SideTrack: Hurricane Jacinda trifft Neuseeland

Lesedauer: 8 Minuten

Hätte die SPD mit der Kür des Schulzen warten sollen, um den Glanz des Neuen in den Wahlabend zu retten? New Zealand Labour wechselte nach hoffnungslosen Umfragewerten am 1. August, also gerade einmal sieben Wochen vor der Wahl zum neuseeländischen Parlament am 23. September, ihren Spitzenkandidaten aus. Andrew Little verzichtete zu Gunsten seiner Stellvertreterin Jacinda Ardern. Seitdem konnte die Labour Party einen beeindruckenden und bis dato ungebrochenen Aufwärtstrend in der neuseeländischen Wählergunst verbuchen, von mageren 25% auf nun 40% und damit Gleichstand mit der bis vor wenigen Wochen bei 47% liegenden und unschlagbar scheinenden National Party von Premierminister Bill English.

Ardern vs. Schulz

Ardern ist mit 37 Jahren noch sehr jung, hat eine relativ attraktive, unverbrauchte Erscheinung und ist in ihrer politischen Laufbahn bisher kaum aufgefallen, auch nicht negativ. Schulz dagegen ist kein Adonis und hatte sich als EU Parlamentspräsident bereits einen zweifelhaften Ruf erworben, zuerst durch seine lautstarke Unterstützung für Merkels Politik der unkontrollierten illegalen Migration nach Europa und zum Schluss noch durch das unwürdige Gezerre um seinen EU Posten, den er entgegen vorheriger Absprachen nicht räumen wollte.

Andererseits hatte Schulz – oft und zu Unrecht belächelt – als Buchhändler und Bürgermeister von Würselen wenigsten ein bisschen Kontakt mit dem Arbeitsleben und dem Leben an sich, während Ardern eine lupenreine Funktionärskarriere verfolgt hat. Einem Alibistudium und der Campuspolitik schlossen sich Jobs als Mitarbeiterin von verschiedenen Labour Politikern in Neuseeland und (überraschenderweise, finde ich) Großbritannien an. Danach leitete Ardern die Internationale Union der Sozialistischen Jugend in Wien, bevor sie nach Neuseeland zurückkehrte und 2008 über die Parteiliste als Abgeordnete der Labour Party ins Parlament einzog. Das Aalglatte und Mittelmäßige ihres Werdegangs wird Ms Ardern allerdings vom Wahlvolk nachgesehen werden, denn es weiß ja praktisch nichts darüber. Die Medien in Neuseeland scheren sich genauso wenig um Fakten und Realitäten wie deren Kollegen in Deutschland und konzentrieren sich stattdessen auf Meinungsbildung und niedliche Nebensächlichkeiten, wie Jacindas Hobbyaktivitäten als DJ. Sowas kommt an.

In ihrer politischen Positionierung, das wollen wir nicht unterschlagen, gleichen sich Ardern und Schulz weitgehend. Sozialdemokratischer Mainstream, also 110%ige politische Korrektheit, mit einer kleinen Aberration bei Jacinda, auf die ich noch zurückkomme.

Ardern vs. English

Jacinda Ardern, Trägerin des Schulz-Effekts und Neuseelands Antwort auf Schönling Justin Trudeau. Was haben National und der fade Technokrat Bill English dem entgegenzusetzen?

Der Fokus der bisherigen TV-Duelle (am 31. August und 4. September) der beiden – die die Bezeichnung übrigens viel eher verdienen als die neulich von Merkel, Schulz und handzahmen Moderatoren aufgeführte Travestie – war und wird das rauer werdende soziale Klima in Neuseeland bleiben, insbesondere, NZ2Go hat dazu regelmäßig berichtet, die Wohnraumkrise und deren brutale Folgen.

Wohnungskrise und Migration

Angebot und Nachfrage. Während beide Parteien eine Wohnraumkrise, vor allem in Auckland, einräumen – alles andere wäre inzwischen politischer Selbstmord – unterscheiden sich die Lösungskonzepte zumindest teilweise. National will sich weiterhin nur auf die Angebotsseite konzentrieren, also über Verbesserungen des gesetzlichen Rahmens und Ausweitung staatlicher Infrastrukturmaßnahmen die Bauaktivität anregen und argumentiert, dass jede Einschränkung des Rekordniveaus an Einwanderung auch die dringend benötigten Fachkräfte am Bau fernhalten würde. Daneben soll die Homestart Subvention für Erstkäufer auf 20.000 NZ Dollar verdoppelt werden.

Bemerkenswerterweise vertritt Labour hier einen ausgewogeneren Standpunkt. Das Einwanderungssystem soll stärker auf die nationalen Interessen Neuseelands ausgerichtet und dadurch auf 20.000 bis 30.000 Neuzugänge (von netto zur Zeit etwa 70.000) reduziert werden, um den Druck vor allem auf Aucklands Infrastruktur und das neuseeländische Präkariat zu mildern. Gleichzeitig soll eine Bildungsoffensive mehr junge Kiwis ins Bauhandwerk bringen und zumindest das erste Jahr jedweder nach-schulischen Ausbildung wieder kostenfrei sein. Daneben erwartet eine Labour-Regierung mit der Einführung ihres staatlichen Bauprogramms „Kiwibuild“ innerhalb der kommenden zehn Jahre 100.000 neue Wohnungen errichten zu können (wobei auch auf in China vorgefertigte und nach Neuseeland exportierte „kit homes“ zurückgegriffen werden soll 😕 ).

Labours Standpunkt erscheint mir schlüssiger. Gleichzeitig erwarte ich, dass dieses Wahlversprechen zumindest in Bezug auf Migration nach dem 23. September gebrochen wird. Die 20-30000 waren Teil des Wahlprogramms, das noch von Andrew Little ausgearbeitet wurde. Arderns Unterstützung für eingeschränkte Migration war bisher verhalten. Eine direkte Anfrage von NZ2Go zum Thema wollte kein Assistent von Frau Ardern beantworten.

Aufschlussreich ist auch eine Aussage von Frau Ardern zur politisch erwünschten Entwicklung der Immobilienpreise in der zweiten TV-Debatte. Labour möchte, dass Hauspreise besonders in Auckland fallen, um auch unteren sozialen Schichten ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, ohne dass die Vermögen derjenigen die im Moment Häuser besitzen sinken. Das ist unehrlich.

Auf ein Bevölkerungsziel für Neuseeland, das im Moment 4,8 Millionen Einwohner hat, wollte sich übrigens keiner der beiden festlegen. Schade.

Steuern

National hat versprochen die Einkommenssteuer zu senken.

Ein klassisches, gutes Wahlversprechen, das man gerne hört und dem Jacinda Ardern mit der Ankündigung einer Expertenkommission entgegentritt die Steuerreformen vorschlagen möge – nach der Wahl :-) – … aber mit dem Ziel Steuern in einigen sensitiven Bereichen neu einzuführen oder zu erhöhen. Capital Gains Tax (Kapitalertragssteuer) auf Immobilieninvestitionen würde vielen neuseeländischen Hobbyspekulanten das Geschäft verderben. Umweltsteuern auf Kraftstoff und Wasser sollen die üblichen Umweltverbesserungsprojekte finanzieren. Im Fall der Verbesserung der Qualität der vielen durch Agrarabwässer verseuchten neuseeländischen Flüsse und Seen ist es nachvollziehbar, dass Unternehmen, die im Moment steuerfrei neuseeländisches Mineralwasser zapfen und nach China verkaufen einen Beitrag leisten sollen.

Die Einkommenssteuer soll aber immerhin nicht angehoben werden.

