Opinion: Nach Neuseeland Auswandern?

Lesedauer: 12 Minuten

Als Wanderer zwischen den Welten begegnen einem viele Menschen. Auch Deutsche, die nach Neuseeland ausgewandert sind – so richtig, mit für immer dort bleiben, minus ein paar Besuche in Deutschland, oder nicht mal das.

Zugegeben, Hunderte davon sind mir nicht untergekommen, aber immerhin einige Dutzend. Nach meinem Dafürhalten kann man das Lebensgefühl vieler Deutscher, die schon lange (sagen wir zehn Jahre plus) in Neuseeland leben ein wenig mit „feeling stuck“, umschreiben. Die Leute meinen sie säßen fest, und vermitteln den Eindruck, dass sie lieber wieder nach Deutschland zurück kehren würden, wenn sie nur die Wahl hätten. Sie tun es aber nicht, weil allerlei Sachzwänge dagegen sprechen: den Anschluss zum deutschen Arbeitsmarkt verloren, einen Kiwi-Ehepartner und Kinder am Bein, die keine Lust auf Deutschland haben, oder einfach nicht genug Geld, um eine Chance zu sehen, in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Deshalb finden sie sich mit ihrer Kraut-Kiwi-Hybridexistenz ab, und machen das Beste daraus. Ob es wirklich ganz so schlimm ist, bei unserem Volk von Optimisten, sei dahin gestellt. Ich denke, die meisten könnten schon ‚nach Hause‘, es ist ihnen aber zu unbequem und riskant, so dass sie den Spatzen in der Hand bevorzugen.

Nun, so wollen wir aber trotzdem nicht enden, bzw. gar nicht erst anfangen.

Die Fakten

Ein nüchterner Blick zur Einleitung. Oliver Diehl und Randolph Ochsmann schreiben in einer nicht datierten Arbeit für die Universität Mainz (‚Kiwi oder kein Kiwi. Kulturelle Anpassung von Deutschen in Neuseeland.‘) auf Grundlage einer Befragung unter etwa 300 in Auckland lebenden Deutschen folgendes

„In den Augen der Befragten liegen die Vorteile der Auswanderung eindeutig in persönlichen Reifeprozessen, während der finanzielle Nutzen der Emigration deutlich weniger positiv beurteilt wird. Hieraus läßt sich auch erklären, warum die finanzielle Situation für die Auswanderer einen wichtigen Streßfaktor darstellt. Trotz dieser Einschränkung würde die Entscheidung zur Auswanderung nach Neuseeland von den deutschen Emigranten erneut positiv entschieden. Diese Einschätzung beschreibt jedoch einen hoch sensiblen und existentiellen Bereich der Betroffenen, da negative Bewertungen des Auswanderungsprojektes sowohl mit deutlichen Verschlechterungen der emotionalen Gestimmtheit als auch mit einer Rückorientierung des Verhaltens an die Heimat einher gehen.“

Im wesentlichen deckt sich dieser Befund mit meinen Beobachtungen, also: Erstens kommt man im allgemeinen nicht nach Neuseeland, um reich zu werden, das ist man entweder schon, oder man wird es hier auch nicht, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen. Zweitens kann man hier trotzdem ganz gut leben, wenn einem nicht-Materielles wichtiger ist. Drittens wird man sowieso nicht zugeben, dass man als Einwanderer ‚gescheitert‘ ist, es einem in Neuseeland also nicht gefällt, weil das die Toleranzschwelle menschlicher Gesichtswahrung überschreiten würde, sondern lügt sich und anderen eher die Hucke voll. Letzteres Theorem gilt übrigens auch für Touristen: wenn man tausende Euro in einem Urlaub in Neuseeland versenkt hat, dann erwarte bitte niemand, dass man auch noch so ehrlich ist, zuzugeben, dass es nicht gefallen hat. Was es für nachfolgende Generationen von Auswanderern und Urlaubern umso schwerer macht, Töpfchen und Kröpfchen zu unterscheiden.

Noch eine Zahl. Im Artikel Die Deutschen in Neuseeland ist eine Tabelle zu sehen, die die netto Migrationsflüsse aus Deutschland darstellt. Also Eingänge minus Abgänge. Obwohl die Zahlen im Detail schwer zu deuten sind, da man nicht weiß, wohin diejenigen Deutschen, die Neuseeland verlassen, eigentlich genau hinsteuern – ich kenne einige, denen Neuseeland langweilig geworden war und die nach Australien weiter zogen – ist die Anzahl der Deutschen, die Neuseeland permanent verlassen hoch, bei über 50% der Neuankömmlinge.  Umso wichtiger also, dass man weiß worauf man sich einlässt, und nicht aufs Geratewohl loszieht, denn die Wahrscheinlichkeiten sprechen gegen einen guten Ausgang.

Ich bin mir übrigens nicht sicher, wie hoch die ‚Abbrecherquote‘ in anderen klassischen Emigrationszielen der Deutschen liegen – finde ich noch heraus – aber ich wette, dass sie niedriger liegt. Neuseeland ist nun mal kein Selbstläufer.

Out-of-Scope

Oder doch Selbstläufer, für Leute in jungen Jahren, Studenten, Ausgelernte, Abiturienten, geht das Prozedere der ‚Einwanderung‘ im allgemeinen spielerisch. Man entscheidet nach Gefühl, kann sich schnell anpassen, hat im allgemeinen keine Verantwortung für Kind und Kegel. Wenn nötig, ist man genauso schnell weg, wie man gekommen ist. Wer noch jung ist, den tangieren auch all die kleinen praktischen Gemeinheiten von Altersvorsorge bis Krankenversicherung nicht. Man kann sich auf das Sammeln von Erfahrungen und Begegnungen konzentrieren, und lernt so viel dazu – ganz abgesehen vom verbesserten Englisch. Da kommt mir das Schreckenswort ‚Auslandspraktikum‘ in den Sinn, übrigens. Sowas muss man ja heute haben, oder? Wenn dem wirklich so ist, dann ist Neuseeland dafür zwar nicht erste Wahl, denn es gibt kaum Firmen von Weltrang, und man ist technologisch und organisatorisch im allgemeinen deutlich hinter Australien, Großbritannien oder den USA angesiedelt, aber egal, auch in Neuseeland kann man nützliche Praktika machen, klar.

