ist Dein Lieblingszitat- oder Spruch?

Das Àndert sich immer wieder, aber im Moment:

Leben heißt kĂ€mpfen. Ruhe wirst du im Grab haben.‘ (Seneca)

Andere Blogs nominieren und denen schlaue Fragen stellen

Also – das verschieben wir bis ich Zeit hatte mich mit den aktuellen Neuseelandblogs auseinanderzusetzen.

Weil ich aber nicht den Blog wiedernominieren kann, der NZ2Go nominiert hat, möchte ich Kiwifinch nur informell erwĂ€hnen. Christine schreibt zu vielen AlltĂ€glichkeiten Neuseelands, die jedem Einwanderer oder Langzeitbesucher nĂŒtzlich sein werden, in einem Stil, der von Optimismus und Begeisterung getragen wird, ohne in abgegriffene Neuseelandklischees zu verfallen. Außerdem gefĂ€llt mir, dass sie sich, wenn es sinnvoll ist, die MĂŒhe macht Zahlen zu recherchieren, z.B bei ihrer Sammlung der „5 guten GrĂŒnde Deutschland den RĂŒcken gekehrt zu haben“. Super, weiter so. So eine Konkurrenz sieht man gerne!

Watch this space, ich gelobe feierlich mich durch ein paar Blogs zu klicken und die guten zu nominieren 😉

2 Antworten auf Opinion: Liebster Neuseelandblog

  1. Stefan sagt:

    „Kulturell fĂŒhle ich mich als Deutscher, allerdings mit einem sehr starken, angelsĂ€chsisch-australisch-neuseelĂ€ndisch geprĂ€gten GefĂŒhl fĂŒr Freiheit und Gerechtigkeit, das es in Deutschland nicht gibt. “

    Wie meinst du das? Ich wĂŒrde mal sagen dass es schon relativ viele Deutsche gibt die auch so ein GefĂŒhl haben, aber das nicht nach aussen zeigen, du weißt ja was mit Leuten passiert die mal gegen den „Mainstream“ anschwimmen, alle werden sofort als böse Kommunisten oder noch bösere Nazis beschimpft

    • Peter sagt:

      Ich meine, dass Freiheit den Menschen in Deutschland weniger wichtig ist alle z.B. Sicherheit. Ja, da hĂ€lt man dann die Klappe um nicht „negativ aufzufallen“ und irgendwelche Konsequenzen befĂŒrchten zu mĂŒssen, weil man bespielsweise die UnverschĂ€mtheit hat, sein Recht auf freie MeinungsĂ€ußerung wahrzunehmen. Ich erwarte kein Heldentum von Joe Blow in der Straße, aber wenigstens könnte „man“ ja Mal das Wahlkreuzchen bei einer Partei machen, die einem nicht den Mund verbieten will, oder? Sogar dazu reicht es in Deutschland nicht.

      In Australien wird wenigstens ein Tony Abbott gewĂ€hlt, wenn das PharisĂ€ertum zur Klimaschutzreligion, Asylantenliebe usw. Mal wieder unertrĂ€glich geworden ist. In Deutschland tut sich trotz phĂ€nomenaler Eurokrise, hundertausender illegal eingereister DauergĂ€ste pro Jahr (die keiner haben will, aber auch da macht niemand den Mund auf), Einbrecherbanden die Deutschland flĂ€chendeckend plĂŒndern, deutschen Salafisten, die horrende Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen … GAR NICHTS. Die Mutti kriegt in der bekloppten Sonntagsfrage Woche fĂŒr Woche locker 40%.

      So sieht kein Volk aus, dem Freiheit etwas bedeutet. Und Gerechtigkeit ist es auch nicht, wenn z.B ein deutscher Durchschnittsverdiener 30 Jahre lang ins staatliche Zwangsrentensystem einzahlen muss, um eine Rente in Höhe der Grundsicherung zu bekommen, die auch Menschen zusteht, die nie gearbeitet haben. Gerechtigkeit ist es nicht, wenn eine Margot Honecker in Chile die volle deutsche Höchstrente abgreift, oder sich ein ehemaliges FdJ-Kader Bundeskanzlerin nennen darf. Ich höre lieber auf …

      Neuseeland oder Australien sind weit weg von perfekt, aber ein GefĂŒhl fĂŒr Freiheit und Anstand ist wenigstens partiell noch vorhanden. Zumindest können sich die meisten FreirĂ€ume innerhalb des Systems schaffen um es ertrĂ€glich zu gestalten. Deutschland kann andererseits auf gigantische Kulturleistungen zurĂŒckblicken, auf die es stolz sein kann, aber die Grundrechte der BĂŒrger sind in Deutschland ein hohles Wort.

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