Die alte politische Weisheit derzufolge Steuererhöhungen stets Wahlen verlieren, wurde schon vor Jahren von der australischen Howard Administration durch die Vorwahlankündigung einer Mehrwertsteuer und einer trotzdem gewonnen Wahl widerlegt. Ich wage zu behaupten, dass die Ankündigung erhöhter Steuern auch in der anstehenden neuseeländischen Parlamentswahl nicht ausschlaggebend sein werden.

Gretchenfrage: Wie hälst Du es mit Trump, Nordkorea, ‚Flüchtlingen’?

Der gewiefte Pragmatiker English ging der Frage nach dem Verhältnis Neuseelands zur USA unter Präsident Trump aus dem Weg. Die USA seien – selbstverständlich – ein Schlüsselpartner Neuseelands mit dem man es sich nicht verderben könne. Für die Nordkoreakrise macht er Nordkorea verantwortlich.

Wer will dem widersprechen?

Jacinda Ardern. In der ersten Debatte lavierte sie wenigstens noch und gab ihre angeblichen ‚Werte‘ zum besten, die sich auch nach einer eventuell erfolgreichen Wahl in der Zusammenarbeit mit Donald Trump nicht ändern würden. Gefasel :-( Politiker reden von Werten, Spekulanten reden von Werten, Großunternehmen reden von Werten … weil sie außer Eigennutz keine haben. In der zweiten Debatte verstieg Ardern sich dazu Donald Trump als Aggressor in der Nordkoreakrise zu geißeln und forderte dazu auf „miteinander zu reden“ (als hätten die USA das nicht schon 30 Jahre lang versucht).

Eine verschreckte Jacinda reagierte vor einigen Tagen gar auf einen Tweet (nicht einmal einen Artikel) der fake news New York Times, der sie wegen der (vielleicht) geplanten Einschränkung der legalen Einwanderung nach Neuseeland im weltanschaulichen Lager Präsident Trumps verorten wollte. Nein, das wäre gar nicht wahr, denn Labour möchte ja die Quote der Flüchtlinge verdoppeln, die Neuseeland jedes Jahr aufnimmt und versorgt.

Eine Premierministerin Neuseelands muss nicht über jedes Stöckchen springen, das ihr ein ausländischer Meinungsjounalist hinhält.

Minderheiten

Wobei darunter im wesentlichen Frauen und Maori zu verstehen sind.

Erwartungsgemäß möchte Frau Ardern hier und da planwirtschaftliche Quoten für Frauen einrichten – ohne von Quoten zu sprechen. ‚Ziele‘ solle man die Quoten nennen. Und schon wieder ein Indiz für eine gewisse systemische Unehrlichkeit bei Ardern.

Bill English macht dagegen die klare Ansage, dass in seiner Regierung Leistung und nicht Geschlecht oder andere Identitätsmerkmale bestimmend sein sollen.

Maori wurden nur am Rand erwähnt, im Zusammenhang mit Kinderarmut, den Wasserrechten einiger Stämme und den umstrittenen Sonderrechten für Maori beim passiven Wahlrecht. Insgesamt werden wohl beide große Parteien die Probleme auch weiterhin mit Geldgeschenken und Weggucken regeln wollen.

Rente

Ardern legt sich auf die Rente mit 65 fest, Bill English gibt offen zu, dass er das Eintrittsalter schrittweise anheben will.

Beide drücken sich allerdings darum die unzeitgemäßen Anspruchsgrundlagen der „New Zealand Superannuation“ zu revidieren, die vor der Ära der Masseneinwanderung nach Neuseeland formuliert wurden und heute geschickt genutzt werden können, um ein paar Jahre in Neuseeland zu leben, die Eltern nachkommen und mit Super vollversorgen zu lassen, um anschließend ohne Eltern nach Australien weiterzuziehen.

New Zealand First als Königsmacher?

Glaubt man den derzeitigen Umfragen, könnten sich das rot-grüne Lager und National am 23. September in einer Pattsituation wiederfinden. In diesem Fall würde Winston Peters konservative NZ First Partei den Ausschlag geben.

Anders als in Deutschland, in dem auch im Fall des Falles niemand mit der AfD spielen würde, verschließen sich weder Labour noch National einer möglichen Koalition mit NZ First. Die politische Kultur Neuseelands gibt eine extreme Dämonisierung politischer Gegner einfach nicht her.

Trotzdem war aus der Mimik und Wortwahl Frau Arderns klar abzulesen, dass sie eine Koalition mit NZ First nur mit viel Widerwillen eingehen würde. Bei Bill English hörte sich die Distanzierung von den bösen Rechtspopulisten moderater an.

Und überhaupt, NZ First. Deren starke Ausrichtung auf den alternden Winston Peters und ein Wahlprogramm, das sich in vielen kleinen Details verhakt ohne einen Gesamtentwurf für ein modernes Neuseeland zu skizzieren ist enttäuschend. Das Wahlprogramm spiegelt die heterogene Zusammensetzung der Partei, in der viele Sektierer ein zuhause gefunden haben.

NZ First stellt allerdings ein wichtiges gesellschaftliches Korrektiv dar, das nationale Interessen stets gegen globalistische Tendenzen verteidigen wird. Insofern wäre die im Moment wahrscheinliche Regierungsbeteiligung von NZ First ein stabilisierender Faktor im Neuseeland der kommenden drei Jahre.

Alternativen und Skandale für Neuseeland

Eigentlich hätte sich NZ First zusammen mit anderen kleineren Parteien (Greens, Maori, Act, United Future) in einer gesonderten Fernsehdebatte am 8. September vorstellen sollen. Winston Peters entschied sich dagegen, weil er die Veranstaltung ohne Vertreter von National und Labour als irrelevant empfand. Er sollte leider Recht behalten.

Die verbliebenen Teilnehmer arbeiteten sich zumeist an Nebensächlichkeiten ab. Interessant waren die Bemerkungen von United Future zum Aufbau von Zukunftsindustrien und vielleicht noch die überbordende Maorizentriertheit der Maori Party. Ein wenig Interesse an anderen Kiwis hätte man sich doch gewünscht. Daneben wurde relativ viel über Schulen, Lehrermangel, verpflichtenden Maori(sprach)unterricht und einheitliche Prüfungsstandards gesprochen. Der Vertreter der Grünen dozierte zum Thema CO2 Emissionen.

Viel entscheidender für das Schicksal der kleinen Parteien am Wahltag waren aber zwei Skandälchen, die unlängst die Grünen und NZ First ereilten. Die Co-Vorsitzende der Grünen Metiria Turei musste vor einigen Wochen wegen Sozialversicherungsbetrugs zurücktreten, was Labour viele Stimmen von Wählern der Grünen zugetragen hat. Winston Peters wiederum hatte wohl fehlerhaft ausgefüllte Rentenanträge eingereicht und musste zuviel ausgezahlte Gelder zurückerstatten. Beide Ereignisse sind lange her, aber besonders im Fall der grünen Moralwächter kommen die Schummeleien schlecht an.

Qual der Wahl – die Empfehlung von NZ2Go

Das neuseeländische Wahlrecht habe ich in einem früheren Artikel erklärt. Ihr müsst nicht einmal Neuseeländer sein, um abstimmen zu dürfen. Nehmt euer Recht und die staatsbürgerliche Pflicht wahr die Geschicke eurer Wahlheimat mitzuformen.

Labour verfügt über das überzeugenste Wahlprogramm, hätte sich aber beim Flüchtlingskontingent besser zurückgehalten, solange die Partei gleichzeitig eine Armutskrise in Neuseeland beklagt. Zudem bewirbt sich Labour mit einer adretten aber zutiefst unglaubwürdigen Spitzenkandidatin. Was nützt ein gutes Wahlprogramm, wenn unklar ist, ob es überhaupt ernst gemeint ist?