Wie auch immer, die Klientel der jungen Wilden möchte ich hier jedenfalls nicht ‚beraten‘, die kann sich im allgemeinen ganz gut selbst helfen, wo immer der Wind sie hintragen mag. Dasselbe gilt per Definition für Leute die finanziell unabhängig oder gar wohlhabend bis reich sind. Sie können in Neuseeland genauso den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, wie sonst irgendwo. Im Fall des Falles packt man eben wieder und zieht sich auf die deutschen Junkergüter zurück. Und diese Gruppe kann und sollte auch ruhig ihr Geld zu Steuer-, Einwanderungs-, usw. -beratern tragen um den Einwanderungsprozess zu begleiten, denn es ist eine triviale Ausgabe in Relation zum potentiellen Nutzen, oder den Risiken, den man sich ohne fundierte Beratung aussetzt.

Für ältere Migranten, die sich noch einen Lebensunterhalt verdienen müssen, aber wohl oder übel kopflastiger agieren, habe ich die folgende kleine Entscheidungshilfe zusammen gestellt.

These: Warum will ich aus Deutschland auswandern?

Gewöhnlich verlassen Menschen ihre Heimat nicht aus Spaß, sondern weil sie etwas stört, oder ihnen etwas fehlt, oder weil sie meinen, anderswo besser leben zu können. Im Idealfall sollte der Antrieb für eine Auswanderung in die letzte Kategorie fallen, also ‚positiv‘ motiviert sein: man geht nicht, weil man Deutschland schlecht, sondern weil man Neuseeland so toll findet. Im Normalfall wird es wohl eine Mischung aus beiden Impulsen werden. Typischerweise meinen viele in Deutschland

  • an zu hohen Steuern und Sozialabgaben zu leiden,
  • billigen die als rüde oder familienfeindlich empfundenen Verhältnisse am Arbeitsplatz nicht,
  • finden Deutschland überbevölkert, überfremdet oder zu umwelt- und bürokratiebelastet,
  • langweilen sich schlicht in Deutschland, weil sie dort so in etwa alles erreicht haben (oder das glauben), was zu erreichen ist,
  • sie empfinden ihre persönlichen Verhältnisse als bedrückend, zum Beispiel in Zusammenhang mit gescheiterten Beziehungen, oder aufgrund von Ausgrenzung wegen Zugehörigkeit zu einer Minderheit,
  • oder hassen einfach das deutsche Winterwetter.

Das mit den Steuern und Sozialabgaben ist relativ. Zwar hat man in Neuseeland nominal mehr netto vom brutto, aber die Lebensverhältnisse sind nicht vergleichbar. Dazu bitte die entsprechenden FactSheets lesen. Zum Beispiel zahlt man im Krankheitsfall an jeder Ecke Pauschalen und Gebühren. Weder Schule (auch staatliche) noch Universität sind umsonst. Und so weiter. Wenn es darum geht Geld zu sparen, würde ich ehrlich gesagt, eher in die Schweiz ziehen als nach Neuseeland. Neuseeland ist ein teures Land, und taugt nicht als Steuersparmodell. Der Umgang der neuseeländischen Regierung mit den ihr anvertrauten Steuergeldern ist im übrigen auch nicht besser als in Deutschland. Neuseeland gehört zum politischen „mainstream“, es herrschen also die selben Reflexe und Riten wie in Deutschland, wenn es um Umverteilung geht, von sogenannter ‚sozialer Gerechtigkeit‘ bis zur Fixierung auf heilige Kühe in Zeiten der Budgetdefizite, sagen wir in Form von Entwicklungshilfe.

Schlimme Chefs, Büroschleimerei und vieles mehr gibt es in Neuseeland mindestens so übel wie in Deutschland. In den entsprechenden Industrien (etwa IT), sind der Stress und Leistungsdruck auch nicht geringer als in Deutschland. Im Gegenteil, wegen des angelsächsischen Hangs zur Formalisierung von Arbeitsabläufen ist es eher schwieriger, auch mal langsamer zu tun, denn das ‚Controlling‘ schaut einem bildlich gesprochen immer über die Schulter. Bei ‚normalen‘ Jobs kann man nach meiner Beobachtung schon eher in Neuseeland als in Deutschland eine ruhige Kugel schieben, allerdings sind normale Jobs oft unnormal schlecht bezahlt. In Summe eignet sich Neuseeland nicht als schneller Fix für Probleme am Arbeitsplatz. Oft enden deutsche Migranten in irgendwelchen Jobs, die sie in Deutschland nie gemacht hätten, einfach nur, um in Neuseeland über die Runden zu kommen. Auch wenn Bescheidenheit ehrt, kann das nicht der Sinn der Sache sein – außer man entscheidet sich bewusst dafür. Im Artikel Lohnniveau und Jobsuche habe ich bereits einiges zum Thema gesagt.

Neuseeland ist im Mittel zwar deutlich weniger stark besiedelt als Deutschland, aber auch stark urbanisiert und zentralisiert. Das Leben findet in Auckland, Wellington und Christchurch statt, der Rest ist ziemlich überschaubar. Wer in die neuseeländischen Großstädte zieht, wird mit den selben Problemen (Staus, teure Häuser und Mieten, usw.) konfrontiert werden wie in deutschen Städten. Wer sich im flachen bis hügligen Land nieder lassen will, der hat tatsächlich gute Chancen, die Abgeschiedenheit zu finden, die in Deutschland vielleicht fehlt – zum Preis authentischer Abgeschiedenheit. Die schnelle Fahrt zur nächsten Kreisstadt mit Kulturangeboten und Nachtleben kann man sich wegen der Distanzen abschminken. Aber vielleicht gefällt ja genau das.