National bietet Kontinuität und wäre wählbar, wenn die Partei etwas weniger globalistisch auftreten würde. Warum hält die Partei quasireligiös an (legaler) Einwanderung praktisch ohne Obergrenzen fest, wenn Infrastruktur und weite Schichten der neuseeländischen Bevölkerung davon offenbar überfordert sind?

NZ First kann mit seinem Wahlprogramm nicht inspirieren. Da findet sich zu viel Kleinteiliges und Gestriges. Allerdings vertritt die Partei ein Ende der Section 70 des Social Security Act, die viele Bezieher deutscher Sozialversicherungsrenten in Neuseeland finanziell benachteiligt. Für diese Gruppe ist NZ First eine sinnvolle Option.

Die Sonstigen haben wenig zu bieten. Die Grünen verharren in den 1980ern, Act ist eine Partei, deren Basis sich aus einem einzigen Wahlbezirk in Auckland rekrutiert, die Maori Party ist eher eine Interessenvertretung als eine Partei und United Future könnte genauso gut mit National fusionieren.

Ursprünglich wollte ich generell Labour empfehlen, allerdings Empfängern oder baldigen Empfängern deutscher Sozialversicherungsrenten in Neuseeland NZ First nahelegen.  Weil das Büro von Jacinda Ardern sich weigert zu bestätigen, dass sich Labour noch immer der Absenkung der ausufernden Einwanderung verpflichtet fühlt, gebe ich nun aber National unter Bill English den Vorzug.

Eine Lektion für Deutschland?

Würde Martin Schulz sich auf die Wurzeln der deutschen Sozialdemokratie besinnen und – wie ansatzweise bei NZ Labour geschehen – die SPD wieder als Wahrerin der Interessen des kleinen Mannes (aus Deutschland, nicht Syrien oder dem Rest der Welt) positionieren, hätte er Merkel wahrscheinlich schlagen können. Wo bleibt soziale Gerechtigkeit, wenn illegal Eingewanderte die selben sozialen Ansprüche haben wie jahrzehntelange Abgabenzahler? Schulz hat gekniffen und wird die Wahl verlieren, denn er unterscheidet sich programmatisch in praktisch nichts von Merkel. Wozu Schulz wählen, wenn er die globalistische Merkeldoktrin höchstens noch reiner als Merkel selbst implementieren würde? Merkels Stärke ist die Schwäche ihrer Gegner.

Für Deutschland gebe ich somit eine Anti-Empfehlung ab. Wer bei Parteien des Merkelspektrums, also CDU, CSU, SPD, FDP, Grünen und Linken sein Kreuz setzt, stimmt gegen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland. Zur Bundestagswahl treten 30 andere Parteien an, die man sich vor dem 24. September gut anschauen sollte. Das Prozedere zur Briefwahl aus dem Ausland hatte ich bereits zur letzten Bundestagswahl erläutert.

***

 

 

20 Antworten auf SideTrack: Hurricane Jacinda trifft Neuseeland

  1. Zahn sagt:

    falsche Politik weltweit. es fehlt ein neuer Staat wohin Bürger mit anderem Demokratieverständnis flüchten könnten

  2. Tim sagt:

    Hi Peter,

    die beiden Wahlausgaenge haben ja gewisse Parallelen – die „Volks“parteien sind nicht in der Lage, mit ihren traditionellen Partnern zu regieren und sind deswegen auf abwegige Buendnisse angewiesen. Und NZ First ist ja ein bisschen wie die AfD, zumindest in manchen Teilen….

    Die grossen Unterschiede sind natuerlich: Mit NZ First wird zumindest verhandelt und wahrscheinlich auch ein Regierungsbuendnis geschmiedet UND Labour ist (durch den Taxinda-Effekt) erstarkt, nachdem die zielstrebig auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit waren, wohin die SPD ebenso mit viel Verve unterwegs war und jetzt als „Bollwerk der Demokratie“ (ich kann nicht mehr vor Lachen) endgueltig in selbiger angelangt sind.

    Ich bin gespannt, wer wie und auf welche Weise (wenn ueberhaupt) den Wahlausgang deutet, auf deutscher Seite erwarte ich allerdings nicht allzuviel EInsicht auf Seiten der Etablierten oder des Demokratiefunks. Am Tag nach der Wahl waren auch meine Facebook und Twitter Timelines fast ausschliesslich mit irrgendwelchen 3. Reich Referenzen verstopft. Die Deutschen sind einfach so dermassen Gehirngewaschen, das ist unglaublich. Insofern freut mich das Ergebnis, zumindest kann Mutti nicht einfach so weiter-rauten. (Und die Maasi ist seinen Job los!!)

    Bestes

    Tim

    • Peter sagt:

      Hi Tim

      Interessant ist, dass in NZ die Labour Party vor allem die kleinen Parteien ausgesaugt hat und National fast nichts anhaben konnte. In Deutschland ist es eher umgekehrt. Ein Bündnis aus National und NZ First wäre meiner Meinung gut für Neuseeland. NZ First bringt die Interessen der Ausgegrenzten in die Regierung und stabilisiert – hoffentlich – den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

      Für Deutschland sieht es m.E. weniger gut aus. CSU, FDP und Grüne in einer Koalition, die auch keine große Mehrheit im Bundestag hätte? Die CSU in Bayern angezählt, weil sie sich von Merkel in völliger Selbstdemütigung hat zusammenfalten lassen, kann kaum so weitermachen wie bisher. Wenn die Pfründe in Bayern bedroht sind, hört der Spaß auf. Ich könnte mir sogar ein Scheitern der Koalitionsverhandlungen und Neuwahlen vorstellen. Jedenfalls – Ja – wird Merkel wohl vorerst mit anderem beschäftigt sein als Deutschland und Europa weiter in den Ruin zu führen.

      Eine Schande für Deutschland ist die Wiederwahl Merkels aber trotzdem. Entfremdet mich dem Land noch mehr als es sowieso schon der Fall ist :-)

      Die AfD … mit 12% ist sie doch eher symbolisch im Bundestag vertreten. Aber als Prügelknaben des Establishment werden sie wohl gut genug sein. Naja, schade, dass Deutschland noch immer nicht in der Demokratie angekommen ist und auf Anderes vor allem mit Hass reagiert. Da ist Neuseeland bei aller Abwesenheit von Zentralheizungen doch besser dran …

      Gruß,
      Peter

      • Tim sagt:

        Hi Peter,

        gute Analyse! Nachdem ich noch nicht sehr lange in NZ weile, bin ich noch nicht so ganz vertraut mit den Partei-„Marken“ hier. Habe eigentlich erst im Zuge der Wahlen angefangen, mich mehr mit der hiesigen Politik zu befassen. Ingesamt scheint mir die Demokratie jedenfalls noch viel gesuender zu sein in NZ – weniger Stigmatisierung, weniger Hass auf politische Gegner, klarere Positionierungen der Parteien/Politiker im politischen Spektrum, offenere Diskussionen, kritischere und bissigere Journalisten (zumendest die von RNZ, denen ich morgens immer zuhoere), das Stellen der grundlegenden Systemfragen (Sozialismus ja/nein, in welchem Ausmass, etc.), um nur einige zu nennen.

        Deswegen ist es in NZ nicht ideal und die social justice warriors sind auch hier eifrig bemueht, die politischen Debatten und Diskurse zu unterbinden, tabuisieren und zu vergiften – aaaaber:

        In Deutschland findet von dem oben genannten GAR NICHTS mehr statt. Nichts, nuescht, nada. Die Leerstelle wird nateurlich dann von einer – in Teilen eher unappettitlichen – Partei wie der AfD gefuellt. Und das ist das alarmierende daran. Es gibt in Deutschland einfach keine Debatte, keinen Wettbewerb um politische und gesellschaftliche Ideen mehr, das ist mit Merkel spaetestens gestorben. Wenn zB die FDP, die es auf selben Wege ins Parlament geschafft hat, wie die AfD (durch Volkes Votum), sich weigert, im Parlament neben letztgenannter zu SITZEN – dann fehlen mir einfach die Worte. Es muss wohl gehoerig krachen und scheppern in Deutschland, bevor die alle aufwachen, so leid es mir tut.
        Obwohl man ja meinen koennte, dass der mehrhundertfach-prozentige Anstieg von Sexual-und Gewaltdelikten sowie Raub und Diebstahl seit 09/2015 krachend genug sein sollte, neben all den anderen negativen Konsequenzen des Willkommenheissens derjenigen, die die schon laenger dort Lebenden kulturell und mit all dem Gold von den Schiffen, bereichern sollen.

        Aber jetzt klinge ich bitter….

        Bestes

        Tim

        • Peter sagt:

          Hi Tim

          Ja, tust Du :-) … ich war anno 2015 aber auch schockiert wie wenig robust sich Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in D erwiesen haben. Inzwischen habe ich akzeptiert, dass Deutschland noch viel zu leiden und lernen haben wird um sich in den Kreis reifer Nationen zu emazipieren. Oder halt im Rauschen der Geschichte untergeht. Was soll man dazu sagen. Sogar das römische Reich hat sich am Ende selbst zerlegt. Zivilisationen kommen und gehen.

          Hoffentlich schafft es Europa sich irgendwie gegen seine destruktiven Anti-Eliten zu behaupten. Auf Deutschland kann die Welt vielleicht verzichten, aber auf Europa als Ganzes – das wäre bitter.

          Winston scheint seine Haut ja teuer zu Markte zu tragen. Good on him. Wäre toll, wenn die globalistische Agenda, die den neuseeländischen Traum ausgehöhlt hat zurückgedrängt würde. Schaun mer mal … in Deutschland wäre sowas undenkbar, also auf Gegner zugehen (wie Jacinda) und zu versuchen das Beste rausschlagen. Neuseeländischer Pragmatismus schlägt deutschen Dogmatismus allemal.

          Gruß,
          Peter

  3. Tim sagt:

    Hi Peter

    danke wie immer fuer den Artikel, ich freue mich immer sehr von dir zu lesen. Deine Analyse teile ich (zum grossen Teil), moechte zusaetzlich aber noch auf den Umstand verweisen dass die drohende Regierungsbeteiligung der Greens mich vor allem skeptisch gegenueber Labour einstellt. Die sind mindestens so schlimm wie das deutsche Pendant, wenn auch weniger Bedeutend. Die Hoffnung besteht, dass Gruen bei beiden Wahlen, bei denen ich dieses Jahr waehlen darf, an der 5% Huerde scheitert.

    Andererseits scheinen Labour momentan die einzigen zu sein, die die Einwanderung eingrenzen wollen und den tertiary education scam beenden wollen, was sie fast schon wieder waehlbar macht. Im Grunde habe ich ohnehin nicht den Eindruck, dass beide rot und blau sich grundlegend unterscheiden wuerden. Beide haben eine stark interventionistische und technokratische Grundhaltung und unterscheiden sich wohl nur in Prioritaeten und hinsichtlich des Klientels, welches sie bedienen. Als Libertaerer hat man es da schwer, wenn auch National zumindest auf dem Papier freiheiticher scheint, in manchen Punkten.

    Jetzt bleibt, bei aller Kritik an der Mittelmaessigkeit NZs noch der Blick aufs ehemalige Muttiland: Ist man da wirklich so viel schlechter dran in NZ? Die Mieten und Hauspreise in D sind seit Jahren, zumindest in begehrten Lagen, am Steigen und werden dies auch garantiert weiterhin tun – Stichwort gated communities und dergleichen, was unweigerlich kommen wird auf lange Sicht im Zuge der illegalen Massenweinwanderung und Steigerung der Kriminalitaetsraten allerorten. Die, die koennen, werden in teure und teurer werdende Lagen ziehen. Und die Kinder auf die dementsprechenden Schulen schicken. In D ein Haus unter 500K in guter Lage (zB in Duesseldorf, Hamburg, Muenchen, Frankfurt, Tuebingen, Stuttgart etc) zu finden, duerfte auch unmoeglich sein. Natuerlich bekommt man (im Wortsinne) mehr Substanz fuer sein Geld in D, klar.

    Der oft angesprochene Verkehr in AKL: auch in deutschen Grosstaedten ist ein einfacher Pendelweg von bis zu einer Stunde relativ normal, wenn man von Duesseldorf nach Koeln oder Essen oder aus den Muenchner Vororten kommt. So viel schlimmer ist das mM in AKL auch nicht. Klar, man sitzt bloede im Auto rum waehrend man in D meist im Zug sitzen kann, aber nach 6 Jahren Duesseldorf und OEPVN in NRW finde ich selbigen einigermassen ueberschatzt….so hart mit dem Bodensatz konfrontiert zu werden mehrmals taeglich schlaegt auch aufs Gemuet.

    Was haeltst Du von meinem Relativismus? Zu naiv, zu sehr noch die Hoffnungsvolle Auswandererbrille auf, die mir den Realitaetssinn vernebelt? :-)
    Und, was koennen wir Kiwis tun, um das Land nach vorne zu bringen? Auf diese Diskussion haette ich Lust!

    Beste Gruesse

    Tim

    • Peter sagt:

      Hi Tim

      Vor 5 Jahren hätte ich dem Anfang Deines Kommentars widersprochen … aber inzwischen. Bin selbst lange Zeit was Deutschland angeht viel zu weltfremd gewesen. Mit dem Land stimmt einfach was nicht. Fundamental.

      Aber nun bin ich neugierig. Was für Vorschläge hättest Du to Make New Zealand Great Again? Für ein Neuseeland in dem wir gut und gerne leben :-)

      Also, ganz Ernst gemeint. Was wären Deine Top 5 um NZ voranzubringen?

      Gruß, Peter

      • Tim sagt:

        Hi Peter,

        Fair enough – challenge accepted. Wenn gleich ich natuerlich keine Patentloesungen im Aermel habe und ich erst seit knapp 2 Jahren in NZ lebe – und ich die deutsche Weltverbesserungs-Hybris, die ja jeden Tag in D zu bewundern ist, lieber mal stecken lasse.
        Hier also einige Vorschlaege/Observationen, mehr als Diskussionsgundlage:

        Ein grundsaetzliches Problem in NZ sehe ich im sog. tall-poppy Phaenomen – der Hang zur Mittelmaessigkeit und das soziale Zurechtstutzen von Ambitionierten. Oder gar nicht zu motivieren, besondere Ambitionen zu entwickeln. Ausser im Sport natuerlich, gaehn….
        Wenn jmd besonders motiviert scheint, wird ihm dies aus meiner eigenen Erfahrung im Beruf aber auch bestaetigt durch viele Einheimische, eher negativ ausgelegt – zu ambitioniert, wil zu viel. Da ist man lieber erstmal vorsichtig, koennte ja bedrohlich werden oder man muesste vielleicht selbst mal bisschen mehr reinklotzen.
        Wenn man als Gesellschaft weiterkommen will, muss man die Besten zu Hoechstleistung motivieren und generell auf stark auf Elitenfoerderung setzen, denn auf sozialistische Gleichverteilung aller Talente und lauter Gewinnern durch Teilnahme. Du hast schon genannet dass es generell Defizite in Bildung und Qualifikation gibt, dass muss natuerlich addressiert und verbessert werden. Es gibt in NZ eine tendentiell anti-intellektuelle Grundhaltung, an welcher man auch arbeiten sollte.
        Was man nicht unbedingt machen sollte, ist es den Deutschen nachzutun: Ich hoere oft ein Schwaermen von dem kostenlosen Studium in D und muss dann leider aber auch auf den massiven Qualitaetsverfall verweisen, den das mit sich brachte. Plus, das mehr an Studenten geht eben genau nicht in STEM/MINT Faecher, sondern studiert Gratis-Bullshit mit wertlosen Abschluessen, irgendwas Geisteswissenschaftiches halt. Und genau da sollte man nach UK schauen, wo das Niveau der Philosophie zB um so viel besser ist als in D, weil dort eben nur besonders Motivierte bereit sind, so viel Geld fuer ein Philosophiestudium zu Bezahlen. Aber das nur am Rande.