Was die Intaktheit der Umwelt angeht ist Neuseeland keine Insel der Seeligen, siehe auch den Artikel 100% Pures Neuseeland. Die Umweltstandards sind niedriger als in Deutschland. Pestizide, Insektizide, Herbizide – alles eher verbreiteter als in Deutschland. Die Chemieausdünstungen in den Made in China Läden lassen auch nichts Gutes ahnen, und das Innenklima der Häuser (siehe Artikel FactSheet: Wohnen, Häuser, Hotels) ist oft schimmelgeschwängert – da sollte „Panorama“ mal die Ermittlungen aufnehmen, ich wette, nach deutschen Standards würden mehr als die Hälfte aller Häuser für unbewohnbar erklärt. Und dann noch die Bürokratie. Sie ist in Neuseeland sicher weniger ätzend als in Deutschland, allein schon weil die Staatsdiener hier keine Privilegien genießen wie ihre deutschen Kollegen, aber trotzdem störend genug. Was die deutschen Beamten an Arroganz und Verhätschelung vorlegen, machen die neuseeländischen Bürokraten mit Unfähigkeit und Schlampigkeit voll wett. Insgesamt geben neuseeländische Ämter ein jämmerliches Bild ab.

Deutschland ist langweilig – mal was Neues suchen. In der Anfangsphase wird das sicher klappen. Alles ist neu und aufregend und cool. Strand, Meer, Palmen. Und genügend Herausforderungen zu bewältigen. Auswandern ist eher was für risikofreudige „thrill seekers“, und Neuseeland macht keine Ausnahme. Hier erreicht der Kandidat die Vollpunktzahl, zumindest die ersten Jahre. Dann setzt Gewöhnung ein. Ein guter Bekannter von mir, mit Residenz in Aucklands Nobelstadtteil St. Helliers und Yacht vor Anker kannte irgendwann mal jeden Wald, jeden Berg und jede Bucht, und zog nach Australien weiter. Er war aus Neuseeland heraus gewachsen. Kann passieren.

Emotionale Aspekte der Auswanderung sind ein zweischneidiges Schwert. Out of sight, out of mind, was man nicht sieht, stört auch weniger. Gerade deutsche Frauen in ihren 30ern und 40ern scheinen Neuseeland anzusteuern, um eine Urlaubsbeziehung zu verstetigen, oder ein gebrochenes Herz zu kurieren. Das beste Gegenmittel gegen einen Mann ist bekanntlich ein Mann, und ein Tapetenwechsel hilft bei dem Unterfangen: „urwüchsiger Kiwi-Tarzan beglückt deutsche Massai.“ Naja, kein Problem, wem’s gefällt. Die Kehrseite ist aber der allmähliche (bei Schulkindern auch schlagartige) Verlust des Beziehungsnetzes in Deutschland. Skypen, Urlaub in Deutschland, alles gut, aber der Freundeskreis bewegt sich irgendwann mal davon. Banal, man sollte es nur nicht verdrängen. Familie in Deutschland kann ebenfalls zum Thema werden, zum Beispiel wenn Eltern gebrechlich, krank oder sogar pflegebedürftig werden. Wie will man mit so einem Szenario umgehen?

Was das Wetter betrifft, kann ich mich in Auckland nicht beschweren, obwohl das im allgemeinen eine Funktion der thermischen Eigenschaften des Hauses ist, in dem man lebt. Die Sommer in Auckland sind – meiner Meinung – ziemlich ideal. Es kann im Sommer ab und an ziemlich heiß werden, aber wegen der Nähe zum Meer sind die Temperaturspitzen moderat. Im Gegensatz zu weiten Teilen Australiens ist die Hitze nicht trocken und staubig, sondern angenehm feucht – ganz subjektiv. Das Klima tut gut. Der Winter ist kälter als man denken möchte, und vor allem recht verregnet. Dann ist es der Schlüssel zum Glück ein gut isoliertes und geheiztes Haus zu haben, leider keine Selbstverständlichkeit. Viele deutsche Geschäftsleute in Auckland siedeln im neuseeländischen Winter einige Monate in den deutschen Sommer über. Eine ideale Lösung, falls man es arrangieren kann.

Antithese: Was suche oder erwarte ich in Neuseeland?

Einige Dinge können wir überspringen. Neuseeland ist keine Goldgrube für ganz normale Broterwerber – das hatten wir schon mehrfach. Es gibt kein Silicon Valley, keine Wall Street, oder City of London oder sonst etwas Aufregendes, das nach schneller Karriere oder vielem Geld riecht. Wer eine gute Geschäftsidee hat, sollte sich natürlich nicht beirren lassen. Für Glücksritter ist das Land im allgemeinen trotzdem nichts.

Vielleicht ist es sowieso schlauer an dieser Stelle, die Kiwis selbst zu Wort kommen zu lassen. Hier herrscht nämlich im Moment die große Debatte, ob man als Kiwi bleiben oder z.B. ins boomende Australien ziehen sollte. Zum Beispiel im Artikel ‚Widening wage gap with Australia, rising inflation cause growing numbers of Kiwis to jump the Tasman‚  bei www.interest.co.nz

Mercer’s Anthony Shippard, a principal with the research house, … said businesses trying to tap that sentiment have increasingly been plying non-numeric work advantages as a reason to work and live in New Zealand. Things like work place flexibility, holidays, professional development, and benefits outside of pay (like creche, parental leave, job-sharing) were among the options available to employers. Compensation of this kind would naturally appeal more to families than singles, said Shippard. „I would tend to suggest that if you have no ties then the financial lure of Australia would be stronger than if you had kids established at schools and things than if you were in Australia with kids.“

Will sagen, dass es keinen monetären Grund gibt in Neuseeland zu bleiben, man sich als Familienmensch jedoch damit trösten kann, 14 Wochen bezahlte Elternzeit, Teilzeitarbeit und andere flexible Arbeitsarrangements in Anspruch nehmen zu können. Wie er darauf kommt, dass es Ähnliches in Australien nicht gibt, weiß ich nicht – denn dort beträgt die Elternzeit immerhin 18 Wochen, und Teilzeit und Jobsharing gibt es natürlich auch. Elternzeit in Deutschland ist im Vergleich zu beiden Ländern viel großzügiger, so dass dieses Argument für unsere Betrachtung nicht taugt.