        NZ empfinde ich als grundlegend offen fuer neue Technologien, ich denke da sollte man mehr kapitalisieren. NZ waere der ideale Playground fuer Self-driving Cars zB, da uberschaubare Infrastruktur und wenig Bevoelkerung. Generell denke ich dass NZ viel staerker auf technologische Nischen setzen sollte denn auf Agrar oder Tourismus. Wobei letzteres ja ganz gut laeuft hier, ist ja eher der wohlhabende Tourist der sich am teuren NZ erfreut.
        Ein Mittel, interessante Technologien und Investoren nach NZ zu bekommen, bestuende wahrscheinlich in fiskalischen Massnahmen – man muss es, sofern man nicht mit Eigengewaechsen aufwarten kann, auslaendischen Firmen schmackhaft machen, sich hier niederzulassen. Immerhin gibt es ja in AKL fast flaechendeckend Fibre to the home, wovon Deutschland ja noch Lichtfaserkabelkilometer weit entfernt ist. Das, gepaart mit guter Steuerpolitik sollte doch ein paar interessante Firmen nach NZ bewegen um das etwas droege Portfolio zu erweitern?
        Ein anderer Punkt: Einwanderungspolitik. Ist ja im Grunde gut und als Deutscher kann man nur staunen, dass tatsaechlich so etwas wie Kriterien/Bedingungen fuer zukunftige Einwanderer geltend gemacht werden. Dennoch scheint es viele Schlupfloecher zu geben und viel zu viele Geringqualifizierte ins Land zu lassen. Diese sollte man rigoros schliessen und Missbrauch ahnden aber das traut sich wahrscheinlich kaum eine Regierung. Einwanderung ist gut, aber nur dann wenn die richtigen Leute kommen und die richtigen Voraussetzungen existieren. Es ist ja keinem geholfen, wenn unter falschen Versprechungen dann auf hohem Niveau in NZ der Armut oder Drecksarbeit gefroent wird, weder den Kiwis noch den Einwanderern.
        Das waren jetzt keine 5 Punkte, aber der Erguss ist schon lange genug, deswegen belasse ich es mal dabei. Sorry, wirklich Bahnbrechendes habe ich nicht anzubieten, aber man kann ja nicht staendig das Rad neu erfinden…
        TL;DR
        Bildung und Qualifikation – Elitenfoerderung
        (Fiskalische?) Standortfoerderung hinsichtlich neuer Technologien
        Konsequente(re) Einwanderungspolitik

        • Patrick sagt:

          „Ein Mittel, interessante Technologien und Investoren nach NZ zu bekommen, bestuende wahrscheinlich in fiskalischen Massnahmen – man muss es, sofern man nicht mit Eigengewaechsen aufwarten kann, auslaendischen Firmen schmackhaft machen, sich hier niederzulassen. Immerhin gibt es ja in AKL fast flaechendeckend Fibre to the home, wovon Deutschland ja noch Lichtfaserkabelkilometer weit entfernt ist. Das, gepaart mit guter Steuerpolitik sollte doch ein paar interessante Firmen nach NZ bewegen um das etwas droege Portfolio zu erweitern?“

          Ist schon der richtige Gedanke, aber wird sehr schwer werden! Irland oder Israel bieten zum Beispiel eine bessere globale Anbindung und eine bessere IT Infrastruktur als NZ! In Dublin und Tel Aviv sitzen die ganzen Global Player zusammen und es werden jährlich tausende „Experten“, egal ob durch Einwanderung oder durch Ausbildung Einheimischer auf den Markt geworfen! Und in USA gibt es mehr als ein dutzend Bundesstaaten die kein Problem mit Talenten und Investoren haben und gerne mal aus der Staatskasse 500 Mio Dollar raushauen um einen Global Player bei sich im Lande begrüßen zu können!
          Von Korea und China oder selbst Indien mit seiner boomenden IT Szene will ich gar nicht anfangen!
          Und Australien hat bessere FLugverbindungen, einen größeren Markt und es gibt dort mehr verfügbare Arbeitskräfte!

          Wie soll NZ da mit halten?

        • Peter sagt:

          Hi Tim, Hi Patrick

          Also zusammenfassend, viele Kiwi sind wenig helle aber dafür ziemlich faul, so faul, dass sie sich von fleißigen Kollegen bedroht fühlen. Das sagen viele Einwanderer, nicht nur deutsche, übrigens.

          Auf der Positivseite sind Kiwis gegenüber neuer Technologie aufgeschlossen, haben genug Menschenverstand, um zumindest formal nicht die gesamte Dritte Welt einzuladen und schaffen es Edeltouristen zur Ader lassen.

          Das sehe ich im Wesentlichen ähnlich.

          Nun besteht ein Unterschied zwischen dem was „man“ machen kann und dem was jeder von uns, Du oder ich eingeschlossen, ganz praktisch tun können.

          Zum „man“:

          Einwanderungsreform: wer „high end“ Einwanderer anziehen will, muss etwas zu bieten haben. Der Arbeitsmarkt ist das im Moment und auf absehbare Zeit weniger. Schon eher könnte NZ mit Lebensqualität und hoher persönlicher Sicherheit punkten (siehe Bombenanschlag gestern in London, das wird in Europa zur Alltäglichkeit). Beides haben die letzten Regierungen erodiert und die nächste wird es auch tun. Durch die massive Einwanderung von Geringqualifizierten aus rückständigen Ländern und auch die anhaltende Aufnahme von Menschen aus Regionen der Welt, die Brutstätten des Terrors sind (Labour will die auch noch verdoppeln und die Grünen glaube ich verfünffachen) hat Neuseeland seine Attraktivität für Einwanderung aus hochentwickelten Ländern vermindert. Sobald es den ersten Terrorangriff in Neuseeland gibt, wird Neuseeland seinen Ruf als sicheres Ende der Welt verlieren. Wenn die Kiwis nicht bald verstehen, dass sie mit Feuer spielen, wird das Land seine wenigen Stärken auch noch verlieren. Schade.

          Investitionsanreize für den Aufbau von Zukunftsindustrien betrachte ich auch als absolut notwendig. Besser als Investitionen in Work & Income. Self-driving cars: weiß nicht, die Straßen sind oft schlecht und das Wetter auch, aber es gibt viele andere Ideen. Ich fände es genial, wenn deutsche oder allgemein europäische Baufirmen ein paar Scouts nach Neuseeland schicken könnten die die Situation durchrechnen und ggf. ein paar Musterhäuser bauen und die ganze miese neuseeländische Bauwirtschaft aufmischen. Was IT angeht müsste die neuseeländische Regierung richtiges Geld in ein steuerfreies Silicon Valley kippen und sehen, was dabei herauskommt. Klappen wird das allerdings nur, wenn – siehe oben – die Lebensqualität stimmt. Was Patrick zum Thema schreibt ist natürlich auch sehr wahr. Die Konkurrenz ist brutal.