Im Alltagsleben lässt sich, rational gesprochen, also kaum ein Grund finden, Deutschland gegen Neuseeland einzutauschen. Beim Thema Freizeitgestaltung wird man schon eher fündig. Viele Kiwis sind wenigstens am Wochenende Naturfanatiker, und wenn man sich für Dschungel, Berge, Meer und weite Landschaften erwärmt, kann man gerne mitmachen. Ähnliches gilt für Sport, und auch alle Arten von Hedonismus, wobei man Letzteren auch gut bis besser in Deutschland ausleben kann.  Erweitern sollte man die Reihe der Pluspunkte noch um „special interests“, zum Beispiel Yachting, oder – um den ganz großen Bogen zu spannen – Neuseeland als Sprungbrett in die Südsee, für Polynesienfans – wobei man sich natürlich erst mal vor Ort ausgiebig mit Maoridingen auseinander setzen kann, ohne gleich hinter dem Horizont verschwinden zu müssen. Was Öko-ismus angeht ist man inzwischen in Deutschland besser aufgestellt. Vor 10 oder 20 Jahren war das vielleicht noch anders und Neuseeland eine Auswanderungsdestination für okölogisch Bewegte, aber die Kiwis taugen im allgemeinen nicht zur Ideologisierung, und die hiesige Version der Grünen führt bis auf Weiteres eine Randexistenz, Tendenz gleich bleibend.

Nun noch eine Ebene persönlicher, von den Spezialinteressen zu den Privatneigungen. Da mag es viele geben, die geeignet sind eine Auswanderung zu begründen. Sagen wir … einfach Liebe zum neuen Land, eine besondere Verbindung zu den Menschen, Suche nach weltpolitischer Abgeschiedenheit usw. Hier muss jeder selbst wissen, wie er diese Aspekte ins Gesamtbild einfügt, und ob sich in der Summe ein gutes Bauchgefühl ergibt bei der Entscheidung Neuseeland Ja oder Nein.

Fallbeispiel: Prinzipiell am Auswandern nach Neuseeland interessiert

Wer sich nach all dem ernsthaft überlegt Deutschland für immer den Rücken in Richtung Neuseeland zu kehren, sollte sich – bei aller Bescheidenheit – mindestens die FactSheets in diesem „Blockwerk“ zu Gemüte führen, bevor er oder sie die Sache genauer betrachtet.  In vielen der FactSheets gehe ich am Rande sowieso immer wieder auf das Thema Auswandern ein. Daneben gibt es noch genug andere Blogs, Ratgeber, Foren und kommerzielle Einwanderungsagenten, die informieren und werben. Wermutstropfen: wie wir gesehen haben, darf man nicht immer ganz ernst nehmen, was geschrieben steht. Zum Teil nicht aus übler Absicht heraus, sondern – bei schon Eingewanderten – aus einer verständlichen Tendenz den Realitäten nicht immer in die Augen sehen zu wollen. Einwanderungsagenten, andererseits sind Geschäftsleute, in deren Interesse es liegt, so viel zahlende Kundschaft wie möglich an zu ziehen. Das sollte klar sein. Zudem sollte man sich scharf überlegen, ob man Einwanderungsberater überhaupt braucht. Diverse FactSheets beschreiben, wie man z.B. ganz einfach ein neuseeländisches Bankkonto anlegen kann, wie der administrative Einwanderungsprozeß aussieht, oder was man bei Versicherungsschutz beachten sollte. Auswanderung ist ein kostspieliges Unterfangen, und ich weiß nicht, ob man in dieser Situation auch noch Geld für Berater ausgeben will. Sorry, ich bin kein Schwabe, aber da klickt dann doch der Sparimpuls.

Urlaub und ‚Auswandern auf Zeit‘

Ich gehe davon aus, dass die meisten Auswanderungsinteressierten das Land schon aus eigener Erfahrung kennen. Wenn nicht, dann – um Gottes willen – bitte nicht kalt Einwanderungsanträge stellen und bei positivem Bescheid in Deutschland die Zelte abbrechen, Container füllen und weg. Ein längerer Aufenthalt in Neuseeland ist definitiv anzuraten, bevor man sich für eine Auswanderung entscheidet. Wenn es nicht gefällt, ist die Sache erledigt. Wenn man sich auf Grundlage eines Urlaubs vorstellen kann, in Neuseeland zu leben, sich sogar richtig für dieses Land begeistert, kann man die nächsten Schritte mit umso besserem Gefühl angehen, wohl gewahr, dass ein Urlaub etwas anderes ist als das tägliche Leben.