          Bildungsreform, Make New Zealand Great Again. Total wichtig gute Lehrer und Akademiker auszubilden oder ins Land zu bringen. Studienfächer von nationalem Interesse, MINT etc. zumindest bis zum ersten Abschluss wieder kostenfrei machen. Es sollte auch Programme für Quereinsteiger in Lehrberufe geben und Leute wie Du oder ich sollten dazu ermuntert werden in Schulen und Colleges zu gehen und dort ein paar Vorlesungen oder Seminare zu halten, die Kiwis die reale Welt näherbringen (ich habe das sogar Mal gemacht, schon lange her) und ihnen Mut machen, dass sie auch erfolgreich sein können, in der großen weiten Welt. Schulen und Universitäten müssen auch wieder ent-ideologisiert werden. Es darf nur um Leistung, nicht Gesinnung oder Identität gehen.

          Fromme Wünsche. Die kann man im persönlichen Gespräch oder im Engagement z.B. in Parteien versuchen an den Mann zu bringen. Aber das ist ein mühsames Geschäft und nicht jeder ist dafür gemacht.

          Was können also normale Angehörige der, sagen wir, oberen Mittelschicht in ihrem ganz normalen Leben sonst tun, um den Worten Taten folgen zu lassen? Das ist die Preisfrage. Was denkst Du?

          Das eigene Leben nach den eigenen Überzeugungen gestalten und so ein Beispiel für andere sein, fällt mir dazu ein. Wählen gehen – machen ja viele nicht mehr. Den Mut haben im Alltag zu den eigenen Meinungen zu stehen. Sogar gegenüber diesen ganzen, von Hass zerfressenen Gutmenschen Respekt und Mitmenschlichkeit zeigen. Sich mit der eigenen – in unserem Fall europäischen – Kultur auseinandersetzen, versuchen sie, ihren jahrhundertelangen Erfolg und ihre jetzige Krise zu begreifen und dieses Wissen mit anderen zu teilen. Ganz praktische Kleinigkeiten, wie MPs anschreiben und dort seine Befindlichkeiten und Ansichten bekannt machen. Firmen, deren CEOs antidemokratisches Verhalten an den Tag legen anschreiben und deren Waren und Dienstleistungen ggf. boykottieren. Lokal produzierte Waren, saisonale, regionale Lebensmittel kaufen. Usw.

          Da wird man schnell philosophisch. Was heißt es ein gutes und wertvolles Leben zu führen und sich nicht nur wie ein besseres Tier durch die Existenz zu schlängeln? Hat schon die alten Griechen und Römer beschäftigt.

          Gruß,
          Peter

          • Patrick sagt:

            Hallo,

            abschließend möchte ich sagen, in Neuseeland gibt es wenigstens noch eine Demokratische Gesellschaft!!!! Deutschland ist leider ein Faschostaat geworden, ähnlich wie in der DDR und bei den Nazis!!!!
            Beispiel der Umgang mit der AfD!!
            Merkel hat gegen das Deutsche Recht und gegen EU Recht verstoßen(Flüchtlinge), da hat die AfD recht, das ist ne Tatsache, die aber keinen interessiert!
            Und ja, ich denke dieser Björn Höcke ist ein Nazi und er wäre besser in der NPD aufgehoben, aber ist deshalb die ganze AfD Partei voll von Nazis??
            Daniel Cohn Bendit(Grüne) wollte Sex mit kleinen Kindern legalisieren, behauptet deshalb jemand bei den Grünen sind lauter Pädos???

            In der ganzen BRD werden Wahl Plakate der AfD zerstört, tausende wurden in den letzten 3 Jahren vernichtet! Im ganzen Land wurden Plakatkleber die AfD Plakate geklebt haben verprügelt und bedroht! Der ach so soziale DGB hat und die noch sozialere AWO haben Mitglieder ausgeschlossen weil sie AfD Parteimitglieder waren!
            Mitarbeiter des Maritim Hotels in Köln wurden mit dem Tod bedroht , bloss weil die AfD an diesem Wochenende dort ihren Parteitag abhielt!
            Zu JEDER AfD Veranstaltung kommen hunderte Demonstranten die anderen Parteien und Verbänden und Gewerkschaften angehören bzw. nahe stehen! Keiner hat das AfD Programm richtig gelesen, aber man ist halt da und demonstriert gegen“Nazis“!

            Einer der „Haupkritiker“ der AfD ist die Lobby Truppe „Pro Asyl“! Die haben keine Politik oder Ideen, ausser dass ALLE FLüchtlingen die in Deutschland landen, auch dort Asyl bekommen und lebenslang dort leben dürfen! Und weil das ja nicht ausreicht, sollen noch tausende aus Afrika nach Deutschland importiert werden!
            Gesundheitschecks? Bildung der Flüchtlinge? Infrastruktur in Deutschland für Unterbringung der Leute? Alles kein Thema bei Pro Asyl, hauptsache so viel Refugees wie möglich holen und der Rest… juckt zumindest Pro Asyl nicht!
            Die werden in den Medien als „Helden“ gefeiert und dürfen in ARD und ZDF als „Experten“ zum Thema Flüchtlinge referieren!

            Die Amadeu Antonio Stiftung, die von einer ehemaligen Stasi Informantin geleitet wird unterstellt JEDEM Bürger Rassismus und Ausländerfeindlichkeit der nicht dem Satz „ja wir schaffen das“ zustimmt!!!
            Diese Trümmertruppe berät Heiko Maas zum Thema Rassimus und Rechtsextremismus!
            Ein AFD Politiker darf bei jedem TV Auftritt die Fragen „sind Sie Nazi?“ und „Besteht die AfD aus Nazis?“ beantworten!!
            Wird ein Grüner gefragt wie er zur Pädophilie steht??
            Langjährige Freundschaften und sogar Ehen sind kaputt gegangen, bloss weil ein Partner sich zur AfD bekannt hat!!!

            Ich werde die AfD nicht wählen, ich finde auch bei weitem nicht alles gut was die machen bzw. machen wollen, aber wie mit der AfD umgegangen wird, das hat nix mit DEMOKRATIE und FREIHEIT zu tun, das hat mit SED und NSDAP zu tun!!!
            Es ist der Wahnsinn was in den letzen 2 Jahren in Deutschland so abgeht!!

            Sei froh, Peter dass du weit weg bist von Deutschland und eine Demokratische Gesellschaft erleben darfst!!!

            • Peter sagt:

              Hi Patrick

              Das ist ein beeindruckender Kommentar. Erschütternd schon fast, wenn eine Gesellschaft vor den eigenen Augen so abgleitet und die anderen das Gesamtbild nicht in seiner ganzen Schärfe sehen mögen.

              Überlege Dir gut welche Partei Du nächste Woche wählst. Auch eine Wahlenthaltung hilft letztlich nur den Feinden der freien Gesellschaft (allen voran Merkel). Und die FDP sind nur con artists, die nach der Wahl Merkel wieder Treue schwören, wenn Posten und Geld dabei rausspringen.

              Übrigens wundert mich aus der Distanz – schon seit Jahren – dass die FdJ Tätigkeit Merkels einfach ignoriert wird. Wenn deutsche Medien z.B. über Beppe Grillo in Italien berichten, dann immer mit Präfix „der frühere Komiker“ Beppe Grillo. Warum nicht, „das ehemalige FdJ Mitglied Angela Merkel, das als junge Erwachsene gegen den Staat Propaganda und Agitation betrieb, dessen Kanzlerin sie heute ist“.

              Trotzdem machen sich Tim und ich natürlich hauptsächlich Gedanken um Neuseeland. Dass es unter Ardern und den grünen Spinnern nicht auch vermerkelt. Und das Potential dafür ist da, wenn man das Gerede von Ardern voll nimmt.

              Gruß, Peter

              PS. Lies das hier Mal … Fox News: London bombings show …

          • Tim sagt:

            Hi Peter,

            Herrlich, deine Zusammenfassung meiner Punkte – wobei ich die Termini nicht gewaehlt habe, die du zur Beschreibung der Kiwis benutzt, nur um das klar zu stellen (und den Familienfrieden nicht zu gefaehrden :P).
            Ich finde vor allem deinen Hinweis auf das Spannngsfeld zwischen dem was “man” tun sollte (worauf sich meine Einlassung ja beschraenkt) und dem was “ich und du” tun sollten/koennen. Also ein Uebergang von einer eehr allgemeinen Problemanalyse hin zu spezifischen, konkreten Loesungen fuer die beschriebenen Loesungen hin zu den anviserten Zielzustaenden.
            Und da wird es natuerlich immer schwierig, weswegen es ja viel angenehmer ist, im genereller zu verharren und auf moegliche Sollzustaende zu verweisen… Ich befuerchte, und da will ich nicht zynischer erscheinen, als ich bin, dass wir in schwierigen Zeiten leben in denen der Mainstream so dermassen auf links und “Gutmensch” und PC-Furcht gebuerstet ist, dass es mir sehr schwierig scheint, dieses ueberhaupt aufzubrechen. Ich habe eigentlich aufgegeben, in persoenlichen Gespraechen meine (rechten, konservativen, libertaeren, wiemansieauchimmernennenwill) Ansichten kundzutun oder gar andere argumentativ (!) ueberzeugen zu wollen. Endet immer nur im Streit. Die linken heutzutage leiden allesamt an einer solch grossen kognitiven Dissonanz, dass argumentieren eigentlich sinnlos ist, zumal die vielgepredigte Toleranz Andersartigem ueberall zu finden ist, aber bestimmt nicht bei Linken.
            Deine Liste der Dinge, die man als Einzelner tun kann, finde ich sehr gut und ziemlich vollstaendig. Es ist aber natuerlich auch immer die philosophische/soziologische Frage, was der Einzelne ueberhaupt machen kann, oder? Gesellschaftliche Trends, und dieser ist ja ein Phaenomen, welches in allen westlichen Gesellschaftten momentan bis zu einem gewissen Grad beobachtet werden kann, sind schwer aufzubrechen. Frueher, vor 68, war das Establishment halt “rechts”, und die Linken hatten es damals schwer, heute weht der Wind andersrum. Klingt das alles zu resigniert? Ich mag deine Idee, in oeffentlichen Diskussionen unser europaeisches “Erbe” zu kommunizieren und die spezielle Sicht von Auswanderern/Einwanderern weiterzugeben. Immerhin sind Menschen, die sich fuer ein Leben in einem anderen Land oft offen, mutig, risikofreudig, gleichzeitig aber auch durch ein besonderes Verhaeltnis zur nationalen Identitaet gepraegt – vielleicht sogar durch eine etwas klarere Sicht auf viele Dinge, da man sich ja ein Stueck weit aus nationaler und kultureller Immersion zureuckzieht und Deswegen vielleicht etwas mehr Distanz hat?? Kannst du das bestaetigen?
            Was ich machen kann und werde: Ich habe zwei (noch sehr kleine) Kinder, welche wir nach unseren Werten zu erziehen versuchen werden. Ansonsten, wenn meine Zeit es zulaesst, wuerde ich mich auch gerne mehr sozial, politisch, kulturell, etc, engagieren und Teil einer wie auch immer gearteten Community sein. (gibt es eigentlich organisierte Deutsche in NZ/AKL? Es gibt diesen Goethe Institut Stammtisch, so weit ich weiss, aber eventl gibt es ja noch andere Gruppen? Auch hinsichtlich der erwuenschten zukeunftigen Zweisprachigkeit meiner Buben…)

            Interessante Diskussion jedenfalls, mir faellt bestimmt noch mehr ein zu diesem oder einem der anderen Themen.

            PS: Lesenswert finde ich zum Thema (und vielen anderen Themen des Blogs) die Publikationen und Blogeintraege etc der New Zealand Iniative. ZB neulich die Serie „Outside the Asylum“ von Eric Crampton, bei Spinoff. Wird glaube ich auch noch fortgesetzt. Ersten beide Teile hier:
            https://thespinoff.co.nz/society/19-08-2017/outside-the-asylum-chapters-one-and-two-of-eric-cramptons-epic-essay-in-praise-of-new-zealand/

            • Peter sagt:

              Hi Tim

              Ja, ich kann natürlich bestätigen, dass „man“ :-) aus der Distanz sein Herkunftsland anders sieht, objektiver. Und das sollte auch so sein. In der Tat finde ich es bei anderen „migrant communities“ oft irritiernd wie die alte Heimat verklärt wird. Man hat das Land doch verlassen, weil man sich woanders ein besseres Leben versprochen hat, kein schlechteres – minus Ausnahmen, Ehepartner die nachziehen usw. Oft hört man auch Märchen wie die Selbstaufopferung für die Kinder, die es besser haben sollen. Also, dass man ja gerne in der tollen alten Kultur geblieben wäre und nur der Kinder Willen migrtiert ist. Zu 99% unglaubwürdig.

              Also es gab Mal einen deutschen Stammtisch bei „Swashbucklers“. Ich war aber schon seit Jahren nicht mehr dort und habe auch keine Kontakte mehr. Wenn Deine Kinder eingeschult werden, hast Du aber ganz automatisch eine Community in der Du Dich engagieren kannst, die Schule eben. Ich fände es – ganz persönliche Meinung – fast wichtiger sich in Gruppen einzubringen, denen deutsche Denke fremd ist und die davon vielleicht lernen können. Und umgekehrt.

              Ich kenne übrigens den Leiter von New Zealand Initiative, Oliver Hartwich. Ist auch ein Deutscher – und der wiederum kennt Bill English recht gut. Nur so am Rande. Neuseeland ist klein.

              Der Artikel von Eric Crampton ist auf der Leseliste.

              Hmmm … übrigens, wenn Du Lust und Zeit hast, überlege Dir, ob Du nicht hier einen kleinen Gastartikel reinsetzen möchtest. Von mir aus unter einem Künstlernamen. Es gibt für die vielen verwirrten und zaudernden vielleicht-Auswanderer nichts Nützlicheres als Informationen erster Hand. Egal zu welchem Thema. Wie das mit dem Visum lief, wie der Arbeitsalltag aussieht, warum es nervt wenn die alle am Samstag morgen den Rasen mähen. Jede Info hilft irgendjemandem. Aber: hier herrscht definitiv kein Zwang und schon gar kein moralischer. Ich bitte eigentlich fast alle Deutschen um ein paar Zeilen, vor allem die, denen ich irgendwie behilflich war, aber die meisten überwinden den inneren Schweinehund nicht :-)

              Ach Ja, mit den Kindern und der Erziehung hast Du natürlich völlig Recht. Etwas Weisheit mit auf den Weg geben, einen goldenen Mittelweg zwischen sozialem Anpassen und asozialem Ichsein.

              Danke für Deine wertvollen Kommentare,
              Peter

          • Lenz sagt:

            Ein freundliches Volk, meine Meinung nach 2 1/2 Wochen.

            Das mit kostenfrei studieren halte ich generell für Blödsinn (per EDV geht es wohl in Harvard), weil MINT toll ist, scheinen hier jetzt alle Mathe zu studieren, insbesondere Frauen. Ob das was bringt?
            Die sollten einfach bei ausreichender Leistung Studien-Kredite vergeben und wenn man die später abzahlt werden, diese bei der Steuer als Ausgabe anerkennen. Eine „coole“ Subvention wäre, wenn man diese Ausgaben dann voll von der zu zahlenden Steuer abziehen kann. Wir hatten schon vor 30 Jahren an der FH Studenten, die studierten, weil Sie keinen Ausbildungsplatz bekamen. So bekamen Sie halt noch 2 Jahre Bafög.