Wenn möglich wäre es sogar besser, längere Zeit in Neuseeland den ‚Ernstfall‘ zu simulieren, also zu versuchen einen Job anzunehmen, mit den ganz normalen Leuten malochen gehen usw., um ein Gefühl für das reale Leben in dem Land zu bekommen – falls er oder sie den werktätigen Schichten angehören. Das ist natürlich nicht ganz einfach, ich weiß, weil man zwischen zwei Systemen hängt. In Deutschland muss man sich ggf. vom Arbeitgeber freistellen lassen (bezahlt oder auch unbezahlt) und im allgemeinen auch noch eine Genehmigung einholen, während der Freistellung anderswo arbeiten zu dürfen (es gibt durchaus Arbeitgeber, die das tun). In Neuseeland hat man das Theater mit Visum, Arbeitserlaubnis usw. Unter Umständen ist auch schon das Schulenglisch rostig geworden, und man muss vorher noch einen Englischkurs oben drauf satteln. Gutes Englisch wird von Kollegen oder Geschäftspartnern nun mal erwartet. Wenn man Kinder im schulpflichtigen Alter hat, dann ist es heutzutage übrigens relativ einfach, ein Auslandssemester an einer neuseeländischen Schule zu organisieren. Viele deutsche Schulen unterhalten Austauschprogramme mit neuseeländischen Counterparts.

Wenn nach all dem die Entscheidung für ein Leben in Neuseeland noch immer steht, dann kann man sich sich später sicher nicht vorwerfen frivol sein Leben umgekrempelt zu haben. Vor Ort kann man sich natürlich auch schon um die Auswanderungslogistik kümmern, zum Beispiel wo wohnen, wie umzuziehen, was gibt es und was bringt man besser mit usw., wenn es dann Ernst wird mit der Migration.

An dieser Stelle könnte dieser Artikel problemlos enden. Doch nicht ohne philosophisches Hinterfragen. Was heißt Auswandern in einer globalisierten und hypermobilen Welt überhaupt? Sollte das Gedankenexperiment wirklich auf Endgültigkeit fokussiert sein? Vom Konzept her ist das einfacher, klarer, schwarz-weiß. Im 19. oder 20. Jahrhundert war es für die meisten sicher auch eine ‚alternativlose‘ Realität. Heute gibt es Alternativen. Man kann sich von vornherein darauf einstellen, nur einige Jahre in Neuseeland zu bleiben, und dann nach Europa zurückzukehren. Oder man versucht die Zeit, zwischen beiden Ländern auf zu teilen, am besten endlos Sommer aneinander reihen :-)

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PS. In den letzten Monaten (Stand September 2011) hat sich die Hitrate auf diesen Artikel sichtbar erhöht, wohl ein Indiz für das absehbare Ende des XXL Aufschwungs in Deutschland vielleicht kombiniert mit der Aussicht entweder auf eine endlose Euro-Schuldenkrise, oder eine deutsche Hauptrolle bei einem Dauertransfer an die vielen potentiellen europäischen Pleitestaaten. Eins ist sicher, und zwar nicht die deutsche Mickerrente, sondern dass in Neuseeland zumindest mehr netto vom brutto bleibt, und dass man dort geo-ökonomisch wahrscheinlich besser aufgehoben ist als in der Merkelrepublik. Insofern ist – bei allen Wenns und Abers – eine Auswanderung nach Neuseeland in den letzten Monaten wieder eine attraktivere Option geworden.

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17 Antworten auf Opinion: Nach Neuseeland Auswandern?

  1. apachee sagt:

    aus 2008:

    Andere länder, andere sitten> shangri la

    „Nach meiner Ankunft erfuhr ich einiges über die Beschäftigung von Ausländern. Es gibt zwei Regeln, die recht kreativ ausgelegt werden können.
 Ein Ausländer erhält dann die Arbeitserlaubnis, wenn er in Neuseeland ein Unternehmen gründet. Dazu ein Beispiel. In Asien gibt es winzige Garküchen. Ein Asiate bringt seine Garküche mit nach Neuseeland und findet heraus, wo er legal Essen verkaufen darf. Schon ist die Bedingung erfüllt. Auch eine Garküche ist ein Unternehmen. Es kommt also nicht darauf an, ob das Unternehmen klein der groß ist.
    Ansonsten muss ein Arbeitgeber die Stelle sechs Wochen lang lokal ausschreiben. Erst dann, wenn er nach sechs Wochen keinen Einheimischen mit entsprechender Qualifikation findet, darf er die Stelle international ausschreiben. Derjenige, der die Stelle international gewinnt, bekommt automatisch die Arbeitserlaubnis.
    Dazu gab es einen Fall, der in der dortigen Lokalzeitung diskutiert wurde. Ein russischer Matrose hatte sich beim Landgang entfernt und in NZ politisches Asyl beantragt. In NZ gibt es aber gar
kein politisches Asyl!
    Nun fand sich ein mitleidiger Neuseeländer, der den Russen befragte, was er denn beruflich gelernt habe. Er ist spezialisiert auf die Reparatur von Dieselmotoren. Also setzte dieser Kiwi – sprich Neuseeländer – folgende Stellenanzeige in die Zeitung: ich suche einen Dieselmechniker, der gleichzeitig Russisch spricht. Es war von vornherein zu erwarten, dass nur
der Asylbewerber die Stelle bekommen konnte, denn die russische Sprache ist in Neuseeland nahezu unbekannt.
    Merke: ein neuseeländischer Arbeitgeber kann manipulieren, indem er exotische Sprachkenntnisse verlangt, die nur auf Ausländer zutreffen. Selbst wenn er das macht, dann ist er trotzdem für seinen Angestellten verantwortlich und muss ihm einen Lohn zahlen. Der Fall wurde in der Lokalzeitung diskutiert und die Mehrzahl der Leser sagte auf Englisch „fair enough“. Auf Deutsch also „fair genug“.

  2. Andreas sagt:

    Lieber Peter,

    wir sind vor ca. 3 Jahren aus beruflicher Motivation heraus nach Neuseeland gezogen und ich kann Deine Beobachtungen zu nahezu 100% bestaetigen. NZ ist ein hartes Brot in vielerlei Hinsicht, das haben wir bereits nach dem ersten Winter in nahezu unbeheizten und unbeheizbaren, dazu aber suendhaft teuren Haeusern bemerkt, und dies war nur der Anfang… Du hast ja viele weitere Details bereits ausfuehrlich beschrieben.