            Und bitte: Merkel, IM Erika, ehemalige Sekretärin für Agitation und Propaganda (ehemalige ? – gelernt ist gelernt).

            Kiwis und „faul“: Da kann ich nichts zu sagen, aber jeder mag so faul sein wie er möchte, solange er für seinen eigenen Lebensunterhalt sorgt.

            Ich bin in meinem Urlaub eher durch Baumärkte, Wohngebiete usw. gelaufen. Was da oft an Häusern steht, ist wirklich auf dem Kleingarten Level von D von vor 40 Jahren.

            Meine Haupt Idee wäre: Import von Schrauben & (wenn es geht) Farben. Alles andere konnte man ja fast noch akzeptieren, „Aufschlag für 2000 Km Lieferweg“ .

            Wenn ich den könnte, würde ich wirklich am Bau aktiv werden. Ich habe da ein paar mal zugesehen, effektiv geht anders, aber so lange der Kunde alles zahlt stört ein höhere Angebot ja nur.

            • Peter sagt:

              Hi Lenz

              Kostenfrei studieren heißt in NZ eine Maximaldauer von 3 Jahren. Das halte ich für vertretbar, vor allem wenn – wie bei jedem besseren Stipendium – Leistungen in eine Fortsetzung der Zahlungen einfließen. Kredit und Hinterherbezahlmodelle sind m.E. ein bürokratischer Albtraum. Im übrigen könnte man Dein Argument auch auf Schule im allgemeinen ausweiten. Wäre das sinnvoll?

              Was die Bauwirtschaft in NZ angeht, gebe ich Dir völlig Recht. Man bewegt sich vielfach auf Drittweltniveau. Da könnte ein talentierter Fachmann und Unternehmertyp aus Europa wirklich etwas bewegen. Ich hoffe, dass Du das sein wirst. Ich würde ggf. sogar bei Dir investieren.

              Stay in touch,
              Peter

  4. Patrick sagt:

    Hi Peter,

    du hast recht, sooo wichtig ist die Internet Party nicht, dass man einen Artikel drüber schreiben sollte, vor allem da man dann auch ausführlich ihren Gründer Kim Schmitz, der sich in Neuseeland tatsächlich ganz offen Dotcom nennen darf, erwähnen müsste!
    Aber da Themen wie Internet of Things, Industrie 4.0 und Digitaliserung immer mehr zunehmen und wichtiger werden, wäre es für die etablierten Parteien nicht schlecht, aus dem Programm der Internet Party ein paar Punkte zu übernehmen!
    Das gilt übrigens auch für die von dir erwähnten Deutschen Parteien!
    Aber was die Fachkräfte im Baugewerbe angeht, nach dem Brexit gibts ja genug Polen die dann aus UK rausfliegen werden, dann könnte NZ zuschlagen, als das UK des Pazifiks!
    Zumal es auch in Deutschland, ja selbst in Kleinstädten so ist, dass es viele Handwerker gibt die Ausländer aus Polen oder Rumänien oder dem ehemaligen Yugoslawien beschäftigen, weil es keine geeigneten Deutschen Kräfte gibt! Und auf Großbaustellen in Deutschland sind höchstens die Architekten und Ingenieure deutsch, der Rest kommt ausm Ausland! Und wenn ich mir anguck, in welchem Tempo Großprojekte in D gebaut und fertig gestellt werden, naja von Verhältnissen in NZ sind wir da auch nicht mehr ganz entfernt!

    • Peter sagt:

      Hi Lars-Patrick

      Neuseeland wird bei der digitalen Revolution, die gerade erst beginnt und unser aller Leben grundlegend ändern wird – fürchte ich – keine Rolle spielen. Die Zukunft Neuseelands wird chinesisch sein – außer wir erleben doch noch eine Renaissance der USA. Damit meine ich die sich jetzt schon abzeichnende wirtschaftliche Abhängigkeit von China und die Akzeptanz technologisch – oder sonst wie – selbst nichts auf die Reihe zu kriegen und einfach alles zu importieren. Inclusive in China produzierter Fertighäuser.

      Prinzipiell ist es natürlich bedauerlich, dass weder Ardern, noch English oder Peters begeisternde Pläne zur Digitalisierung der neuseeländischen Gesellschaft vorstellen. Das stimmt. Ein Jammer, diese elende Mittelmäßigkeit.

      Gruß,
      Peter

  5. Patrick sagt:

    Hallo Peter,

    wundert mich, dass du die Labour Party empfiehlst, dachte nicht, dass das deine politische Richtung ist. Habe mir mal das Programm von beiden angeguckt, auch das von NZ First.
    Das Problem mit der Einwanderung ist doch, dass NZ einfach zu blöd ist um eine Infrastruktur aufzubauen, die soviel Leute aufnehmen kann. Wenn alle nach Auckland streben und es dort seit Jahren schon zu wenig Wohnraum und zu viele verstopfte Straßen gibt, dann muss man halt in sozialen Wohnungsbau usw investieren!!
    In NZ sterben im Winter mehr Menschen als in Schweden oder Kanada, nicht weil es so kalt ist, sondern weil die Häuser nicht geheizt bzw. zu feucht sind!
    (kiwifinch hat gute Artikel darüber)

    Da muss die Politik doch was machen und einfach mal enstpechende Bauvorschriften diktieren und Sozialwohnungsbau betreiben

    Warum wird Kim Dotcom und seine Internet Party nicht erwähnt von dir?
    Ich mag Kim NICHT und würde ihn auch nicht als Politker sehen wollen, aber wenn es um die Zukunft der Wirtschaft geht, hat seine Partei mit ihrem Fokus auf Start Ups und Digitalisierung schon gute Punkte!
    NZ hat ja nur Milch und Tourismus, auf Dauer nicht ausreichend, zumal sich ja viele in NZ beschweren, dass zu viele Touristen kommen würden!

    • Peter sagt:

      Hi Lars-Patrick

      Ich hätte Labour ja nur FAST empfohlen …

      Zum Thema Immobilienqualität in Neuseeland haben wir uns vor allem in der Anfangszeit von NZ2Go auch viel ausgelassen, aber irgendwann ist auch wieder gut. Die Bauwirtschaft in NZ ist m.E. alleine gar nicht in der Lage genug adequate Wohnungen zu bauen. Baumaterial ist monopolisiert und überteuert, die Ausbildung der Arbeiter oft mangelhaft und die Bauvorschriften zu verschärfen würde die ohnehin astronomisch teuren Häuser nochmal verteuern.

      Im Grunde ist die neuseeländische Wohnraumkrise auch die einer Gesellschaft, die weit über ihre Verhältnisse lebt. Das Land verfügt über zu wenig, viel zu wenig Bildung, Qualifikation, Innovation und dünnt die über Einwanderung von noch mehr Geringqualifizierten zusätzlich aus. Es verscherbelt sich selbst an China und kommt sich dabei reich vor. Aber wenn es nur darum geht ordentliche Häuser oder eine vernünftige Straße von Auckland nach Wellington zu bauen – dann ist man fast in der Dritten Welt.

      Kim Dotcoms Mana-Internet Party kommt bei aktuellen Umfragen auf 0,0%. Bischen wenig um darüber zu schreiben … aber Du kannst mir gerne einen Artikel darüber zuschicken und ich kann ihn ggf. als Gastartikel einstellen. Klar wäre NZ ein super Standort für eine IT Industrie. Bei Spiele-Software existiert er sogar schon. Problem ist aber auch hier, dass man lieber nach Indien etc autsourced um ein paar Cent zu sparen als in eigene Industrien investiert.

      Man kann sich ganz herrlich aufregen über die Zustände …

      Gruß, Peter

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