    Ein Hinweis eventuell noch: Meiner Erfahrung nach ist das NZ-Urlaubserlebnis nur schwer zu vergleichen mit dem NZ-Lebenserlebnis. Wenn man als Tourist nach NZ kommt wird man umgarnt und sehr wohlwollend und (aus dt. Sicht) offen behandelt (man bringt ja auch schliesslich viel Geld mit). Als Migrant (auch, oder vielleicht gerade als hochqualifizierter) kann sich die Perspektive aendern. NZ ist bevoelkerungsmaessig ein sehr kleines Land und man trifft in Projektarbeit oft immer wieder auf dieselben Leute; wichtige Beziehungen (oft Schulfreunschaften und aehnliches) und aehnliches Insider-Wissen werden wie Bargeld gehuetet und man muss lernen zwischen den Zeilen zu lesen, selbst zwischen Kollegen. Aus eigener Erfahrung stoesst man haeufig auf verschlossene Tueren (ohne genau zu wissen warum). Nicht jedermanns Sache, wenn man direkte und offene (Arbeits-)Beziehungen gewohnt ist… Es kommen selten Dinge direkt an die Oberflaeche; Kiwis vermeiden i.d.R. offene Konfrontationen, so dass Probleme oft nicht ausdiskutiert, sondern lieber hinter verschlossenen Tueren (oder hinter dem eigenen Ruecken) behandelt werden. Hier ist Vorsicht geboten und man muss lernen, die oft kodierte Sprache sinngemaess zu entschluesseln. Das ist so ein bisschen wie in deutschen Fuehrungszeugnissen… nicht alles was positiv klingt ist auch so gemeint.

    • Peter sagt:

      Lieber Andreas

      Danke für Deinen Beitrag! Es ist mir ein Anliegen Neuseeland realistisch darzustellen und ich spare selbst nicht mit Kritik an Neuseeland, obwohl ich in letzter Zeit wegen der Merkelkrise in Deutschland vielleicht zu milde bin. Schlechte Häuser, kleinliche und oft kniggerig-enge Weltsicht: aber immerhin in der Lage eine politische Führung zu wählen, die nicht seriell die Interessen des eigenen Landes den Hirngespinsten einer alten Frau unterordnet.

      Umso wertvoller, dass Du Deine Erfahrungen mit NZ2Go Lesern teilst. Dafür danke ich Dir ausdrücklich, denn nur wenige geben auch etwas zurück. Meine eigenen Zusammenstöße mit den vielen geschlossenen Gesellschaften Neuseelands waren genauso enttäuschend. Ich weiß, was Du meinst. Jemand hat Mal geschrieben, dass es sich bei Neuseeland um eine Plantagenwirtschaft handelt und alle Fronarbeiter nach der Arbeit im firmeneigenen Laden (zu überteuerten Preisen) einkaufen müssten. Historisch wohl begründet und auch heute noch ein Problem. Es nützt unendlich viel mit den „guten Familien“ Neuseelands verbunden zu sein.

      Umgekehrt kann es aber auch passieren, das man als Experten-Messias aus Deutschland betrachtet wird, der aus dem Land von BMW und Oktoberfest nur goldene Eier legen kann. Passiert aber seltener als die latente Ablehnung.

      Was kann ich raten – unsolicited – verdammt dicke Haut wachsen lassen und gerne auch Altweltarroganz gegen die Emporkömmlinge ausspielen. Man kann die manchmal mit so einem Blödsinn tatsächlich einschüchtern. Sei bloß nicht zu nett oder defensiv. Das sehen die als Schwäche.

      Nun, wenn es Dir irgendwann reicht mit der Nettigkeit der Kiwis, dann ziehe Australien in Betracht. Die „fair go“ Phrase kommt nicht umsonst von dort. Es ist eine offenere Gesellschaft, auch gegenüber nicht-Touristen. Nach Deutschland zurückkehren würde ich mir andererseits gut überlegen. Merkel hat es geschafft eines der stablisten Länder der Welt in eine unnötige wie ungeheure Krise zu stürzen, die wirklich nicht mehr abstrakt-politisch ist, sondern die Leben weiter Teile der Bevölkerung schnell und nachhaltig verschlechtert.

      Nachmals danke für Deinen Beitrag,
      Peter

      • Camy F. sagt:

        Hallo Peter, ich habe Deinen Artikel erst jetzt entdeckt und muss sagen, dass er mir sehr gut gefallen hat. Ich bin momentan sehr froh, wenn ich im Internet Eindrücke, Erfahrungen und gute Tipps über Neuseeland finde, da ich auch so schnell wie möglich auswandern möchte. Neuseeland war schon immer mein Ziel. Ich hatte zwischendurch mit Australien versucht, da gute Familienfreunde dort in Adelaide seit 18 Jahren leben und mir helfen wollten. Es ist natürlich immer hilfreich, wenn man am anderen Ende der Welt jemanden kennt und weisst, dass sie auf dich warten und du bist dann nicht ganz allein. Leider habe ich mit meinem 58 Jahren keine Chance für Australien ein Visum zu bekommen, es sei denn ich besitze 500.000 AUD und auch dann habe ich habe ich keine Aussicht auch Permanent Residenz. Eine ständige Verlängerung ist für mich zu riskant. Also bleibe ich bei Neuseeland und ich bin nicht anspruchsvoll. In Deutschland hat sich alles sehr negativ entwickelt und für eine Frau ist das Leben sogar gefährlich geworden. Die normale gute Lebensqualität ist leider nicht mehr da. Wer sich jetzt mit dem Gedanken beschäftigt, auszuwandern, liegt meiner Meinung nach richtig. Ich habe hier die Monique Lacroix entdeckt und vielleicht möchte sie sich anschließen. Ich habe leider ihre Mail-Adresse nicht, aber ich hoffe, dass sie sich auf meine Antwort an sie meldet

    • Tim sagt:

      Hi Peter & Andreas,

      bin vor einem halben Jahr nach NZ gezogen und bin seit ca 6 Wochen auf Jobhunt – was sich schwieriger gestaltet, als erhofft. Kiwi Arbeitgeber, so zumindest der Tenor vieler Einheimischer, Einwanderer und vor allem recruiting agents, vertrauen keinen ‚degrees‘, sondern fast ausschließlich Erfahrung im NZ Jobmarkt und den dazugehörigen Empfehlungen. Was wahrscheinlich wiederum der Größe des Landes geschuldet ist, man kennt sich halt und dann ist eine Referenz mehr wert als ein deutscher Dr. Titel.
      Zugegeben, mein Abschluss in Philosophie würde in Deutschland auch keine Arbeitgeber zu Begeisterungsstürmen hinreißen, insofern will ich nicht groß jammern. Es scheint aber dennoch Kiwi Eigenheiten hier zu geben, vor allem ist es wohl wichtig, viel Geduld mitzubringen – ich hoffe, dass ich, sobald mal ein Fuß in der Tür ist, dann auch an gute Jobs komme, bin aber optimistisch. Generell finde ich den Kiwispirit nach wie vor mitreißend, es herrscht eine positive Atmosphäre bei Interviews und die Leute machen einem Mut. Ich habe auch viel Realismus erfahren in meinen Interviews, die Leute sagen mir ganz klar dass ich entweder über- oder unterqualifiziert bin und dergleichen. Mal schauen ob sich dann Kommunikation unter Kollegen so gestaltet wie von dir, Andreas, beschrieben. In welcher Sparte arbeitest du denn, wenn ich fragen darf? Vielleicht gibt es da ja auch noch mal Spezifika.

      Ansonsten noch eine kleine Randbemerkung (die wahrscheinlich besser unter dem dafür vorgesehenen Artikel passen würde):
      Du erwähnst oft die teuren Preise, Peter. Mir, einem deutsch-preisbewusstem Einkäufer 😉 scheint das etwas überzogen. Manche Sachen sind definitiv teurer, zB Bier, was aber politisch verursacht ist – wie ja fast alles schlechte. Obst und Gemüse unterliegt starken Schwankungen und ist von sackteuer (Gurke für 5$) bis hin zu spottbillig (Kilo Apfel für 1$) zu haben – in immer guter Qualität, wie ich finde, vor allem das Obst. Dienstleistungen wie Herrenhaarschnitt für 25 $ ist auch eher günstig zu Deutschland. Über Käse und Brot wollen wir natürlich nicht reden, das einfach nicht vergleichbar… :p
      Was genau empfindest Du/Ihr denn als deutlich teurer? Mann darf ja va nicht vergessen, dass hier, bei vielleicht niedrig scheinenden Löhnen, vielmehr vom Brutto bleibt.

      Ansonsten: Ein spitzen Blog immer wieder, zurück nach Deutschland ist auf Lange Sicht keine Option für mich, bei dem Schindluder, den der politisch-mediale Komplex dort treibt (Stichwort: „Inzucht-Degeneration“ – ich dachte ich fall vom Stuhl!!) und:

      wenn jmd einen kreativ-analytischen Allrounder gebrauchen kann oder jmd kennt: ich suche nach einer neuen Herausforderung in Auckland 😉

      Bestes,

      Tim

  3. Ralf sagt:

    Auswandern ist ein Erlebnis und das Leben keine Generalprobe. Warum so negativ?

    • Peter sagt:

      Realistisch, nicht negativ. Viele deutsche Einwanderer geben frustiert auf, zum Teil auch weil in den ganzen Hurra-Neuseeland-das-Paradies-Seiten überzogene Vorstellungen kultiviert werden, oft genug aus kommerziellen Interessen heraus. Das muss doch nicht sein 😉 … Sich die Sache gut zu überlegen schadet nicht. Ebensowenig wie sich vom deutschen Reinheitsgebot zu verabschieden und ggf. irgendein Hybridmodell zu wählen. IMHO.

  4. Lacroix Monique sagt:

    Habe Ihre Empfehlungen und Betrachtungen sehr viel abgewinnen können. Wir leben alle so lange, da wäre eine andere Realität, Wetter schon spannend anregend.
    Europa geht kaputt, vor allem Frankreich, leider.. Überalterung und Überfremdung und sozialistische Ausrichtung allerorten.
    Mir fehlt leider eine gute Geschäftsidee um mit 50 auswandern zu können. Wenn Sie jemanden kennen der noch einen Geschäftspartner sucht der auch investieren kann, geben Sie ihm meine mail, danke.
    Bleiben Sie bloss dort, hier wird es übel werden für einige viele Jahre. Besten Gruss ML

    • Camy F. sagt:

      Hallo Monique, Dein Beitrag hier ist zwar schon älter, aber vielleicht habe ich Glück und du schaust noch einmal rein 😉 Ich möchte nach Neuseeland so bald wie nur möglich auswandern und ich würde mich sehr freuen, wenn noch jemand mitmachen möchte. Wenn Du noch nicht „weg“ bist, sollten wir unbedingt Kontakt aufnehmen. Ich bin 58, habe hier in Deutschland seit 12 Jahren eine Praxis für Fußpflege und habe noch dazu eine Ausbildung als Wellness-Masseurin. Ich würde erstmal mit diesem Beruf nach Neuseeland auswandern und mich dort selbständig machen, wenn es für ein Visum die Berufserfahrung notwendig ist. Vielleicht ist es möglich, mit 2 Personen die Geschäfts-Idee anzuangeben für ein Geschäft mit Tierfutter und Zubehör (evtl. Produkte aus Deutschland) ähnlich wie Fressnapf usw. oder alternativ ein Geschäft im Tourismusbereich wie z.B. eine Pension mit oder ohne Frühstück für Touristen. Mein Freund möchte nicht mit auswandern, aber mein Bruder mit seiner Freundin kommen evtl. später. Bis dahin bin ich alleine und würde mich freuen, wenn Du dich anschließen könntest. Bis bald vielleicht!?
      Beste Grüße Camy F.

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  7. Johannes sagt:

    Hi Peter, manchmal kann die Antwort so einfach sein……

    Aufgrund der Beteiligung von NZ Soldaten am Einsatz ist NZ natürlich ein Ziel.
    Höchstens die Abgeschiedenheit und überschaubare Bevölkerung sowie das Inseldasein und damit erschwerte Fluchtmöglichkeit könnte das Wachsen einer Zelle verzögern, vllt. verhindern!?
    Allerdings wenns suicide bombers sind isses denen eh egal und über Flucht brauchen die sich den Kopf nicht zerbrechen.
    Und da man -wie Du richtig schriebst- den Terroristen nicht mit Logik kommen kann (was gäbs in NZ schon publikumswirksam in die Luft zu jagen?) reicht denen wahrscheinlich schon der Anschlag als solcher um das Zeichen zu setzen, daß man selbst dort vor Terrorismus nicht sicher ist.

    Und natürlich, Terror hat viele Facetten und Ausmaße und zumindest die Wurzeln für den heimischen scheint er bereits gefaßt zu haben.
    Mußte indigen nachschlagen, hab mich dann für heimisch entschieden 😉
    VG
    Johannes

  8. Johannes sagt:

    Hallo Peter,
    habe mich jetzt eine ganze Zeit durch die verschiedenen Beiträge gelesen und möchte Dir ein großes Lob aussprechen.
    Eine hervorragende Seit die sicher mit viel Arbeit verbunden war/ist.

    Ebenso „erfrischend“ finde ich es wenn mal jemand mit den ganzen Mythen aufräumt, daß NZ das Paradies auf Erden ist wo tatsächlich noch Milch und Honig fließen.

    Ich glaube wir sind uns einig, daß es ein wundervolles Land ist und man auch auf viele sehr nette Menschen treffen kann aber, daß es wie überall auf der Welt eben auch ein paar weniger nette gibt.
    Ich habe fast alles genauso erlebt wie Du es hier in Deinen tollen Artikeln beschreibst, vom teuren Leben, über den teilweise erschreckend sorglosen Umgang mit der Umwelt, bis hin zum latenten (oder gar offenen) Rassismus.
    Letzteres nicht selber erfahren müssen aber in Bezug auf die aisatischen und ganz besonders indischen Einwanderer oft gehört.

    Wirklich eine tolle Seite und ich freu mich auf weitere Artikel, insbesondere Deine Anmerkungen zum Terrorismus in NZ.
    Genau darüber haben wir bei meinem letzten Besuch (12/12 – 02/13) gesprochen und wir waren uns alle einig, daß sich NZ da nun mal überhaupt keine Sorgen machen müsse.
    Wäre wirklich sehr an Deiner Meinung bzw. Informationen interessiert wieso NZ ein Ziel werden könnte.

    Vielen Dank
    Beste Grüße und noch ein frohes Osterfest
    Johannes

    • Peter sagt:

      Hi Johannes

      Danke für die Blumen … zum Terrorismus … das kann ich in ein paar Worten nicht umfassend beantworten. Der Artikel zum Thema bietet ein paar Denkstränge an. Letztlich ist es das Gesetz der Reihe, und der kritischen Masse. Neuseeland hat ein paar Soldaten in Afghanistan. Das reicht schon mal als Vorwand. Vorwand, nicht Grund.

      Ich habe mal ein Interview mit einigen vermummten Hamas-Aktivisten in Gaza gesehen. Die beiden sagten, dass wenn alle Israelis Israel aufgeben und nach Südamerika umziehen würden, … dann würden sie ihnen nach Südamerika folgen und dort weiter machen mit Terror und Gewalt.

      Terroristen denken nicht in rationalen Dimensionen. Sie wollen keine Probleme lösen – wie sie es vorgeben, sondern sie SIND das Problem. Und Neuseeland wird dem auch nicht entgehen. Australien hat es vorgemacht, Neuseeland wird früher oder später auch dort landen.

      Indigener Terror kann ebenfalls eine neue Blüte finden, wenn z.B plötzlich wieder Krise ist, und die Sozialleistungen gekappt werden. Es gibt ganz Bevölkerungsschichten, die meinen einen gottgegebenen Anspruch darauf zu haben. Wenn der plötzlich wegfällt, dann gnade uns Gott.

      Letztlich: Neuseeland macht im Grunde alles genauso, wie es auch sonst überall läuft, Australien, GB, USA. Warum sollte dann das Resultat anders sein? Neuseeland hat lediglich später damit angefangen, also wird es noch ein wenig dauern bis die Ergebnisse sichtbar werden.

      Cheers, PP

  9. WOW, ich hätte es nicht besser schreiben, erklären und bewerten können. Was ein umfangreicher Artikel.

    Generell ist Auswanderung ein super schwieriges Thema was von vielen unterschätzt wird, einfach so Koffer packen und los geht’s – geht nach hinten los. Ich finde du fängst die Stimmungen und Gefühlslagen sehr gut ein, besonders von Neuseeland, Neuseeländern und Auswandern nach Neuseeland – ich kenn das nur zu gut :)

  10. Thomas Meins sagt:

    Vielen Dank für die wertvollen Infos über Neuseeland, Auswandern, Deutsche bei den Kiwis. Ich werde zwar nicht auswandern, habe aber beruflich damit zu tun: Ich schreibe Artikel zum Thema für ein dt. Internetportal. Ihr Seite ist wirklich fabelhaft – informativ, unterhaltsam, gut geschrieben. Weiter so!

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